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Mit großen Rabatten läutet der Handel in den USA rund um Black Friday traditionell das große Weihnachtsgeschäft ein.
Viele Anbieter kommen in den wenigen Tagen auf rund 10 Prozent ihrer Jahreseinnahmen. Das hat Auswirkungen auf die Kurse der Aktien.
23. November 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Mit dem heutigen Erntedankfest beginnt in den USA für viele die heiße Phase der Weihnachtseinkäufe. Zwar bleiben die Geschäfte am für Amerikaner bedeutenden Feiertag größtenteils geschlossen. "Der Online-Handel lockt dennoch mit massiven Sonderangeboten", bemerkt Walter Vorhauser. Das spüle viel Geld in die Bücher von Plattformen wie Amazon (WKN 906866) und Ebay (WKN 916529). 

Zudem würden die Menschen an den Folgetagen wie gewohnt in die Läden der Städte strömen und auch dort die Kassen klingeln lassen. Insbesondere am Black Friday drängten Schnäppchenjäger wie eine "schwarze Masse" durch die Einkaufsstraßen. "Für Einzelhändler ist das eine ganz wichtige Zeit und oftmals ein Gradmesser für künftiges Wachstum", meint der Händler der Oddo Seydler Bank. Immerhin kämen viele in den wenigen Tagen auf rund 10 Prozent ihrer Jahresumsätze. 

Statistisch gesehen stabilisieren sich auch die Aktienkurse in dieser Zeit, wie Matthias Hüppe von der HSBC vorrechnet. Während der Thanksgiving-Woche komme die Rendite des S&P 500 seit 1945 auf durchschnittlich 0,69 Prozent. Die Trefferquote beziffert der Analyst mit 71 Prozent. Im kürzeren Betrachtungszeitraum von Mittwoch bis Freitag hätten die Kurse im Schnitt 0,4 Prozent bei einer Eintrittswahrscheinlichkeit von eindrucksvollen 80 Prozent gut gemacht.

Naturkatastrophen stützen Heimwerker-Branche

Für Baumarktketten wie Home Depot (WKN 866953) wirkt sich zudem der Renovierungsbedarf nach Naturkatastrophen positiv auf ihre Bilanzen aus. "Wirbelstürme, Waldbrände und das Erdbeben in Mexiko kurbelten den Absatz für Baumaterialien an", weiß Vorhauser. Dadurch habe sich der Gewinn von Home Depot im dritten Quartal um 10 Prozent auf 2,2 Milliarden US-Dollar verbessert. Der Umsatz des Konzerns sei um knapp 8 Prozent auf 25 Milliarden US-Dollar angewachsen. Für das Gesamtjahr habe das Management die Prognose nach oben angepasst. "Von den guten Zahlen profitieren die Aktionäre. Home Depot schüttet eine Quartalsdividende von 89 US-Cents pro Anteil aus." Die Aktie der mit rund 400.000 Mitarbeitern und knapp 2.300 Filialen in Nordamerika, China, Mexiko, Guam, den Virgin Islands und Puerto Rico weltgrößten Baumarktkette ist derzeit für 145 Euro zu haben. "Seit September hat der Wert gut zugelegt." 

Vorbereitung auf die Fußball-WM
 

Nach der Cyber Woche ist für Sportartikelhersteller wie Nike (WKN 866993) vor der nächsten Großsportveranstaltung. Vom 14. Juni bis 15. Juli 2018 findet in Russland die Fußball-Weltmeisterschaft statt. "Als Sponsor von zehn teilnehmenden Teams - darunter Titelanwärter wie Frankreich und Brasilien - bereitet sich Nike intensiv darauf vor", beobachtet Vorhauser. 

Zwar laufe das Geschäft der Amerikaner derzeit auch aufgrund starker Konkurrenz etwa von Adidas (WKN A1EWWW) und Under Armour (WKN A0HL4V) nicht so berauschend. Insbesondere auf dem Heimatmarkt schwächele Nike. Stagnierende Umsätze und ein um 24 Prozent gefallener Überschuss im letzten Quartal mache sich an der Börse bemerkbar. "Die Aktie ist größtenteils hinter dem Markt hergelaufen." Dennoch bezeichnet der Händler Nike als interessant. Der Ausblick sei positiv und der Konzern zahle eine Dividende von 20 US-Cent pro Aktie.

VorhauserVorhauser
 

Luxus zieht immer

Vor dem Hintergrund weltweit steigendem Wohlstand erzielt der Luxuskonzern LVMH (WKN 853292) in diesem Jahr gleichbleibend gute Geschäfte. Abzulesen ist dies laut Roland Stadler von der Baader Bank unter anderem am kräftigen Gewinnsprung im dritten Quartal. Mit wohlklingenden Marken wie Louis Vuitton, Moet und Hennessy, Dom Pérignon und Christian Dior habe der französischen Branchenriese 10,4 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspreche einem Plus von 13,6 Prozent. "Der Ausblick stimmt ebenfalls." Die guten Geschäfte spiegeln sich im Börsenkurs wider. Die Aktie legte seit Jahresbeginn von 181 auf 248 Euro zu, was einem Zuwachs von 37 Prozent entspricht. 

Chinesen legen vor
 

Was den Amerikanern der Black Friday ist, zelebrieren die chinesischen Verbraucher jährlich am 11. November, dem Tag der Alleinstehenden. "Gegenüber den Verkaufsrekorden in China wirken die Umsätze von 2,5 Milliarden US-Dollar in den USA am vergangenen Black Friday fast verloren", meint Stadler. Im Laufe des Singles Day seien in diesem Jahr allein beim Online-Händler Alibaba (WKN A117ME) Waren in der Größenordnung von umgerechnet 21,8 Milliarden Euro über den Tisch gegangen. Alibaba habe vor acht Jahren damit begonnen, seinen Kunden an dem Tag für 24 Stunden hohe Preisnachlässe zu gewähren. Mittlerweile spiele die Konkurrenz mit, wodurch sich der Tag zu einer großen Rabattschlacht gemausert habe. "Öffentliche Anlässe wie diese zahlen sich aus."

StadlerStadler
 
Von: Iris Merker
23. November 2017, © Deutsche Börse AG




 

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