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WKN: A1JB8N ISIN: US80585Y3080
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Meldung
Nach längerer Durststrecke haben russische Aktien in diesem Jahr wieder spürbar an Fahrt aufgenommen.
Investoren rechnen scheinbar mit einem besseren Miteinander zwischen dem Westen und Putin.


Steigende Rohstoffpreise, ein stabilerer Rubel sowie erste Anzeichen einer politischen Annäherung zwischen den Industrienationen und Vladimir Putin scheinen russischen Aktien Auftrieb zu geben. "Die russischen Indizes sind wieder auf dem Vormarsch", bemerkt Walter Vorhauser von der Oddo Seydler Bank. Seit Anfang des Jahres legte der 15 Werte umfassende, in Wien mit Euro-Preisen berechnete RDX von 904 auf 1.449 Euro zu. Das entspricht einem Plus von rund 60 Prozent. Der an der Moskauer Börse ermittelte und auf Basis von US-Preisen berechnete RTS mit seinen 50 nach Marktkapitalisierung größten Aktien gewann von 749 auf 1.128 US-Dollar hinzu und notiert damit rund 50 Prozent stärker.

Von der Verlängerung der EU-Sanktionen und der kurz vor dem Präsidentenwechsel in den USA von Obama ausgeweiteten Zwangsmaßnahmen gegen Russland scheinen sich Anleger damit kaum beirren zu lassen. "Investoren rechnen eher mit einer Beruhigung der politischen Beziehungen zum Westen", schätzt Vorhauser mit Verweis auf die Nominierung von Rex Tillerson von Exxon Mobil zum künftigen US-Außenminister.

Glencore-Deal spült Devisen in die Staatskasse

Mit Schachzügen wie der überraschenden Privatisierung von knapp 20 Prozent der Rosneft-Anteile (WKN A1JMT9) sorge Putin zudem für zusätzliche Staatseinnahmen. Der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore (WKN A1JAGV) und das Emirat Katar würden zusammen mit rund 10,5 Milliarden Euro in den Ölkonzern einsteigen. Das Abkommen umfasse zudem die Abnahme von täglich 220 Tausend Barrel Öl durch Glencore. "Damit umgeht Putin geschickt die bestehenden Sanktionen", meint Vorhauser. Die Aktie der Rosneft Oil Company hat sich seit Jahresbeginn verdoppelt und notiert derzeit etwas über 6 Euro. Der jüngste Deal habe nochmals einen Schub gebracht.

Energieversorger insgesamt stärker

Positiv entwickelten sich auch Aktien von Konzernen wie Lukoil (WKN 81420E) oder Gazprom (WKN 903276). "Die Unternehmen profitieren von der Verbesserung des allgemeinen Marktumfelds", meint Roland Stadler von der Baader Bank. So hat sich die Lukoil-Aktie im vergangenen Jahr von 29 auf gut 52 Euro entwickelt. Der Gazprom-Wert stieg im selben Zeitraum von 3,35 auf 4,75 Euro.

Große Sprünge beim Ölpreis kaum zu erwarten

Zusätzliche Impulse beim Ölpreis durch die Umsetzung der vereinbarten Drosselung der Ölförderung wird es nach Meinung der Helaba allerdings kaum geben. "Vielmehr scheint die angestrebte Preisstabilisierung bei 50 US-Dollar pro Fass gelungen und ein erneutes Abrutschen unter die 40 US-Dollar-Marke verhindert worden zu sein", denkt Heinrich Peters. Jetzt komme es auf die Disziplin der Länder an, die der Reduktion zugestimmt haben. "Nicht teilnehmende OPEC-Mitglieder und diverse Nicht-OPEC-Produzenten werden die Förderung 2017 voraussichtlich ausweiten." Die Vergangenheit zeige im Übrigen, dass sich der Ölpreis in der Realisationsphase ähnlicher Vereinbarungen kaum mehr deutlich nach oben bewegt habe.

Banken ziehen mit

Auf eine Steigerung von 1,90 auf 2,22 Euro seit Anfang des Monats brachte es die Aktie von VTB (WKN A0MQ3G). "Die russische Bank hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihr Nettoergebnis um 30 Prozent auf 3,9 Milliarden Rubel verbessert", begründet Vorhauser. Die Zinseinkünfte seien um 4,9 Prozent höher ausgefallen. "Das ist unter den gegebenen Bedingungen nicht schlecht." Mit der Senkung des Kreditzinssatzes auf 9 Prozent rechne VTB mit erhöhter Kreditaufnahme vonseiten kleinerer Unternehmen im kommenden Jahr.

Auch die Aussichten der Sberbank (WKN A1JB8N) scheinen Anleger mittlerweile wieder optimistischer zu bewerten. "Vor der Wahl von Trump lag der Kurs des Finanzunternehmens noch bei 8,80 Euro, aktuell zahlen Anleger rund 11 Euro", erwähnt Stadler. "Das ist immerhin ein Plus von rund 25 Prozent." Seit Beginn der Sanktionen stehen Geldhäuser wie die Sberbank, VTB, Gazprombank, Rosselchosbank und Vnesheconombank auf der Schwarzen Liste. Langfristige Kredite von Geldgebern aus den USA oder Europa für Finanzkonzerne sind seitdem eingefroren.


 

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