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Meldung

Under Armour (WKN: A0HL4V) wurde von bullischen Analysten einst als „next Nike“ gefeiert. Danach verblasste das Unternehmen jedoch und die Aktie verlor in den letzten fünf Jahren die Hälfte ihres Werts. Schauen wir doch mal, wie es dazu kommen konnte, und ob die nächsten fünf Jahre besser laufen werden oder nicht.

Under Armour hat in den letzten fünf Jahren mehrere große Fehler gemacht. Zuerst war der Gründer und CEO Kevin Plank versessen darauf, dass UA ein Technologieunternehmen sei und nicht etwa ein Schuh- und Bekleidungshersteller.

Harte fünf Jahre

Plank sagte, dass die Produkte der UA aus futuristisch anmutenden Materialien wie „aufgeladenem Schaumstoff“ hergestellt wurden, und steckte Geld in Wearables und Fitness-Apps. Die angeschlossene Geschäftseinheit entwickelte sich aber schnell zu einem Flop und 2017 begann UA endlich damit, diese Bereiche dicht zu machen.

UA reagierte zudem nicht auf die Kritik der Verbraucher an ihren Designs, insbesondere am Curry, dem wichtigsten Schuhmodell. UA stellte Anfang des Jahres einen neuen Chefdesigner ein, um hier voranzukommen, aber es ist nicht klar, ob das Unternehmen damit auch wieder Kunden gewinnen kann.

UA blieb zu abhängig vom nordamerikanischen Markt, der im vergangenen Quartal noch 69 % des Umsatzes ausmachte. Dadurch wirkte sich der Bankrott von Sports Authority im Jahr 2016 besonders schlimm aus. Und die aggressiven Nordamerikapläne von Nike (WKN: 866993) und Adidas (WKN: A1EWWW) helfen auch nicht gerade. UA versuchte, das Geschäft weg von den Schuhen zu diversifizieren, und baute deswegen die Bekleidungssparte aus, aber auch hier war die harte Konkurrenz von Lululemon, Nike, Adidas und anderen Herstellern zu spüren.

2016 behauptete Plank, dass Under Armour seinen Jahresumsatz bis 2018 auf 7,5 Mrd. US-Dollar fast verdoppeln würde. Die tatsächliche Zahl betrug nur 5,2 Mrd. US-Dollar, was einem Wachstum von nur 4 % gegenüber 2017 entspricht. Dann stellte sich Plank auch noch öffentlich hinter US-Präsident Trump, was viele vergraulte. All diese Fehlentscheidungen führten dazu, dass das Wachstum von Umsatz und Betriebsergebnis auf dem Tiefpunkt angekommen ist:

Wachstum ggü. Vorjahr 2014 2015 2016 2017 2018
Umsatz 34 % 28 % 22 % 3 % 4 %
Operative Einnahmen 34 % 15 % 3 % (93 %) nicht ermittelt (Verlust)

Quelle: Einnahmeberichte von UA

Werden die nächsten fünf Jahre besser werden?

Under Armour will sein nordamerikanisches Geschäft verbessern, die Präsenz in anderen Märkten ausbauen, seinen Direct-to-Consumer (DTC)-Umsatz steigern und sein Bekleidungsgeschäft ausbauen – bei gleichzeitiger Kostensenkung und verbesserten Margen.

Das Ergebnis von UA im zweiten Quartal zeigte jedoch, dass keine dieser Initiativen auch funktionierte. Der Umsatz in Nordamerika sank im vierten Quartal in Folge jährlich, das internationale Umsatzwachstum beschleunigte sich nicht, der DTC-Umsatz wuchs bloß um 2 % und der Absatz von Bekleidung sank um 1 %.

Während der Telefonkonferenz sagte Plank, dass der Turnaround bei UA so wäre, als wolle man „während der Fahrt einen Reifen wechseln“. Dieser Vergleich weckte nicht viel Vertrauen, denn ein Fahrer, der während der Fahrt die Reifen wechselt, dürfte wohl nur einen Unfall bauen.

Nike und Adidas stellen für Under Armour eine große Bedrohung dar. Beide Wettbewerber arbeiten seit vielen Jahren Turnaround-Pläne durch, um ihre DTC-Kanäle und ihre Präsenz in wachstumsstärkeren Märkten auszubauen. Beide Wettbewerber haben zudem größere F&E- und Marketingbudgets und eine beeindruckendere Liste von Promis, mit denen sie zusammenarbeiten. Nike und Adidas erzielen beide ein stärkeres Wachstum als UA und dieser Abstand könnte sich vergrößern, solange UA nicht vom Fleck kommt.

In den USA können die Teenager nicht gerade viel mit den Produkten von Under Armour anfangen. Piper Jaffrays jüngste Umfrage aus der Reihe „Talking Stock with Teens“ ergab, dass Nike, Vans und Adidas die drei führenden Schuhmarken für Teenager waren – UA kam nicht einmal unter die Top 5.

Analysten erwarten derzeit, dass der Umsatz von UA in diesem Jahr nur um 3 % und im nächsten Jahr um 5 % steigen wird. Es wird jedoch erwartet, dass das Ergebnis in den nächsten fünf Jahren um durchschnittlich 36 % jährlich steigen wird, da sich das Unternehmen auf Kostensenkungen konzentriert.

Basierend auf dieser Prognose hat UA für die nächsten 5 Jahre einen PEG-Wert von 1,8. Ein PEG-Verhältnis unter 1 gilt als unterbewertet, so dass die Aktie der UA im Vergleich zu ihrem Wachstumspotenzial nicht wirklich günstig ist. Dies spiegelt sich auch in UAs Forward-P/E von 42 wider, das viel höher ist als Nikes Forward-P/E von 24 und Adidas’ Forward-P/E von 25.

Wo wird Under Armour in fünf Jahren stehen?

Ich denke, dass Under Armour auch in fünf Jahren noch eine wichtige Schuh- und Bekleidungsmarke sein wird. Allerdings sind die Zeiten des Wachstums vorbei, trotzdem wird die Aktie noch immer wie ein Wachstumswert gehandelt. UA wird weiterhin ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich erzielen, dürfte aber Schwierigkeiten haben, den Ausbau des Geschäfts in anderen Märkten sowie dem margenschwächeren B2C-Geschäft mit seinen Kostensenkungsplänen auszugleichen. Daher glaube ich, dass die langfristigen Prognosen für ein zweistelliges Ergebniswachstum in den nächsten fünf Jahren zu optimistisch sein könnten.

Under Armour hinkte in den letzten fünf Jahren Nike, Adidas und dem S&P 500 hinterher und ich gehe davon aus, dass dieser Trend sich in den nächsten fünf Jahren fortsetzen wird. Investoren, die sich für den Schuhmarkt interessieren, sollten sich eher an Nike und Adidas halten.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Lululemon Athletica, Nike und Under Armour. Leo Sun besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 11.8.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2019

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