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FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger am Montag vergeblich auf einen ersehnten Jahresendspurt gewartet. Nach einem frühen Angriffsversuch auf die schwierige Hürde von 13 200 Punkten verließ den Dax der Schwung. Gebremst vom steigenden Euro, der Exporte erschwert, gab der deutsche Leitindex am Ende um 0,23 Prozent auf 13 123,65 Punkte nach. Auch ein mutmaßlicher Terroranschlag mit Verletzten in New York drückte etwas auf die Stimmung.

Der Dax konnte damit nicht an seine solide Tendenz aus der Vorwoche anknüpfen, als er mehr als 2 Prozent zugelegt hatte. Für mehr Luft nach oben müsse er Marktteilnehmern zufolge endlich die Schwelle bei 13 200 Punkten knacken, an der er in den vergangenen Wochen immer wieder gescheitert war. Zurückhaltend agierten Anleger auch wegen zahlreicher Zinsentscheide, die im Wochenverlauf in den USA und Europa erwartet werden.

Ähnlich groß wie beim Dax waren auch die Verluste in der zweiten Börsenreihe. Der MDax der mittelgroßen Werte schloss 0,24 Prozent tiefer bei 26 114,40 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,25 Prozent auf 2508,56 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 lag mit 3582 Punkten in ähnlichem Maße im Minus wie seine deutschen Indexkollegen.

Den Auftakt in einer spannenden Woche macht auf Notenbankenseite die Fed am Mittwoch. Am Markt wird damit gerechnet, dass die US-Währungshüter erneut an der Zinsschraube drehen werden. Marktbeobachter Jochen Stanzl von CMC Markets sieht eine "große Unbekannte" daher vor allem in möglichen Aussagen zum kommenden Jahr. In Europa hingegen werden am Donnerstag unter anderem von der EZB keine großen Entscheidungen erwartet.

Auf Unternehmensseite führten zu Wochenbeginn die Siemens-Aktien den Dax mit einem Kursplus von etwa 1,5 Prozent an. Sie profitierten dabei von einer Kaufempfehlung durch die Investmentbank Morgan Stanley. Analyst Ben Uglow sieht in dem für das erste Halbjahr 2018 geplanten Börsengang der Medizintechnik-Sparte einen Kurstreiber für die Aktien des Industriekonzerns.

Schlusslicht im Dax waren die Adidas-Aktien , die letztlich mit 3 Prozent unter Druck gerieten. Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank verwies bei den vor einigen Monaten noch rekordhohen Aktien auf Umschichtungen zum Jahresende sowie auf vermehrte Sorgen um zyklische Einzelhandelstitel. Beim Schlussstand von 175 Euro sprach ein Börsianer vom Test einer wichtigen Unterstützung. Mit 174,20 Euro hatten sie am Montag schon kurz darunter gelegen und so den tiefsten Stand seit Juli erreicht.

Im MDax wurden die Aktien von Wacker Chemie beflügelt von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Sie knüpften an ihren starken Lauf der vergangenen Woche an und verteuerten sich nochmals um 5,67 Prozent. Erstmals seit mehr als sechs Jahren standen sie wieder über der Marke von 150 Euro.

Ansonsten blieb dort das Steinhoff-Papier im Mittelpunkt - vor allem bei Schnäppchenjägern. Die Aktie des Möbelkonzerns erholte sich um 24 Prozent von ihrem Kurseinbruch in der Vorwoche. Nachdem das Unternehmen wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ins Visier der Ermittler geraten war, hieß es nun in informierten Kreisen, dass Aufsichtsratschef Christo Wiese mit Banken über ein Stillhalteabkommen bei einem Milliardendarlehen verhandele.

Im TecDax waren derweil Biotech-Unternehmen sehr gefragt, wie prozentual zweistellige Kursgewinne bei einigen Indexwerten zeigten. Medigene hatte eine neue strategische Partnerschaft bei der Krebsforschung vermeldet - die Papiere rückten um mehr als 10 Prozent vor. Bei Evotec verwiesen Börsianer angesichts eines Kursgewinns von mehr als 12 Prozent auf eine fortgesetzte Erholungsbewegung.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Freitag auf 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 141,72 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,11 Prozent auf 163,62 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1796 (Freitag: 1,1742) US-Dollar fest./tih/das

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---



 

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