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Meldung

Bei einem breiten Blick auf unseren heimischen Leitindex, den DAX, fällt eine Sache ziemlich zügig auf. Die drei deutschen Autobauer, Daimler (WKN: 710000), BMW (WKN: 519000) und Volkswagen (WKN: 766403) sind im Vergleich zu vielen der anderen dort gelisteten Aktien gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) deutlich günstiger.

BMW kommt gegenwärtig (20. April) beispielsweise auf ein einstelliges KGV von gerade einmal 7, die beiden anderen Hersteller weisen vergleichbare Werte auf.

Doch woran liegt es, dass die Autobauer hier mit so einem Abschlag gehandelt werden? Finden wir es heraus!

Das zyklische Geschäftsmodell

Insgesamt drei vordergründige Aspekte sind mir bei meinen Recherchen quasi direkt ins Auge gesprungen. Der Erste hängt hierbei mit der Art des Geschäftsmodells der drei Autobauer zusammen.

Bei der Autoindustrie handelt es sich nämlich um ein Paradebeispiel einer zyklischen Branche. Sprich, in Boom-Phasen erleben die Autobauer tendenziell bessere Zeiten, während sie in abnehmenden makroökonomischen Gefilden, beziehungsweise gar einer Rezession vom Grundsatz her stärker unter die Räder geraten als nicht-zyklische Aktien.

Begründet liegt dieser Umstand selbstverständlich in dem Konsumverhalten von uns Menschen und anderen Wirtschaftsakteuren. Läuft die Wirtschaft rund und stehen viele Menschen in Lohn und Brot wird sich der eine oder andere eher überlegen, sich ein Auto anzuschaffen, als wenn man um seinen Job oder die Aussicht seines Unternehmens bangen muss.

Solche schwierigeren Phasen werden daher oft in die Bewertungen der Autobauer eingepreist. Ob die gegenwärtige fundamentale Bewertung gerechtfertigt ist, ist natürlich eine andere Frage. Aber die Zyklizität ist ein wesentlicher Grund für die vergleichsweise günstigen Bewertungen.

Kapitalintensives Geschäft

Auch der zweite Grund hängt mit dem Geschäftsfeld zusammen. Wie unter anderem relativ junge Meldungen verdeutlichen, ist das Automobilgeschäft sehr kapitalintensiv.

BMW hat so beispielsweise Ende Herbst des letzten Jahres verkündet, dass man auch weiterhin massiv in die Forschung und Entwicklung investieren müsse. Insgesamt würden 6,5 bis 7 % vom Umsatz allein in diese Aufwandskategorie hineinfallen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. In absoluten Zahlen bedeute dies ein Geldberg von rund 7 Milliarden Euro.

Auch Daimler und Volkswagen haben gewiss ähnlich hohe Forschungs- und Entwicklungskosten, die sich die Autobauer leisten müssen, um nicht den Anschluss innerhalb einer sich wandelnden Branche zu verlieren. Ein gutes Stichwort übrigens zu dem letzten Aspekt.

Eine Branche mit vielen Fragezeichen

Denn natürlich belasten auch die ungewissen Aussichten im Automobilsegment. Begriffe wie Elektromobilität, Car-Sharing und Mobilitätsdienstleister, Auto-Flatrates und dergleichen umkreisen gegenwärtig die gesamte Branche.

Wer sich vor allem bei den Mobilitätsdiensten und den Elektrofahrzeugen nachhaltig durchsetzen können wird, ist nach wie vor ein großes Fragezeichen. Auch deshalb werden wohl viele Auto-Aktien mit einem niedrigeren KGV bewertet.

Auch wenn das klassische Geschäftsfeld rund läuft, weiß niemand, wie lange diese Situation noch bestehen bleiben wird. Und wie wir alle wissen, hassen Investoren eigentlich nichts mehr als die schwelende Ungewissheit.

Wirtschaftszyklen, Kapitalintensität und ungewisse Aussichten…

… das ist im Grunde der Dreiklang, weshalb sich so mancher Investor gegenwärtig nicht so recht aus der Reserve locken lassen will und den einen oder anderen Automobilwert zumindest aus fundamentaler Sicht nicht höher bepreist.

Ob die Gründe gerechtfertigt sind, muss selbstverständlich jeder Investor selbst beurteilen. Aber wer weiß, vielleicht lockt hier ja auch gerade langfristig – vor allem wenn einem die Zyklen nichts ausmachen – sogar die eine oder andere attraktive, dividendenstarke Chance?

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Vincent besitzt Aktien von BMW. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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