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25.02.04 In der Hausse Strong Buys, in der Baisse D.


 
Meldung
Während der Internethausse von 1998-2000 erfaßte die Euphorie nahezu alle Marktteilnehmer. Analysten, deren Zielsetzung eigentlich die objektive Auswertung und Präsentation von Studien und Ratings ist, gingen dazu über, in die heißlaufenden Kurse immer neue Stong Buy Empfehlungen und teilweise utopische Kurszielanhebungen zu lancieren. Bzgl. des IPO Marktes hatte man manchmal das Gefühl eher in einem Casino zu sein als in einem Markt, in dem eigentlich die Fundamentaldaten eines Unternehmens wenigstens tendenziell die Preisfindung und das Kursgeschehen bestimmen sollten. Während des Börenhypes 1998-2000 etablierten wir übrigens den GodmodeTrader als ein festes Projekt. Und in der Tat proklamieren wir für uns, sehr früh während der heißlaufenden Kurse auf das unseriöse Geschehen am IPO Markt und insbesondere im Bereich der Technologieaktien hingewiesen zu haben. Die Entstehung und Etablierung des GodmodeTraders basiert sogar ganz wesentlich auf diesem Sachverhalt. Die mittelfristige Börsenregel "Shorting the analysts" schwappte während des Platzens der Internetblase von einigen Undergroundseiten aus den USA auch nach Europa über. Auch während der Baisse bekleckerte sich die Analystengilde nicht sonderlich mit Ruhm. Wir haben hier auf dem GodmodeTrader mehrfach ausführlich darüber berichtet. Die Aktie von Lucent Technologies wurde bei Kursen von 60 und 70 $ mit Strong Buy Ratings versehen. Die Aktie brach über mehrere Monate massiv ein. Die Strong Buy Ratings wurden jedoch von mehreren renommierten Investmentbanken aufrecht erhalten. Pikanterweise gab es eine ganze Welle von Downgrades als die Aktie unter 5 $ notierte. Das beste Beispiel stellt noch die AOL Aktie dar. Sie wurde exakt zu ihren Bärenmarkt-Tiefstkursen von mehreren Investmenthäusern abgestuft. Dies ist übrigens ein Muster, das man sich merken sollte. Im Hoch einer Hausse laufen Analysten Gefahr, in heißlaufende Kurse Strong Buy Empfehlungen zu vergeben, im Tief einer Baisse laufen sie Gefahr, Downgrades in fallende Notierungen zu vergeben. Das hängt damit zusammen, daß Analysten den übergeordneten Trends wie ein träger Indikator hinterherlaufen. Bzgl. dieses Musters kann abschließend noch angemerkt werden, daß die Ratings die Trendphase des Marktes gut erkennen lassen. Vorsichtige Kaufempfehlungen am Beginn eines Bullenmarktes, forcierte Kaufempfehlungen während der Etablierung des Bullenmarktes und aggressive, oft reißerisch formulierte Strong Buy Empfehlungen in der Hochphase des Bullenmarktes. Während eines Bärenmarktes zeigt sich genau das entgegengesetzte Bild. Dieses Muster konnte in den vergangenen Jahren in der Form beobachtet werden. Seit 2003 haussieren die Märkte wieder. Und man darf konstatieren, daß die Investmenthäuser zumindest bisher außerordentlich vorsichtig und verantwortungsvoll mit ihren Ratings vorgegangen sind. Natürlich kann man auf diese Feststellung mit dem beschriebenen Muster argumentieren. Am Beginn eines Bullenmarktes werden positive Ratings mit Vorbehalt vergeben. Man könnte also entsprechend dem Muster davon ausgehen, daß wir erst am Beginn eines neuen großen Bullenmarktes sind. Ob wir in einem Bullenmarkt sind oder nicht, das sei dahingestellt, - wir gehen tatsächlich davon aus, daß wir uns in einen neuen großen Bullenmarkt hineinbewegen -, aber die Studien, Analysen, Research-Exzerpte und Ratings sind näher an den Fundamentals dran. Sie sind vorsichtiger gehalten. Sie sind objektiver. Der enorme Ansehensverlust der vergangenen Jahre hat Spuren hinterlassen. Spuren, die im Sinne des Kleinanlegers zu sehen sind. Das "Smart Money", die "Big Boys" sind um Wiedererlangung ihrer Reputation bemüht.
 


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