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Meldung

Die Welt befindet sich wieder einmal im Wandel. Es gibt fast keine Branche, die sich aktuell nicht im Umbruch befindet. Die Digitalisierung schlägt voll zu und Unternehmen müssen handeln, um nicht den Anschluss zu verlieren und in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Die Industrie wappnet sich gerade für ihre vierte Revolution und der Schweizer Konzern ABB (WKN:919730) will die Konkurrenz von Siemens (WKN:723610) und General Electric (WKN:851144) hinter sich lassen. Sehen wir uns einmal an, was die Schweizer dafür in petto haben.

ABB stellt Weichen für die Zukunft

Der in Zürich ansässige Industriekoloss ist ein Energie- und Automatisierungstechnikunternehmen, das sich für die Zukunft gerade neu aufstellt. ABB sieht vor allem in der E-Mobilität ein enormes Zukunftspotenzial. Dass die Schweizer hier auf Vollgas setzen, zeigt vor allem die Partnerschaft mit Ionity.

Ionity entstand als Joint Venture mit verschiedenen Autobauern. Mit von der Partie sind zum Beispiel BMW (WKN:519000) und Volkswagen (WKN:766403). Die benötigten Ladestationen werden hauptsächlich von ABB bezogen. Davon profitiert das Ladegeschäft und beschert der Geschäftssparte seit 2015 ein zweistelliges jährliches Umsatzwachstum. Laut letzter Zählung wurden bisher weltweit 7.000 Gleichstrom-Schnellladesysteme in über 70 Ländern installiert.

Doch ABB will noch mehr: Die im April 2018 auf der Hannover Messe vorgestellten und kommerziell in den Markt eingeführten Terra HP Hochleistungs-Ladesysteme besitzen eine Ladeleistung von bis zu 350 kW. Dafür werden bei einem E-Auto etwa acht Minuten Ladezeit für eine Reichweite von 200 km benötigt. „ABB hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt zu bewegen, ohne die Erde zu verbrauchen“, erklärte Ulrich Spiesshofer, CEO von ABB.

Ionity will bis 2020 insgesamt 400 Ladeparks entlang wichtiger europäischer Hauptverkehrsachsen mit durchschnittlich sechs Ladesäulen pro Ladepark betreiben. Mit Ionity hat ABB bereits einen starken Partner, doch die Schweizer wollen mit Electrify America auch die USA unter Strom setzen. Die Amerikaner haben sich ebenfalls für ABB als Lieferanten für das Terra HP Hochleistungs-Ladesystem entschieden. Die Schweizer planen die Installation von Hunderten von Ladestationen innerhalb und außerhalb von 17 Ballungsgebieten und an zahlreichen landesweiten Autobahnen.

Geht man also von den oben erwähnten 7.000 Gleichstrom-Schnellladesystemen aus und rechnet mit 30.000 Euro (Betrag wurde von ABB auf persönliche Anfrage hin mitgeteilt), die eine herkömmliche Ladesäule von ABB kostet, konnte man bis jetzt rund 210 Mio. Euro umsetzen. Zum Vergleich: Eine Terra HP-Ladesäule kostet zirka 150.000 Euro (Betrag wurde von ABB auf persönliche Anfrage hin mitgeteilt).

Wenn der Trend hin zur E-Mobilität anhält und das Geschäft von ABB mit den Ladesäulen weiter floriert, könnten hier in den kommenden Jahren nicht nur Millionen, sondern letzlich Milliarden verdient werden – ein Riesenmarkt. Doch das Bereitstellen der Ladestationen ist nur die Spitze des Eisbergs für ABB. Der Konzern profitiert nicht nur davon, sondern vor allem von den lukrativen Wartungs- und Servicegebühren.

Hand in Hand mit dem Roboter

Neben der E-Mobilität erhofft sich ABB auch in der Robotik weiterhin ein konstantes Wachstum. Mittlerweile konnte man weltweit mehr als 400.000 Roboter installieren. Diese arbeiten entweder vollkommen autonom oder unterstützen den Menschen bei schwerer körperlicher Arbeit. So fügen zum Beispiel riesige Roboter Autos zusammen. Der Bedarf nach effizienten Robotern boomt.

Im zweiten Quartal konnte man bei konstanten Wechselkursen das Auftragsvolumen in der Sparte Robotics and Motion um 11 % und in der Sparte Industrial Automation um stolze 15 % steigern. Dies sind zwei zukunftsträchtige Unternehmensbereiche, die für das zukünftige Wachstum eine große und wichtige Rolle spielen könnten.

Die Schweizer gegen den Rest der Welt

Wo ABB schon fleißig an sich arbeitet, geht es bei der Konkurrenz teilweise chaotisch zu. Nehmen wir zum Beispiel General Electric – einst der Industriekonzern der Welt. Hier wurde gerade erst wieder ein neuer Chef bestellt. Nach nur 14 Monaten im Amt musste John Flannery Platz machen für Lawrence Culp. Im Juni dieses Jahres musste der Konzern des Weiteren auch noch den Dow Jones Industrial Average-Index verlassen. Der einstige Industriegigant ist nur noch ein Schatten seiner selbst.

Eine schwindende Nachfrage nach Turbinen für traditionelle Kraftwerke und technische Probleme mit einer neuen Generation von Gasturbinen machen dem amerikanischen Konzern zu schaffen. GE erhofft sich durch Culp den dringend notwendigen Wandel. „Wir halten daran fest, die Bilanz zu stärken, auch indem wir Schulden abbauen“, erklärt Culp.

Aber auch der deutsche DAX-Konzern Siemens hat zu kämpfen. Ganz so düster wie bei dem US-Rivalen sieht es für Siemens nicht aus. Joe Kaeser, Chef von Siemens, will die Konzernstruktur umkrempeln. Die einzelnen Bereiche sollen deutlich mehr unternehmerische Freiheit bekommen, um dadurch noch effizienter agieren zu können. Außerdem will man in neue Wachstumsgebiete wie zum Beispiel Internet of Things-Services oder Elektromobilität investieren. Das Projekt Vision 2020+ soll dies in die Tat umsetzen.

Am Ende scheint es so, dass ABB schon fleißiger an sich gearbeitet. Auch das US-Magazin Fortune ist über die Wandlungsfähigkeit der Schweizer beeindruckt. Ab sofort findet man den Konzern auf Platz 8 in der Change the World-Rangliste.

Nächster Halt: Zukunft

Die Führung von ABB dreht an den richtigen Schrauben. Das zeigen auch die letzten Quartalszahlen. Der Gewinn stieg um 30 % auf 681 Mio. US-Dollar. Ebenfalls Positives gab es über das Auftragsvolumen zu berichten, dieses konnte bei konstanten Wechselkursen um 8 % gesteigert werden. Mit E-Mobilität, Robotik und automatisierten Fabriken scheinen die Schweizer genau die richtigen Assets für die Zukunft im Portfolio zu haben.

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Daniel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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