Goldpreis


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Für physisches Gold war es bisher ein sehr starkes Jahr. Nach der Schwächephase Ende 2016 konnte das gelbe Metall von 1150,90 US-Dollar pro Unze auf 1339,40 US-Dollar steigen. Das sind nur zehn US-Dollar vom Einjahreshoch entfernt.

Drei Wachstumstreiber

Warum steigt Gold in letzter Zeit so stark? In letzter Zeit gibt es viele Unsicherheiten, die hierbei eine wichtige Rolle gespielt haben. Letzte Woche gab es einen Atombombentest in Nordkorea, bei dem den Investoren Angst und Bange wurde. Daher suchen sie sichere Investitionen wie Gold. Zusätzlich besteht Unsicherheit darüber, ob der amerikanische Kongress die Unternehmenssteuerreform verabschieden wird. Damit soll das BIP-Wachstum in den USA angetrieben werden. Einige Experten empfehlen darüber hinaus gerade Gold im Gegensatz zu Aktien.

Die Unsicherheit und die niedriger als erwartete Inflation haben sich auch auf den amerikanischen Dollar ausgewirkt. In den letzten Wochen erreichte der Dollar ein Mehrjahrestief im Vergleich zum Euro und mindestens das Einjahrestief im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen. Der Dollar und der Goldpreis bewegen sich üblicherweise in entgegengesetzte Richtungen. Das bedeutet, dass die Schwäche des Dollars ein Kaufsignal für die Goldinvestoren war.

Die Federal Reserve vollzieht gerade auch den Tanz auf der Rasierklinge, was einen weiteren Wachstumstreiber für physisches Gold darstellt. Das Ende der lockeren Geldpolitik und höhere Zinsen sind üblicherweise schlechte Nachrichten für Gold und andere Edelmetalle. Steigende Zinsen erhöhen die Renditen von zinsträchtigen Vermögenswerten, was Gold, einen Vermögenswert ohne Zinsen, weniger interessant erscheinen lässt. Die schwächere Inflation und die Daten vom Arbeitsmarkt könnten die Hoffnungen der Federal Reserve zerschlagen, die Zinsen in den nächsten Quartalen weiter zu erhöhen. Da die amerikanischen Staatsanleihen immer noch sehr wenig Zinsen abwerfen, sieht Gold für viele Investoren in dem aktuellen Umfeld gerade gut aus.

Die meisten Goldaktien haben im letzten Jahr verloren

Hier wird die Sache wirklich interessant. Obwohl der Wachstumstrend bei Gold ungebrochen ist, konnten in den letzten 12 Monaten nur 11 von 41 Goldaktien Kursgewinne verbuchen. 25 dieser 41 Aktien sind jetzt gerade dabei zu steigen, aber nur 19 von 41 konnten sich besser entwickeln als die 16 % Wertgewinn beim Gold bis zum 6. September 2017.

Warum?

Die Antwort finden wir, wenn wir uns die zugrundeliegenden Quartalsberichte der Goldminenunternehmen ansehen. Der steigende Goldpreis ist eine sehr gute Nachricht für die Margen, wenn wir annehmen, dass die Kosten gleich bleiben, fallen oder langsamer steigen als der Preis für physisches Gold. Ein Minenunternehmen kann nämlich von dem durchschnittlichen Verkaufspreis nur während eines Quartals profitieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Goldunternehmen seine Produktion genau an dem Tag verkauft, wenn Gold einen Höchstpreis erzielt, ist sehr gering. Normalerweise verkaufen die Goldminen ihre Produktion über das ganze Quartal verteilt. Das bedeutet, dass ihr durchschnittlicher Verkaufspreis mit großer Sicherheit niedriger als 1339 US-Dollar ist. In anderen Worten können die Goldminen von steigenden Preisen nicht in vollem Umfang profitieren. Gleiches trifft auch auf fallende Goldpreise zu.

Barrick Gold (WKN:870450) erzielte einen durchschnittlichen Preis beim Goldverkauf von 1258 US-Dollar pro Unze in Q2. In zwei separaten Verkäufen während Q2 konnte das Unternehmen mehr als 1280 US-Dollar erzielen. Aber 1258 US-Dollar pro Unze war der durchschnittliche Verkaufspreis des Unternehmens im zweiten Quartal.

Zusätzlich zu diesem Problem möchten die Investoren sehen, dass der Goldpreis bei über 1300 US-Dollar bleibt. Kurze Ausschläge nach oben können zu einer kurzfristigen Euphorie bei den Investoren führen, tun aber gleichzeitig nichts für den Gewinn eines Unternehmens, wenn sich die Preise nicht auf diesem Niveau stabilisieren.

Streaming-Unternehmen

Was können wir von Goldaktien also erwarten? Das ist schwer zu sagen, solange wir nicht wissen, ob der Goldpreis stabil bei über 1300 US-Dollar bleibt. Wenn der Goldpreis langfristig bei über 1300 US-Dollar bleibt, dann sollte das Gewinnpotenzial der meisten Edelmetallunternehmen wie Royal Gold (WKN:885652) und Wheaton Precious Metals (WKN:A2DRBP) sich mit den Goldpreisen weiter nach oben bewegen.

Streaming- und Royalty-Unternehmen sind keine Minenunternehmen im traditionellen Sinne. Sie müssen nicht für das Tagesgeschäft in den Minen aufkommen. Stattdessen liefern sie das Kapital an Unternehmen, die eine bestehende Mine ausbauen oder eine neue entwickeln möchten. Im Gegenzug bekommen sie einen prozentualen Anteil an der Produktion der Mine, die sie finanziert haben. Diese Rechte gelten üblicherweise für lange Zeit und bieten günstige Kosten, die deutlich unter dem Markt liegen. Diese Unternehmen verkaufen dann die Produktion, die sie vertraglich erhalten, und streichen den Gewinn dafür ein. Da der Preis, den sie für die Edelmetalle bezahlen, so niedrig ist, tendieren die Aktienkurse dieser Unternehmen dazu, schneller zu reagieren als die Kurse von traditionellen Goldminen.

Royal Gold konnten im Steuerjahr 2017 Rekordumsätze von 441 Millionen US-Dollar erzielen. Die Kosten (also das, was den Minen für die Produktion bezahlt wurde) betrug nur 87 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen hat sonst nur die üblichen Ausgaben wie Allgemein- und Verwaltungskosten, Abschreibung und Abnutzung. Damit hat Royal Gold eine der höchsten Bruttomargen in der Industrie.

Dasselbe gilt auch für Wheaton Precious Metals, das im zweiten Quartal durchschnittliche Kosten von 4,51 US-Dollar pro Unze Silber und nur 393 US-Dollar pro Unze Gold verzeichnete. Wheaton verdient etwa die Hälfte seines Umsatzes mit jeweils Gold und Silber. Das Unternehmen generiert eine operative Marge von mehr als 13 US-Dollar pro Unze Silber und mehr als 940 US-Dollar pro Unze Gold.

Die nächsten Wochen werden sehr wichtig für Goldaktien. Wenn der Goldpreis bei über 1300 US-Dollar bleibt, dann könnte es zu einer neuen Investitionsrunde kommen, wenn die Gewinnerwartungen der Wall Street nach oben angepasst werden.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 07.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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