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Meldung

Daimler (WKN: 710000) kann sich einfach nicht aus der Affäre um zu hohe Dieselabgaswerte befreien. Um die Klagen der Kunden und US-Behörden beizulegen ist Daimler bereit, hohe Summen zu zahlen.

Vor wenigen Tagen hat Daimler nun bekannt gegeben, dass man sich mit den US-Behörden außergerichtlich geeinigt hat. Insgesamt wird Daimler diese Einigung 2,2 bzw. 1,86 Mrd. Euro kosten. Im Vergleich zu den hohen Strafen, die VW (WKN: 766400) in den USA zahlen musste, ist das aber eine extrem günstige Lösung für den Konzern.

Aber diese zusätzliche Belastung kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Über die letzten zehn Jahre konnte Daimler auf der durch den weltweit stark ansteigenden Autoverkauf angefachten Erfolgswelle reiten. In der Zeit konnte man praktisch nicht viel falsch machen. Eigentlich musste man nur neue SUVs auf den Markt werfen und schon stiegen die Absatzzahlen.

Seit etwa zwei Jahren stagniert aber der extrem wichtige chinesische Markt. Das hat dazu geführt, dass die fetten Jahre der Automobilbranche vorerst vorbei sind. Als wäre das nicht schon genug, verlangt die EU eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen, die gerade für Daimler teuer werden könnte. Und jetzt kommt auch noch die eingebrochene Nachfrage infolge der COVID-19-Pandemie dazu.

Daimler – das Problemkind der deutschen Automobilindustrie

Das alles zusammen hat schon seit letztem Jahr in der Daimler-Bilanz deutliche Spuren hinterlassen. Mehrmals musste die Prognose nach unten angepasst werden. Zum einen konnten die Absatzzahlen nicht mit den Prognosen mithalten und dann gab es im letzten Jahr bereits kostspielige Rückstellungen im Zusammenhang mit den Dieselmotoren. In diesem Jahr mussten sich die Aktionäre daher mit einer deutlich geringeren Dividende von nur noch 0,90 Euro je Aktie begnügen. Im Vorjahr wurden noch 3,25 Euro je Aktie ausgeschüttet. Aber auch das war schon eine leichte Kürzung.

Daimler hat über die letzten zehn Jahre, die Zeit seit Ende des letzten brutalen Abschwungs, daran gefeilt, die Produktpalette auf große, profitable SUVs zu trimmen.
Über die Jahre sind unzählige neue Modelle hinzugekommen, die größtenteils im hochpreisigen Segment angesiedelt sind. Gleichzeitig hat sich der chinesische Markt zum wichtigsten für die deutschen Automobilhersteller im Allgemeinen gewandelt. Ursache dafür war das über lange Jahre gigantische Wachstum des Gesamtmarktes, angefacht durch steigende Einkommen im Reich der Mitte. Seit inzwischen mehreren Jahren stagniert der chinesische Markt aber nur noch.

Strafzahlung belastet die strapazierte Bilanz noch weiter

Zuletzt setzte Daimler zudem die Kaufzurückhaltung in der Pandemie zu. Im zweiten Quartal des Jahres musste deshalb ein herber Verlust eingesteckt werden. Insgesamt hat man in den drei Monaten fast 2 Mrd. Euro verloren. Im ersten Quartal ist man noch ganz knapp am Verlust vorbeigeschrammt. In der ersten Jahreshälfte sind aber immer noch 1,7 Mrd. Euro an Verlusten zusammengekommen. Trotz allem soll das Gesamtjahr aber mit einem Gewinn abgeschlossen werden.

Doch auch wenn Daimler in diesem Gesamtjahr wirklich einen Gewinn erreichen kann, ist in der Bilanz über die kommenden Jahre nicht viel Spielraum vorhanden. Die Umstellung auf die Produktion von Elektrofahrzeugen wird viel Geld verschlingen. Da kommt eine Milliardenzahlung in Kombination mit insgesamt schwachen Absatzmärkten sehr ungelegen. Zwar wird der Konzern dadurch sicher nicht in den Ruin getrieben, aber die Milliarden wären an anderer Stelle gut zu gebrauchen. Als Folge dieser Entwicklung hat die Aktie innerhalb der vergangenen drei Jahre bereits mehr als 30 % an Wert verloren und kostet aktuell nur noch 45,91 Euro (Stand 17.09.2020).

The post Daimler-Aktie: Weitere Milliardenzahlung belastet die Finanzen appeared first on The Motley Fool Deutschland.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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