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| Kolumnen | |
| 01.03.10 | Was wir nicht tun |
| 10.08.09 | Schneeball Gewinne |
| 04.05.09 | Buffett sieht Chancen in USA |
| 14.04.09 | Und Warren schafft es wieder |
| 02.03.09 | Buffett gesteht Fehler ein |
| 02.10.08 | It's Buffett Time |
| 04.05.08 | Auch Warren kommt ins Trudeln |
| Meldung |
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Mit „Was wir nicht tun“ (What we don’t do) und
„Wie wir uns selbst messen“ (How we measure ourselves) sind die Kapitel
überschrieben, mit denen sich einer der erfolgreichsten Investoren
aller Zeiten an seine Aktionäre wendet. Darunter stellt Warren Buffet
fest, dass er nie „von der Freundlichkeit von Fremden abhängig werden
möchte“ und „zu groß um zu scheitern nicht eine Haltung von Berkshire
ist“ (to-big-to-fail is no fallback position at Berkshire).
Und dann schreibt er, dass er im Gegensatz zu anderen kein Kostgänger,
der Hilfen annehmen musste war, sondern Liquidität in das System
gepumpt hat, als es notwendig war. Allerdings liest man auch jede Menge
Selbstkritik. So stellt er fest, dass er eigentlich hätte mehr
unternehmen müssen. Wenn es Gold regnet, sollte man eine Baggerschaufel
nach draußen halten und nicht einen Fingerhut (When it’s raining gold,
reach for a bucket, not a thimble). Wobei er sich wirklich nicht verstecken muss. Der Buchwert seines Unternehmens ist im letzten Jahr um +19,8 % oder 21,8 Mrd. Dollar gestiegen. Nachdem im Jahr zuvor mit -9,6 % der stärkste Rückgang zu verzeichnen war, den er seit 1965 hatte, als er das Familienunternehmen übernahm. Wobei er diesmal unter dem S&P 500, also unter der Marktrendite, die bei +26,5 % lag, blieb. Dennoch hat das Unternehmen richtige Raketen im Portfolio. So konnte der von Charlie Munger ausgesuchte chinesische Hersteller von Automobilen und Batterien BYD Inc. einen Kursgewinn von +757,8 % verzeichnen. In 2008 hat Berkshire einen Anteil von 10 % für 232 Mio. Dollar erworben. Jetzt ist der gleiche Anteil 1,99 Mrd. Dollar wert. Ansonsten setzen Warren und Charlie auf Altbewährtes. Da sind Blue Chips wie American Express Co., Johnson & Johnson und Wal-Mart Stores Inc. Die haben sich gut entwickelt. Und so konnte Berkshire einen Nettogewinn, also einen Gewinn vor Steuern, von 8,1 Mrd. Dollar erzielen. Was gegenüber dem Vorjahr von 5 Mrd. Dollar ein deutlicher Zuwachs ist. Aber noch weit entfernt ist vom Nettogewinn 2007, als noch 13,2 Mrd. Dollar erwirtschaftet wurden. Übrigens machte Berkshire auch aus Derivaten einen Gewinn von 486 Mio. Dollar. Diese Derivate nutzt Warren aber nur zu Absicherung des Indexstands nach unten. Interessant ist, was Warren über den Eigenheimmarkt sagt. Seiner Ansicht nach, sollte der Eigenheimmarkt, der bekanntlich der Auslöser der Krise war, innerhalb eines Jahres nicht mehr das Problem sein. Und da er eine Reihe von Unternehmen in diesem Segment wie Benjamin Moore und Shaw Industries besitzt, sollte die Berkshire Aktie davon profitieren. Weiter räumte Warren ein, dass er – obwohl er sich nicht in das betriebswirtschaftliche Ebene seiner Firmen einmischt (was ich bezweifle) - auch große Fehler gemacht hat. So griff er viel zu spät bei der verlustreichen NetJets ein. Und auch bei seinem Versicherungsunternehmen Geico war das erstmalige Angebot einer Kreditkarte ein Fiasko. Von diesem Zweig hat sich Geico mittlerweile getrennt. Dass das Management äußerst skeptisch gegenüber der Idee von Warren war, sei nur am Rande erwähnt. Als Investor scheint Warren besser zu sein, denn als operativer Konzernlenker. Alles in allem gibt ihm der Erfolg aber wieder einmal Recht. Mit dem Investment in Burlington Santa Fee werden die Renditen aber konstanter werden. Das jedenfalls kündigte er an. Die großen Schritte wären jetzt angeblich nicht mehr zu machen. Was ich nicht glaube. Warren und Charlie sind nämlich zwei ausgemachte Schlitzohren. Und jederzeit für eine Überraschung gut. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und stets hohe Renditen. Ihr Norbert Lohrke |