Bis zum
Freitag war die Stimmung am deutschen Aktienmarkt ausnehmend
gut, auch wenn der
DAX zur Wochenmitte eine Verschnaufpause eingelegt hatte. Vor
allem die guten
Quartalszahlen einiger Schwergewichte wie Daimler und Cisco
Systems sorgten für
Kauflaune. Am Freitag neu aufflammende Griechenland-Ängste
belasteten die
Börsen dann aber deutlich. Der DAX fiel wieder unter 6.700
Punkte zurück.
Daimler und BMW führen DAX nach oben
Daimler-Chef
Zetsche ließ es am Donnerstag bei der Verkündung der
Quartalszahlen richtig
krachen. Rekordverkäufe und ein optimistischer Ausblick hievten
die Aktie nach
oben. Unser Long-Zertifikat auf die Aktie im Musterdepot liegt
aktuell mit mehr
als 300 Prozent im Plus. Von der Kauflaune bei Daimler
profitierte auch das
BMW-Papier, obwohl Daimler eine dezidierte Kampfansage an die
deutschen
Premiumhersteller abgab. Mittelfristig sollen BMW und Audi
überholt werden. In
der zweiten Reihe erfreuten Hugo Boss und Rhön-Klinikum die
Anleger, während
aus den USA der Netzwerkausrüster Cisco Systems und die
Kreditkartenfirma Visa
glänzende Geschäfte verkündeten. Zwar gab es auch einige
Gewinnenttäuschungen,
so zum Beispiel bei der Credit Suisse oder beim Rohstoffkonzern
Rio Tinto.
Diese konnten die gute Stimmung am Aktienmarkt jedoch nicht
trüben, das gelang
dann erst am Freitag George Karatzaferis, dem Chef der
Laos-Partei. Er will als
eine der drei tragenden für Interims-Präsident Lucas Papademos
das von der
Troika geforderte Sparprogramm nicht unterstützen.
EZB belässt Zinsen unverändert
Keinen
neuen Brennstoff für das Börsenfeuerwerk gab es von der EZB. Der
Leitzins in
der Eurozone bleibt unverändert bei 1,00 Prozent – so wie die
Mehrzahl der
Börsianer und auch ich dies erwarteten. Dafür setzte sich die
Serie der guten
Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt fort. Die Zahl der Erstanträge
auf
Arbeitslosenhilfe sank in der letzten Woche um 15.000 auf
358.000. Die
Analysten hatten im Schnitt 370.000 Neuanträge prognostiziert.
Damit hat die
Hoffnung, dass die Zeit des „jobless recovery“ in den USA vorbei
ist, neue
Nahrung erhalten. In der Tat hat am US-Arbeitsmarkt ein
Beschäftigungsaufbau
begonnen, wenn auch in moderaten Ausmaß. Ich halte es daher für
möglich, dass
die Volkswirte, welche in den USA für die ersten Monate 2012
schwarz malten, in
den nächsten Wochen ihre Prognosen nach oben revidieren werden.
Für die
Aktienmärkte wäre dies eine weitere Stütze auf dem Weg nach
oben.
Japans Aktienmarkt wieder im
Aufwind?
Nach dem
Absturz des japanischen Aktienmarktes nach der
Fukushima-Katastrophe kommen die
Unternehmen allmählich wieder auf die Beine. Die Autobauer
Nissan und Toyota
legten gute Quartalszahlen aufs Parkett, Toyota überzeugte zudem
durch eine
ermutigenden Ausblick. Weitere maßgebliche Faktoren für
japanische Aktien sind
der starke Yen, der einen Teil der Gewinne abgeben könnte und
die Konjunktur in
China, von der jüngst wieder bessere Signale kamen. Ein
schwächerer Yen und ein
starkes China sind auch für japanische Aktien positiv. Aus
charttechnischer
Sicht hat der Topix, der Index für den breiten japanischen
Aktienmarkt, mit dem
Anstieg über den Widerstand bei 780 Yen ein charttechnisches
Kaufsignal
generiert. Dieses muss allerdings noch bestätigt werden, ehe der
runde
Widerstand bei 800 Yen in Angriff genommen werden kann.
Fazit
Mit dem zeitweisen
Anstieg bis an die Marke von 6.800 Punkten hat der DAX den
Aufwärtstrend
fortgesetzt, der sich nach dem Ausbruch über 6.350 Punkte
ankündigte. Aus
charttechnischer Sicht ist die kurzfristige technische Korrektur
nicht
überraschend und kein Beinbruch. Erst ein Unterschreiten der
Marke von 6.350
Punkten wäre wirklich negativ.