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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte sich auch in der neuen Woche kaum von den Krisen in der Welt beirren lassen. Die Anleger hofften weiterhin auf die Unterstützung durch gute Unternehmensnachrichten, hieß es von Marktbeobachtern. Daher dürfte die nun durchstartende Berichtssaison genau verfolgt werden. Allzu großer Optimismus erscheint jedoch fehl am Platz, zumal die Impulse von der US-Geldpolitik voraussichtlich nachlassen werden. Damit könnte der Leitindex unter dem Strich einmal mehr auf der Stelle treten.

Bislang überwiegt aber noch eher die Zuversicht. Die Anleger schienen die Krisenherde in der Ukraine und in Israel weitgehend auszublenden, schrieb Händlerin Sarah Brylewski vom Broker Ayondo. Statt dessen konzentrierten sie sich auf die momentan guten US-Quartalszahlen sowie den konjunkturellen Rückenwind vor allem aus den USA und aus Asien.

KAUM ANLAGEALTERNATIVEN

Auch Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research hält weitere Kursgewinne für möglich: "Der Dax schlägt sich im gegenwärtigen Umfeld mehr als passabel." Zu gering seien offenbar die Anlagealternativen im derzeitigen Niedrigzinsumfeld, zu verlockend die am Aktienmarkt zu erzielenden Kursgewinne und Dividenden.

Skeptischere Töne jedoch schlugen die Analysten der Commerzbank an. Derzeit drückten unter anderem zwei Belastungsfaktoren auf die Stimmung, nämlich das enttäuschende Wirtschaftswachstum in Europa und die Aussicht auf steigende Leitzinsen in den USA: "Bei der Sitzung der US-Zentralbank (Fed) am Mittwoch ist es sicherlich noch nicht so weit, aber die Zinswende der Fed rückt näher - und das schneller, als viele erwartet hatten." Da die US-Wirtschaft derzeit unerwartet stark ausgelastet sei, könnte die Zentralbank ihre konjunkturstützende Nullzinspolitik nun überraschend zügig zurückfahren. Entsprechende Hinweise darauf wird Fed-Chefin Janet Yellen vielleicht bei der Erläuterung des Zinsentscheides liefern.

US-ARBEITSMARKTBERICHT AM FREITAG

Den zukünftigen Kurs der Fed beeinflussen dürften auch die weiteren wichtigen US-Konjunkturnachrichten in der neuen Woche. Die Commerzbank-Analysten hoben dabei besonders den Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe für Juli und den wegweisenden monatlichen Arbeitsmarktbericht hervor. Beide Wirtschaftsdaten werden am Freitag veröffentlicht. Bereits am Mittwoch richtet sich der Fokus auf das Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal und die Beschäftigungsumfrage des privaten Dienstleisters ADP. Diese Erhebung dürfte bereits erste Hinweise auf den offiziellen Jobbericht am Freitag liefern.

Hierzulande steuert der Berichtsreigen der Unternehmen zum zweiten Quartal auf ihren ersten Höhepunkt zu: Am Donnerstag legen gleich sechs im Dax notierte Unternehmen ihre Zahlen vor. Es sind dies der Autozulieferer Continental , der Medizinkonzern Fresenius und dessen Tochter FMC , die Fluggesellschaft Lufthansa , der Elektrokonzern Siemens und der Autobauer Volkswagen (VW) . Hinzu kommen noch einige Werte aus der zweiten Reihe wie der Baukonzern Hochtief , das Modeunternehmen Hugo Boss oder der Handelskonzern Metro .

DEUTSCHE BANK MIT ZAHLEN AM DIENSTAG

Zur Wochenmitte öffnen mit dem Chemie- und Pharmakonzern Bayer , dem Chiphersteller Infineon und dem Baustoffkonzern HeidelbergCement drei Dax-Unternehmen ihre Bücher. Unter den Schwergewichten im Index der mittelgroßen Werte MDax dürften der Flugzeugbauer Airbus und der Lichtspezialist Osram mit ihren Quartalszahlen für Aufmerksamkeit sorgen.

Bereits am Dienstag stehen die Geschäftszahlen des Industriegase-Spezialisten Linde und der Deutschen Bank im Blick. Dabei sei womöglich nach all den schlechten Nachrichten der letzten Monate sogar eine Überraschung drin, meinte Brylewski. Denn die US-Banken hätten gezeigt, wie man in der aktuellen Börsenphase Geld verdienen kann./la/ajx/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---



 

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