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Meldung

Bisher hat sich die Monsanto-Übernahme für Bayer (WKN: BAY001) noch nicht ausgezahlt. Ganz im Gegenteil: Seitdem die Transaktion im Juni 2018 für 63 Mrd. US-Dollar vollendet wurde, musste der Konzern eine Klage nach der nächsten hinnehmen.

Zuletzt haben wir darüber berichtet, wie Bayer im Glyphosatfall aktuell hinter den Kulissen mit dem bekannten Chefermittler Ken Feinberg verhandelt. Er könnte sich aller Voraussicht nach bald über einen Vergleich in Höhe von gehandelten 8 bis 10 Mrd. US-Dollar lösen lassen.

Die mögliche Falllösung ist einer der Hauptgründe, warum die Bayer-Aktie in den vergangenen Monaten deutlich steigen konnte. Doch kaum kam etwas Hoffnung auf, muss Bayer auch schon wieder über neuen Ärger berichten. Erfahre, was dahintersteckt und wie schlimm der neue Fall wirklich ist.

Jury hält Bayer für schuldig

In einem neuen Urteil geht es um den Unkrautvernichter Dicamba, der in seinen Vorgängerversionen schon seit 1965 auf dem Markt ist. Allerdings wurde dessen Einsatz in den letzten Jahren massiv ausgedehnt. Das Mittel ist sehr flüchtig, sodass es nur von geschultem Personal ausgebracht werden darf. Bei einem Einsatz kann es schnell auf angrenzende Felder entfliehen. Dicamba wird vor allem bei speziell von Monsanto (Bayer) gezüchtetem Sojabohnen- und Baumwollsaatgut eingesetzt, welches das Mittel verträgt, alle anderen Pflanzen aber nicht.

Genau dies beklagt nun der Pfirsichgroßbauer Bill Bader aus Missouri (USA), der durch einen Schuldspruch gegen Bayer und BASF (WKN: BASF11) zunächst eine Strafzahlung in Höhe von 265 Mio. US-Dollar erwirken konnte. Er beklagt, aufgrund eines Dicamba-Einsatzes auf Nachbarfeldern starke Ernteverluste, die er dem Mittel anlastet.

Dabei liegt der eigentliche Schaden nur bei 21 Mio. US-Dollar. Das Gericht sprach allerdings eine Strafzahlung in Höhe von 250 Mio. US-Dollar zuzüglich 15 Mio. US-Dollar für den Ernteverlust aus.

Wie schlimm ist der Fall wirklich?

Ähnlich wie bei Glyphosat könnte dieser erste Schuldspruch schnell ausufern, denn aktuell liegen bereits weitere etwa 140 Dicamba-Klagen vor, die weitere Milliardenstrafzahlungen nach sich ziehen könnten. Dies wäre der schlimmste Fall, in dem allerdings BASF deutlich mehr als Bayer zahlen müsste, weil das Unternehmen der größere Dicamba-Produzent ist.

Doch Bayer gibt sich schon mit dem aktuellen Urteil nicht zufrieden und wird deshalb in Berufung gehen. Der Konzern hält den Schuldspruch für sehr fragwürdig, denn der Bauer konnte für seine Klage „keine qualifizierten Beweise“ vorlegen. Bayer geht vielmehr davon aus, dass Pilzbefall und schlechte Wetterbedingungen der Hauptgrund für den Ernteausfall sind.

Vorstellbar ist also, dass Bayer in diesem konkreten Fall am Ende sehr viel weniger zahlen muss. Dennoch werden nun sehr wahrscheinlich, ähnlich wie bei Glyphosat, die Folgeklagen in die Höhe schnellen. Deshalb ist aktuell schwer absehbar, wie schwer die Dicamba-Problematik am Ende wiegen wird.

Fazit

In den USA wurde Bayers Dicamba-Zulassung nur bis Ende 2020 verlängert, sodass (aufgrund der aktuellen Klagen) zukünftig ein Verkaufsverbot vorstellbar ist. Denkbar ist aber auch ein Anwendungsverbot in Kombination mit Monsantos Spezialsaatgut, sodass der Dicamba-Einsatz wieder verringert wird.

Die zahlreichen bisherigen Glyphosat- und Dicamba-Urteile und -Klagen sollte Bayer nicht ignorieren. Viele Bürger lehnen zu gefährliche Mittel ab, weil sie gesundheitsschädlich sind und letztendlich in die Nahrungskette gelangen. Die Zeit scheint reif für neue intelligentere Schädlingsbekämpfungs- und Unkrautvernichtungsmittel. Bayers aktuelle „Mit dem Kopf durch die Wand“-Strategie in Form von „Die Mittel sind sicher“ ist dagegen fragwürdig und langfristig sicherlich nicht der beste Weg.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020

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