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Meldung
Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Wegen einer zunehmenden Flut von Hasskommentaren, Propaganda, Spam und Fake-News in ihren Diensten stehen Facebook (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX, Ticker-Symbol: FB2A, NASDAQ-Symbol: FB) wie auch der Nachrichtendienst Twitter (ISIN: US90184L1026, WKN: A1W6XZ, Ticker-Symbol: TWR, NYSE-Symbol: TWTR) seit geraumer Zeit in der Kritik, so Ralph Baumann, Head of Research, Shareholder Value Management AG.


US-Bürgerrechtsorganisationen hätten Firmen in der Kampagne #StopHateForProfit Mitte Juni zu einem Werbeboykott gegen Facebook aufgerufen mit dem Ziel, Facebook zu einem härteren Durchgreifen gegen Hassbotschaften und rechten Terror auf seinen Seiten zu bewegen. Mit dem Werbeboykott solle Facebook an einer empfindlichen Stelle getroffen werden, da der Konzern mehr als 98 Prozent seiner Umsätze durch Werbeeinnahmen generiere. Die Aktie sei im Juni zunächst eingebrochen, nachdem mehrere große Werbepartner - darunter adidas (ISIN / WKN ), Coca-Cola (ISIN US1912161007 / WKN 850663 ), Microsoft (ISIN US5949181045 / WKN 870747 ) und Sony (ISIN JP3435000009 / WKN 853687 ) - angekündigt hätten, sich an dem Boykott zu beteiligen. Die Kursschwäche sei jedoch nur von kurzer Dauer gewesen, da sich Facebooks Werbeeinnahmen auf mehr als 8 Millionen Kunden verteilen würden und damit breit diversifiziert seien. Der Umsatzanteil der 100 größten Kunden sei kleiner als 20 Prozent, die zehn größten Kunden würden einen Umsatzanteil von weniger als zwei Prozent liefern.

Als Reaktion auf den Boykott und den wachsenden öffentlichen Druck habe Facebook prompt verschiedene Schritte eingeleitet, um den Bedenken der Werbepartner gerecht zu werden. Facebook-CEO, Mark Zuckerberg, habe einen Plan vorgelegt, der unter anderem eine Task-Force zur besseren Information von Wählern in den 72 Stunden vor einer Wahl vorsehe. Weitere Maßnahmen seien die Verbesserung der automatisierten Identifikation und Entfernung von nicht konformen Beiträgen, unter anderem durch den Einsatz von Machine Learning. Auch solle der Umgang mit nicht konformen Beiträgen, die aufgrund übergeordneter Interessen bislang auf der Plattform belassen würden, zum Beispiel weil der Verfasser eine Person des öffentlichen Lebens sei, überprüft und angepasst werden.

Facebook stelle sich diesen Herausforderungen weiterhin, um die Neutralität der Plattform zu gewährleisten. Bereits in der Vergangenheit seien Kontrollorgane eingeführt worden. So fange Facebook derzeit schon fast 90 Prozent der Hasskommentare vor Veröffentlichung ab und arbeite mit unabhängigen und zertifizierten Partnern für die Prüfung von verdächtigen Inhalten.

Für Anleger bleibe abzuwarten, ob sich der Boykott der Werbepartner über die Sommermonate bis ins dritte Quartal fortsetzen werde. Für die größeren Werbepartner werde diese Entscheidung hauptsächlich von den Reaktionen und konkreten Handlungen abhängen, die Facebook jetzt anstrebe. Die letzten Gespräche mit Initiatoren des Werbeboykotts seien zunächst ohne eine Annährung verlaufen. Allerdings sei grundsätzlich positiv, dass Facebook das Problem erkannt und einen Lösungswillen signalisiert habe.

Die Experten von Goldman Sachs sähen ein mögliches Risiko in dem erhöhten Preisdruck, den Werbepartner durch das angekratzte Image auf Facebook ausüben könnten. Eine solche Entwicklung könnte Auswirkungen auf die Umsätze nach sich ziehen. Andere Experten würden jedoch davon ausgehen, dass die Auswirkungen des Werbeboykotts ein temporäres Phänomen sein würden.

Wir erwarten durch den Boykott keine kurzfristigen negativen Implikationen, so Ralph Baumann, Head of Research, Shareholder Value Management AG. Die breite Werbekundenbasis stelle bis auf weiteres einen starken Wettbewerbsvorteil dar. Mittel- bis langfristig bleibe die Entwicklung jedoch abzuwarten. Sollte der Boykott weitere Kreise ziehen und das Image von Facebook nachhaltig schädigen, könnte Facebook wegen des bereits beschriebenen Preisdrucks Probleme bekommen.

Börsenplätze Facebook-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Facebook-Aktie:
215,00 EUR -0,78% (10.07.2020, 10:48)

Xetra-Aktienkurs Facebook-Aktie:
214,85 EUR +0,47% (10.07.2020, 10:34)

Nasdaq-Aktienkurs Facebook-Aktie:
244,50 USD +0,38% (09.07.2020, 22:00)

ISIN Facebook-Aktie:
US30303M1027

WKN Facebook-Aktie:
A1JWVX

Ticker-Symbol Facebook-Aktie Deutschland:
FB2A

NASDAQ-Symbol Facebook-Aktie:
FB

Kurzprofil Facebook Inc.:

Facebook Inc. (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX, Ticker-Symbol: FB2A, NASDAQ-Symbol: FB) ist ein US-Unternehmen mit Sitz in Menlo Park, Kalifornien. Der Gesellschaft gehört das soziale Netzwerk Facebook. Am 18. Mai 2012 ging Facebook an die Börse. Die Facebook-Nutzung ist für Mitglieder kostenlos, die Einnahmen bringt vor allem das Werbegeschäft. In den USA hat Facebook den größten Anteil am Markt für Bannerwerbung. Unternehmensplänen zufolge sollen künftig aber auch neue E-Commerce-Angebote in den Dienst integriert werden. (10.07.2020/ac/a/n)



 

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