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Meldung

Das Werbegeschäft von Amazon (WKN:906866) tauchte kürzlich auf dem Radar vieler Investoren auf, nachdem die Marktforschungsfirma eMarketer das Unternehmen als inzwischen drittgrößte digitale Werbeplattform in den Vereinigten Staaten einschätzte.

Aber die Anleger wissen vielleicht noch nicht, wie groß die Werbereichweite ist, wie dies den Konkurrenten schaden könnte und wie sehr das Unternehmen schließlich vom Werbegeschäft profitieren könnte. Um dir ein klareres Bild von den möglichen Auswirkungen zu vermitteln, findest du hier fünf Dinge, die du über den jüngsten aufsteigenden Stern in Amazons Unternehmensgefüge wissen solltest.

1. Der Werbemarktanteil wächst schnell

Nach der Analysevon eMarketer wird der E-Commerce-Riese 2018 mit rund 4,1 % des digitalen Werbemarktes in den USA abschließen, was sich auf rund 4,6 Milliarden US-Dollar an Werbeumsätzen belaufen wird. Das mag nicht allzu beeindruckend erscheinen, verglichen mit dem gemeinsamen Marktanteil von 57,7 %, der von den beiden Top-Playern – Facebook und Alphabets Google – kontrolliert wird. Doch die Anzeigenumsätze sind im Vergleich zum Vorjahr um 144,5 % gestiegen. Bis Ende 2020 wird der Marktanteil voraussichtlich 7 % erreichen.

2. Es wird erwartet, dass die Werbeeinnahmen in den nächsten Jahren sprunghaft ansteigen werden

Amazon wird nach der Analyse von eMarketer im Jahr 2020 rund 10,9 Milliarden US-Dollar an Werbeeinnahmen erreichen. Aber wenn man weiter hinausschaut, kann sich dieses Wachstumstempo fortsetzen: Der jährliche Werbeumsatz soll sich bis 2022 auf 22 Milliarden US-Dollar noch einmal verdoppeln, so Piper Jaffray-Analyst Michael Olson.

3. Das Werbeumsatzwachstum liegt deutlich über dem seiner E-Commerce-Konkurrenten

Natürlich verkaufen die digitalen Wettbewerber im Einzelhandel auch Anzeigen auf ihren Plattformen, aber sie verzeichnen kein Wachstum in dieser Größenordnung. Ein kürzlich erschienener Artikel des Wall Street Journal stellte fest, dass Amazon seine Anzeigenumsätze zwischen 2017 und 2020 voraussichtlich um 453 % steigern wird, verglichen mit nur 168 % für Tencent, 105 % für Alibaba und 77 % für Baidu.

4. Amazon hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz

Digitale Werbeunternehmen sind auf die Daten angewiesen, die es ihnen ermöglichen, die richtigen Anzeigen den richtigen Leuten zu präsentieren – und Amazon hat jede Menge davon. Fast 50 % der US-E-Commerce-Umsätze werden auf der Plattform abgewickelt, die eine riesige Menge an Informationen über Verbraucher liefert, die andere Werbetreibende unbedingt nutzen wollen.

Eine weitere gute Nachricht für Amazon-Aktionäre ist, dass 54,8 % der US-Haushalte bis 2020 voraussichtlich Amazon Prime-Mitglieder sein werden, gegenüber 47,4 % im Jahr 2018. Mitglieder geben im Durchschnitt etwa 300 US-Dollar mehr pro Jahr auf der Website aus als Nichtmitglieder, was bedeutet, dass Amazons Schatz an Verbraucher-Einkaufsdaten in den nächsten Jahren für Werbetreibende noch wertvoller werden wird, da es Millionen zusätzlicher Verbraucher für sein Treueprogramm gewinnt.

5. Ein neuer werbegestützter Videoservice könnte zu einem wesentlichen Bestandteil des Geschäfts werden

Bei Amazon ist Gerüchten zufolge ein werbefinanzierter Video-Streaming-Dienst in Vorbereitung. Dies berichtete Anfang dieses Jahres die Technologie- und Wirtschafts-Website The Information. Der Video-Streaming-Service unterscheidet sich von Prime Video, das über gelegentliche Werbeaktionen für andere Prime-Shows hinaus keine Werbung zeigt.

Der neue Service, der als Free Dive bezeichnet wird, ist für Nutzer von Amazon Fire TV kostenlos und würde dem Unternehmen einen weiteren Vorteil in Bezug auf die Erfassung von Verbraucherdaten verschaffen. Amazon könnte einem Zuschauer eine gezielte Werbebotschaft zeigen und verfolgen, ob diese Person den beworbenen Artikel auf der Website kauft. Dieses Wissen über die Verbraucher ist etwas, das kaum ein anderes Unternehmen hat.

Fazit

Amazon tut große Schritte auf dem Werbemarkt, und die Investoren sollten die sich bietenden Möglichkeiten im Auge behalten. Schätzungen gehen davon aus, dass die Werbeeinnahmen im Jahr 2021 16 Milliarden US-Dollar erreichen und damit die prognostizierten 15 Milliarden US-Dollar für die Cloud-Computing-Plattform Amazon Web Services (AWS) in diesem Jahr übertreffen werden.

Wenn Amazon diese Schätzungen auch nur annähernd erreicht, wird sein Anzeigengeschäft schnell einen erheblichen Mehrwert für das Unternehmen schaffen und es zu einem noch stärkeren Wettbewerber im E-Commerce-Markt machen.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Amazon-Tochterunternehmen, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und emfpiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon, Baidu, Facebook und Tencent Holdings.

Dieser Artikel wurde von Chris Neiger auf Englisch verfasst und am 03.12.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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