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Wenn sinnlos mit Wasserstoffaktien gezockt wird, „Kryptowährungen“ neue Rekorde erzielen und immer mehr Unternehmen zum Zwanzigfachen ihres Umsatzes gehandelt werden, dann wissen erfahrene Anleger, dass etwas im Busch sein könnte. Mit dem dramatischen Machtwechsel im Weißen Haus dürfte dieses Mal auch eine Neubewertung an den Börsen einhergehen.

Es könnte eine Rückbesinnung auf echte Werte anstehen. Hier sind drei Aktien, die für stabile Cashflows stehen und zudem Chancen für Kurssteigerungen bieten.

E.ON

Was haben Wasserstoff, erneuerbare Energien, Ladenetze und Energiespeicher gemeinsam? Sie alle sind Teil der neuen dezentraleren Energiewelt — und E.ON ist mittendrin. Als führender Energieversorger gestaltet E.ON (WKN: ENAG99) die Zukunft der Energie, indem Windparks, Solaranlagen, Lithiumbatterien und Schnellladestationen an die Stromverteilnetze angedockt und die Gasnetze für die Wasserstoffwirtschaft fit gemacht werden.

Mit 53 Millionen Kunden und einem Anlagevermögen von 33 Mrd. Euro generiert E.ON solide Betriebsgewinne im Bereich von 4 Mrd. Euro. Zukünftig könnte es noch deutlich mehr werden, selbst, wenn die Konjunktur stottern sollte. Das Heben der Synergien aus der Fusion mit Innogy steht noch am Anfang und an den milliardenschweren Investitionen in die Energiewende kann E.ON sowohl indirekt als auch direkt partizipieren.

Schließlich ist E.ON beispielsweise mit eigener Ladetechnik gut positioniert, um von der Elektromobilität doppelt zu profitieren. Außerdem eignen sich dezentrale Energienetze hervorragend für den Einsatz von Blockchain-Technologie und E.ON ist mit einigen spannenden Pilotprojekten am Start.

Auch die immer stärkere Bilanz spricht dafür, dass E.ON sein Versprechen, zukünftig steigende Dividenden auszuschütten, einhalten kann. Von daher können Anleger bei Einstiegskursen von unter 9 Euro mit der E.ON-Aktie ruhig schlafen.

JDE Peet’s

Dass die Aktie von JDE Peet’s (WKN: A2P0E9) in Amsterdam gelistet wurde, hat sie genauso aus dem Rampenlicht herausgehalten wie Götze bei PSV. Entsprechend unmotiviert dümpelt der Kurs seither vor sich hin. Für strategische Investoren bedeutet das jedoch, dass sie heute immer noch günstig bei diesem Kaffee- und Tee-Star einsteigen können.

Heißgetränke werden immer getrunken, egal ob im Büro, auf Achse oder im Homeoffice, und zwar sowohl in Krisen- als auch in Boom-Zeiten. Und dabei werden margenstarke Spezialitäten immer beliebter. Vor allem bei den Einzelportionssystemen läuft es blendend. Aktuell wird die Produktionskapazität für Aluminiumkapseln um 60 % erhöht.

Hinzu kommt, dass das Kaffeehaus-Geschäft bald zurückkommen sollte, das pandemiebedingt Schaden genommen hat. Soweit die Impfkampagnen von Erfolg gekrönt werden, ergeben sich für JDE Peet’s gute Expansionsmöglichkeiten auf diesem Feld. Ergänzend dazu sollte auch die kürzlich vereinbarte internationale Zusammenarbeit mit HAVAS Media dafür sorgen, die vielen Marken noch besser zu positionieren, um ihr Potenzial auszuschöpfen.

Beim Kurs von 32 Euro liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei etwa 2,4. Für einen cashflowstarken Konzern mit dieser Qualität ist das nicht viel.

Deutsche Telekom

Der Kurs der Telekom-Aktie zeichnet sich vor allem durch seine Seitwärtsbewegung aus — und das schon seit vielen Jahren. Investoren werden immerhin durch eine ordentliche Dividende getröstet. Außerdem verfügt der größte europäische Telekommunikationskonzern über eine große Kundenbasis, die für zuverlässige Barmittelzuflüsse sorgt. Der mäßige Aktienkurs und die gute Cashflow-Situation sorgen schon einmal für eine gute Unterfütterung des Kurses der Deutschen Telekom (WKN: 555750).

Als Ursache für die mäßige Kursentwicklung hatte ich im August vier Gründe identifiziert:
– die langlaufenden hochverzinslichen Anleihen, welche einen bedeutenden Teil des Betriebsgewinns auffressen,
– die katastrophale Entwicklung der britischen Beteiligung BT Group (WKN: 794796),
– Wirbel um 5G,
– hohe Dividendenausschüttungen.

An der Anleihensituation hat sich zwischenzeitlich kaum etwas getan, außer, dass das Ende der Laufzeiten wieder einige Monate nähergerückt ist. Dafür hat die BT Group Anfang November zum Comeback angesetzt und ist seither um rund 40 % gestiegen. Der 12,1 %-Anteil wertete damit immerhin um mehr als 500 Mio. Euro auf. Daneben hat sich der drohende Ärger bei 5G weitgehend gelegt. T-Mobile US (WKN: A1T7LU) soll nun voll durchstarten und in Europa geht es zügig voran.

Was die Dividenden angeht, sieht es für mich so aus, dass die Ausschüttungsquote zukünftig dank schneller wachsender Gewinne zurückgehen könnte. Damit wäre es möglich, den Schuldenberg schneller abzutragen, was auf lange Sicht das Finanzergebnis stützen würde. Dafür spricht auch die starke Innovationspipeline rund um die Stichworte Edge-Computing, Internet der Dinge und Streaming.

Nach unten abgesichert und nach oben Chancen

Starke Cashflows, faire Bewertungskennzahlen und interessante Wachstumstreiber könnten jetzt genau das richtige Rezept sein, um über die turbulenten kommenden Monate zu kommen. E.ON, JDE Peet’s und die Telekom sind für mich genau solche Kandidaten. Strom, Kaffee und Smartphone sind für die meisten von uns unverzichtbarer Teil des Alltags. Diese Aktien sorgen für Gelassenheit und bieten dennoch gute Renditechancen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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