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FRANKFURT (dpa-AFX) - In Erwartung der nächsten US-Zinserhöhung lassen es die Anleger bei deutschen Aktien am Mittwoch vorerst ruhiger angehen. Nach den Kursgewinnen vom Vortag lag der Dax gegen Ende der ersten Handelsstunde knapp mit 0,09 Prozent im Minus bei 13 171,72 Punkten. Eine vorbörslich befürchtete technische Störung konnte rechtzeitig behoben werden, sodass der Auftakt regulär über die Bühne ging.

Eine Zinserhöhung um weitere 0,25 Prozentpunkte dürfte an den Finanzmärkten weitgehend eingepreist sein, wenn die Fed am Abend ihren Zinsentscheid bekanntgibt. "Alles andere als ein Drehen an den Zinsschrauben käme einer großen Verwunderung gleich", schrieb MarktAnalyst Timo Emden vom Broker DailyFX. Er verwies darauf, dass vor allem die Rhetorik von Notenbankchefin Janet Yellen im Fokus stehen werde. "Die Aussicht auf weitere Zinsschritte im kommenden Jahr könnte sich bestätigen", so Emden.

Auch bei den weiteren wichtigen Indexkollegen ging es etwas nach unten. Der MDax stand knapp mit 0,06 Prozent im Minus bei 26 268,95 Zählern. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es außerdem um 0,19 Prozent auf 2512,53 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand mit leichten Verlusten knapp unter der Marke von 3600 Punkten. Der Euro bewegte sich nur wenig von der Stelle.

Weil die Inflation ein wichtiger Indikator für die Geldpolitik der Notenbanken ist, dürften die am Nachmittag veröffentlichten US-Verbraucherpreise in einem besonderen Licht stehen. Nach Einschätzung von Helaba-Analyst Christian Schmidt könnte im Verlauf auch der große Verfallstag am Freitag erste Schatten vorauswerfen - vor allem deshalb, weil Anleger allmählich damit begännen, ihre Handelsbücher für das laufende Jahr zu schließen. An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus.

Auf Unternehmensseite gab es Jahreszahlen von einigen MDax-Werten zu verarbeiten. Trotz eines Gewinnsprungs im vergangenen Geschäftsjahr waren Aurubis mit einem Kursrutsch um etwa 2,5 Prozent einer der schwächsten Werte unter den mittelgroßen Titeln. Analyst Ingo Schachel von der Commerzbank wertete es als leichte Enttäuschung, dass Konzernchef Jürgen Schachler im neuen Jahr mit einem Ergebnis auf stabilem Niveau rechnet. Kritik gab es am Markt außerdem an einer eher enttäuschenden Dividende von 1,45 Euro je Aktie.

Metro dagegen gehörten im MDax mit ungefähr 1,5 Prozent zu den Gewinnern. Experte Bruno Monteyne vom Analysehaus Bernstein wertete das Jahresergebnis des Handelskonzerns auf den ersten Blick als positive Überraschung, schränkte aber ein, dass dieses durch Einmaleffekte verfälscht sei. JPMorgan-Experte Borja Olcese attestierte derweil dem Ausblick einen "optimistischen Eindruck". Nach der erfolgten Aufspaltung will Metro nun im neuen Geschäftsjahr etwas größere Sprünge machen.

Ansonsten bewegten noch einige Analystenstimmen die Kurse. Aktien von Thyssenkrupp profitierten an der Dax-Spitze mit 1,73 Prozent Plus davon, dass das Analysehaus Kepler Cheuvreux sein bisheriges negatives Votum aufgab. In den Augen des Experten Rochus Brauneiser ist es an der Zeit, eine "konstruktivere" Haltung gegenüber der Aktie des Industriekonzerns einzunehmen. Er stufte die Titel von "Reduce" auf "Hold" hoch.

Kion mischten sich im MDax mit etwas mehr als 2 Prozent unter die größten Gewinner. Hierfür wurde eine optimistische Studie von Morgan Stanley verantwortlich gemacht. Analyst Ben Uglow rechnet beim Staplerhersteller mit einer Verbesserung im Bereich Logistiklösungen und hält den Bewertungsabschlag der Aktie für nicht gerechtfertigt. Sein neues Votum lautet "Overweight".

Unter den Kleinwerten im SDax machten die Aktien von Borussia Dortmund mit einem Satz nach oben um fast 3 Prozent auf sich aufmerksam. Am Markt wurde als Grund darauf verwiesen, dass der Fußballclub am Vorabend beim ersten Spiel unter dem neuen Trainer Peter Stöger wieder ein Erfolgserlebnis feierte. Der Triumph über Mainz war der erste nach einer Durststrecke von zuletzt acht Bundesligaspielen ohne Sieg./tih/jha/



 

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