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Zwei Unternehmen, deren Marken beinahe jedem
bekannt sind, müssen der bitteren Wahrheit ins Auge sehen. Die Rede ist
von Escada AG und Arcandor AG bzw. früheren Karstadt AG.
Das eine Unternehmen, nämlich Arcandor, steht kurz vor der
Zerschlagung. Der Telekom Ex-Finanzvorstand und Hoffnungs-Joker Eick,
der seine guten Beziehungen zur Politik spielen lassen sollte und
Staatsknete einsacken sollte, ist aufgrund der plötzlich aufkommenden,
wahltaktisch motivierten, ordnungspolitischen Rumpfdiskussion, kläglich
gescheitert. Und auch der Insolvenzverwalter Piepenburg hat – aus
lauter Frust - den Büddel hingeschmissen. Und nun wird wohl Kaufhof
einen Teil der Karstadt Warenhäuser übernehmen. Die Gespräche darüber
sind wohl wieder in vollem Gange. Sal. Oppenheim, die sich nicht nur
bei der Arcandor verzockt haben, sind nun gezwungen, sich bei der
Deutsche Bank AG anzulehnen. Sie prüfen nun auch „mit Duldung der
Deutsche Bank AG“ den Verkauf ihrer Investmentbanking-Sparte. Und das andere Unternehmen, die von der verstorbenen Frau Ley gegründeten Escada AG, wird vermutlich in Kürze einen Insolvenzantrag auf den Weg bringen. Der Verzicht der Anleihegläubiger, die sich zu über 60 % aus institutionellen Investoren zusammensetzen, ist gescheitert. Sie waren am Ende nicht bereit für das Sanierungskonzept des Ex-Hugo Boss Chefs Sälzer auf 60 % ihres bisherigen Wertes zu verzichten. 80 % hätten zustimmen müssen. Gerade einmal 46 % konnten aber dafür gewonnen werden. Somit ist die finanzielle Restrukturierung gescheitert. Beiden Niedergängen gingen schwere Managementfehler voraus. Auch die Aufsichtsgremien haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Und so wurden zwei eigentlich lebensfähige Marken herabgewirtschaftet. Weil beide am Kunden vorbei agiert haben. Was sich früher oder später bei jedem Unternehmen rächt. Die Verwerfungen im Zuge der Finanzkrise gaben schließlich den Ausschlag bzw. den Rest. Und so hat die schumpeter‘sche Kraft der schöpferischen Zerstörung wieder einmal zugeschlagen. Mal sehen, was daraus wird. Eines jedoch ist heute auch im Nachhinein umso klarer. Der Staat hat dabei nichts verloren. Und es ist gut, dass er am Ende bei Arcandor nicht eingegriffen hat. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und hohe Renditen. Ihr Norbert Lohrke |