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WKN: 523970 ISIN: DE0005239701
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Meldung
Roland Könen, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von BÖWE SYSTEC (ISIN DE0005239701 / WKN 523970 ) unverändert mit "halten" ein.


BÖWE SYSTEC habe in der letzten Woche die erstmals nach IFRS aufgestellten Geschäftszahlen 2005 präsentiert und im Rahmen einer Analystenkonferenz näher erläutert. Aufgrund der Umstellung auf die internationale Rechungslegung, die Anwendung des Umsatzkostenverfahrens anstelle des zuvor genutzten Gesamtkostenverfahrens sowie die erstmalige Vollkonsolidierung von BÖWE Bell + Howell (BBH) sei der Vergleich mit den im Vorjahr vorgelegten Kennzahlen kaum möglich. Insgesamt hätten die publizierten Zahlen jedoch enttäuscht, da die Analysten vom Bankhaus Lampe - ebenso wie der Konsens - von einem deutlich höheren Konzernergebnis ausgegangen seien.

BÖWE SYSTEC habe im Geschäftsjahr 2005 ein Umsatzvolumen in Höhe von 461,9 Mio. Euro erzielt, ein Plus von 50% gegenüber dem Vorjahr. Der wesentliche Anteil des Anstieges resultiere dabei jedoch aus der erstmaligen Vollkonsolidierung der BBH in den USA. Auf vergleichbarer Basis (bei vollständiger Einbeziehung von BBH in 2004) habe der Konzern angabegemäß ein Wachstum von 11,8 Mio. Euro bzw. 2,6% erreicht.

Das EBIT habe nur unterproportional um 23% auf 36,1 Mio. Euro gesteigert werden können, so dass die EBIT-Marge auf 7,8% nach 9,5% im Vorjahr gesunken sei. Diese Renditeminderung erkläre sich durch die erstmalige Vollkonsolidierung der auch schon vorher unterdurchschnittlichen Region USA (EBIT/ Marge: 19,1 Mio. Euro/ 6,1% nach 13,4 Mio. Euro/ 8,8%). In Deutschland habe der Konzern eine überproportionale Ausweitung des EBIT auf 21,1 Mio. Euro (Vorjahr: 14,6 Mio. Euro) und damit eine Steigerung der Marge auf 19,9% (Vorjahr: 12,9%) erreicht. In Europa habe sich das EBIT auf 4,4 Mio. Euro (Vorjahr: 4,5 Mio. Euro) und die Umsatzrendite auf 4,7% (Vorjahr 5,5%) belaufen. Im übrigen Ausland (ROW) sei bei reduzierten Umsätzen von 17,6 Mio. Euro (Vorjahr: 25,4 Mio. Euro) wie im Vorjahr ein EBIT von 0,3 Mio. Euro erzielt worden.

Der Konzernjahresüberschuss habe 19,0 Mio. Euro erreicht, was einer Nettomarge von 4,1% entspreche. Die Vorjahresvergleichswerte hätten sich auf 10,9 Mio. Euro bzw. 3,5% belaufen. Der Anstieg um 74% sei wie auf der Umsatzseite insbesondere im Zusammenhang mit der erstmaligen Vollkonsolidierung der BBH zu sehen. Der Gewinn pro Aktie habe bei 2,88 Euro gegenüber 1,66 Euro im Vorjahr gelegen.

Die vorgelegten Zahlen würden nach Erachten der Analysten vom Bankhaus Lampe zeigen, dass die erwarteten Synergien aus dem Zusammengehen mit BBH nicht in der erwarteten Geschwindigkeit hätten umgesetzt werden können. Man gehe jedoch unverändert davon aus, dass die Gesellschaft von der Übernahme und den damit zusammenhängenden Synergien aus den Produktionsstätten, Service und Vertrieb zeitlich verschoben profitieren werde. Zusätzliche Impulse für die weitere Geschäftsentwicklung von BÖWE SYSTEC würden von der Öffnung der europäischen Postmärkte und dem Wegfall der Marktbeschränkungen von Bell + Howell außerhalb der USA im Juli 2006 kommen.

Aufgrund der reduzierten Gewinnerwartungen für 2006 und 2007 würden die Analysten vom Bankhaus Lampe trotz des verbesserten Kapitalmarktumfeldes im Rahmen ihres Unternehmensvergleichs nur eine Bewertungsbandbreite für die Aktie von 47 Euro bis 53 Euro errechnen. Ihr DCF-Modell, das sie nur zur Unterstützung des Peer Group-Vergleichs heranziehen würden, zeige dagegen einen Wert von knapp 60 Euro. Aufgrund des höheren Wertes aus dem DCF-Modell würden die Analysten ihr Kursziel am oberen Ende der Bewertungsbandbreite aus dem Unternehmensvergleich bei 52,00 Euro setzen.

Nach den Kursrückgängen der letzten Tage, die ihres Erachtens auf die Enttäuschung der Marktteilnehmer im Nachgang der Geschäftszahlen 2005 sowie den verhaltenen Ausblick für 2006 zurückzuführen sind, bestätigen die Analysten vom Bankhaus Lampe ihre "halten"-Einschätzung für die Aktie von BÖWE SYSTEC. Weitere deutlichere Kursrückgänge würden sie hingegen wieder als Kaufgelegenheit ansehen, da sie unverändert der Überzeugung seien, dass BÖWE SYSTEC über ein attraktives Geschäftsmodell verfüge.


 

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