| Märkte | Charts | Nachrichten | Research | Weitere Tools |
|
Profil Börsenplätze Historische Kurse |
Intraday Historisch |
Neuigkeiten Analysen |
Kolumnen Insider-Trading Kennzahlen |
Forum Volkswagen St News |
| Kolumnen | |
| 24.07.09 | Pyrrhussieg |
| 16.07.09 | Feiglingsspiel |
| 18.05.09 | Randfiguren und Spieler |
| 16.03.09 | Zwielicht statt Rotlicht |
| 13.11.08 | Volkswagen: Ein typischer Darvas-Wert? |
| 18.09.08 | VOLKSWAGEN Aktienkurs - Was ist da lo. |
| 01.08.08 | VOLKSWAGEN - Neue Einstiegschancen bei. |
| 09.05.08 | Volkswagen Aktie - Wie kann ich diese Akt. |
| 28.04.08 | P(i)ech gehabt! |
| 24.10.07 | Huren trauern um VW! |
| Meldung |
|
„Auf den alten Piëch hingegen ist bei VW/Porsche
nach seinem jüngsten Sieg nun wirklich alles ausgerichtet. Der Stratege
ist angekommen: auf dem Gipfel“, endet der Kommentar der FAZ, der mit
„Piech erklimmt den Gipfel“ überschrieben ist. Dabei wird Ferdinand
Piech, Christian Wulff, Bernd Osterloh und Volkswagen als Sieger
hingestellt und der zu „weiche“ Wolfgang Porsche, Bernd Oettinger, Uwe
Hück und Porsche SE als Verlierer.
Mir ist das alles zu einseitig und zu Piechlastig. Zudem hat diese
Auseinandersetzung viele Parallelen mit der Schlacht von Asculum und
dem König Pyrrhus von Epirus (319/318 – 272 v. Chr.). Dieser soll nach
seinem Sieg über die Römer in der Schlacht bei Asculum (Süditalien) 279
v. Chr. einem Vertrauten gesagt haben: „Noch so ein Sieg, und wir sind
verloren!“. Als der Pyrrhussieg ist dieser „Erfolg“ in die Geschichte
eingegangen. Davon spricht man, wenn der Sieger aus dem Konflikt
ähnlich geschwächt hervor wie ein Besiegter und auf dem Sieg nicht
wirklich aufbauen kann. Der Pyrrhussieg ist ein zu teuer erkaufter
Erfolg. Wie komme ich da drauf? Wo doch die FAZ und sicherlich auch die anderen großen Zeitungsschreiberling Piech jetzt in den Himmel heben. Vielleicht auch ein wenig, weil sie auf die Gunst des mächtigen Mannes aus Salzburg und seinem Konzern spechten. Da ich keine Anzeigen an Konzerne verkaufen muss, bin ich es nicht gewohnt Rücksichten zu nehmen und kann Klartext sprechen. Piech und Wulff haben nicht einmal auf den ersten Blick gewonnen. Das sieht man sehr schnell, wenn man sich mal vor Augen führt, was wirklich passiert ist. Da war die kleine aber feine Porsche SE. Die stand seinerzeit am Abgrund. Warum? Weil sich damals – wie heute auch – die Familien zerstritten hatten. Was dem Autobauer nicht gut bekam. Wendelin Wiedeking war es, der Porsche zu dem gemacht hat, was er heute ist. Und davon profitierte übrigens auch Piech. „Wenn Sie sowas vollbringen wollen, dann dürfen Sie nicht allzu viel Rücksicht nehmen und richtig holzen. Dabei trifft es auch manchmal die Falschen. Das ist aber nicht zu vermeiden“ , sagte mir einst Herr Dr. Wiedeking, hier auf einem Schiff in Kiel, nachdem er den Weltwirtschaftlichen Preis mit Mundell und Kock entgegengenommen hat. Diese Worte sagen jede Menge über ihn. Klar, hart und geradlinig. Etwas, was man in der heutigen Zeit beinahe vergeblich sucht und überall so nötig hätte. Auch, wenn er zum Schluss – der puren Not gehorchend – einen KfW-Kredit beantragt hat und somit Fördergelder, die er sonst so vehement ablehnte, so ist der doch einer der ganz Großen. Ob die Bezeichnung Vorbild da zu hoch gegriffen wäre? Dass er so etwas ist, sieht man, wenn man sich einmal die Gegenseite ansieht. Da ist Piech, der gemeinsam mit Herrn Hartz Volkswagen beinahe zum Bordell gemacht hat. Jedes Mittel ist diesem gewissenlosen Machiavelli der Neuzeit recht. Und dann haben wir noch unseren Saubermann Dr. Wulff. Der immer so nett tut, und dabei von Ehrgeiz getrieben, alles aber auch wirklich alles machen würde, um seinem Traum der Kanzlerschaft ein Stück näher zu kommen. Bis zur Selbstverleugnung und darüber hinaus. Und der in diesem Spiel, was die Investitionen aus dem Ausland betrifft, die Wiedeking an Land holen wollte, eine ganz üble Rolle spielt. Und so können sich also zwei karrieregeile Fürsten die Hand reichen und kurz ausgiebig feiern. Das Problem ist nur, dass nach jedem Berg auch ein Tal kommt. Und da wird der gesamte Volkswagen Konzern reinrutschen. Denn die von Wiedeking geprägte Porsche SE passt so wenig in den Volkswagen-Konzern, wie Chrysler in Daimler AG. Hier wie da trafen bzw. treffen zwei Welten aufeinander. Unterschiedlicher können Kulturen nicht sein. Und ich sage voraus, dass es da ordentlich krachen wird bzw. sich die Porsche-Gemeinschaft, mit der Faust in der Tasche, diesem Schicksal beugen wird. Was nie gut ist. Wahre Herrscher haben im Sieg Gnade und Großzügigkeit gezeigt. Piech ist dazu zu verbissen. Ich schrieb einst am 6. Mai 2005 in einer Kolumne „Volkswagen und Wiedeking – Fantasie ohne Ende“, dass allein wegen Wiedeking Volkswagen ein Kauf ist. Wer damals auf meinen Rat gehört hat, konnte sich ordentliche Rendite verdienen. Was ich damals schrieb und damals galt, gilt allerdings umzeichenverkehrt auch heute. „Volkswagen bzw. Porsche ohne Wiedeking – Ernüchterung ohne Ende“, könnte man meine heutige Kolumne überschreiben. Und so rate ich zum Verkauf der Volkswagen Aktie. Denn Volkswagen steht jetzt wieder da, wo ich die Kolumne schrieb. Und das war nicht gerade berauschend. Am Ende ist der große moralische Sieger Dr. Wendeling Wiedeking. Selbst diesen Pyrrhussieg Piechs hat er erst möglich gemacht. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und hohe Renditen. Ihr Norbert Lohrke |