MDAX (Performance)


WKN: 846741 ISIN: DE0008467416
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Meldung
Zurückhaltung an den Märkten: Die deutschen Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche Verluste verzeichnet. Dabei war die negative Wochenbilanz vor allem einem deutlichen Kurseinbruch am Donnerstag geschuldet, auf den am Freitag dann „Schnäppchenjäger“ mit Käufen reagierten. Wir stellen die Analysevon Robert Ertl für die Südseiten der Börse München vor. Allerdings herrschte auch an den anderen Handelstagen eine spürbare Zurückhaltung der Investoren. Zurückzuführen war diese auf ein ganzes Bündel von Belastungsfaktoren: wachsende Sorgen angesichts der erheblich steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa, die Einstellung von Impfstofftests, die näher rückende Präsidentschaftswahl in den USA, das Ausbleiben eines weiteren Konjunkturpakets in den USA sowie das unveränderte Fehlen eines Handelsabkommens der EU mit Großbritannien für die Zeit nach dem Brexit. Von Seiten der Konjunkturdaten kamen gemischte Signale, hier gab es positive wie negative Überraschungen.


Rückgang bei Dax und Co.


Der deutsche Aktienindex (Dax) sank im Wochenvergleich um 1,1 Prozent auf 12.908,99 Punkte. Der MDax reduzierte sich um 0,8 Prozent auf 27.765,20 Zähler. Gegen den Trend ging es beim Kurs des Indexwerts HelloFresh deutlich nach oben. Der Versender von Kochboxen, der ohnehin zu den großen Profiteuren der Corona-Krise zählt, hat in der vergangenen Woche seine Prognose angehoben. Der TecDax gab im Wochenvergleich 0,4 Prozent ab auf 3.161,41 Punkte. Der m:access All-Share büßte 1,2 Prozent auf 2.834,60 Zähler ein.


Anleihen konnten zulegen


Die deutschen Anleihemärkte haben in der vergangenen Woche merklich zugelegt. Die allgemeine Verunsicherung ließ die Anleger zu Bundespapieren greifen. Vor allem die drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen und die damit einhergehenden Ängste vor weiteren Einschränkungen, die die Wirtschaft belasten dürften, gaben den als sicher geltenden deutschen Anleihen Auftrieb. Die Befürchtungen, es könne zu einem harten Brexit ohne Handelsvertrag kommen, trugen das Ihre bei. In der Folge fiel die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich von -0,53 auf -0,63 Prozent. Die Umlaufrendite ging von -0,55 auf -0,62 Prozent zurück.


USA: Minimale Zugewinne


An den US-Aktienbörsen ist es in der vergangenen Woche unter dem Strich überwiegend minimal aufwärts gegangen. Hier sorgten zu Ende der Handelswoche gut ausgefallene Konjunkturdaten für Aufwärtsimpulse. Der Dow-Jones-Index rückte im Wochenvergleich um 0,1 Prozent auf 28.606,31 Punkte vor. Der breiter gefasste S&P-500-Index kam auf ein Plus von 0,2 Prozent auf 3.483,81 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100 allerdings stieg um 1,1 Prozent auf 11.852,17 Punkte.


Ausblick: Die Angst vor einem erneuten Lockdown


Für das Geschehen an den deutschen Aktienbörsen dürfte in der aktuellen Woche die Entwicklung der Corona-Pandemie das große Thema bleiben. Nachdem die Infektionszahlen stark steigen – vor allem in Europa, aber auch in den USA – nimmt die Angst vor neuen Einschränkungen bis hin zum Lockdown zu. Solche Maßnahmen dürften die noch vor kurzem gesehene und erhoffte konjunkturelle Erholung bremsen, wenn nicht ganz stoppen. Zwar weisen Analysten darauf hin, dass die Wirtschaft inzwischen besser vorbereitet sei als zu Anfang der Coronakrise, ohne Schaden blieben weitgehende Einschränkungen aber sicherlich nicht.


Blick auf Stimmungsbarometer


Auch vor diesem Hintergrund dürften die Anleger genau auf die zur Veröffentlichung anstehenden Stimmungsbarometer achten, hier stehen die europäischen Einkaufsmanagerindizes im Vordergrund. Zudem kommen in der aktuellen Woche unter anderem das Verbrauchervertrauen aus Deutschland sowie Einkaufsmanagerindizes aus den USA. All‘ diese Daten dürften auch daraufhin analysiert werden, wie stark die Coronakrise die internationale Wirtschaft beeinträchtigt. Zu Beginn der Handelswoche könnten gut aufgenommene Zahlen aus China für Unterstützung sorgen.


Nicht nur die Pandemie sorgt für Unsicherheit


Die Pandemie ist allerdings weiterhin nicht der einzige nennenswerte Unsicherheitsfaktor für die Märkte. Auch die Entwicklungen oder Nicht-Entwicklungen in Sachen Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien dürften die Märkte beeinflussen. Nachdem zuletzt verstärkt über einen Brexit ohne Abkommen spekuliert wurde, dürfte diesbezüglich die Nervosität der Marktteilnehmer mit dem Näherrücken des Austritttermins steigen.

Ebenfalls näher rückt die US-Präsidentschaftswahl, wobei hier derzeit nicht klar ist, welchen Wahlausgang die Märkte bevorzugen würden – mit der Einschränkung, dass auf jeden Fall ein klarer Wahlsieg mit einem geordneten Ablauf gewünscht wird. Die Zahl derjenigen, die auf ein weiteres Anti-Corona-Hilfspaket noch vor der Wahl hoffen, sinkt derzeit zwar, nichtsdestotrotz dürfte das Thema weiterhin eine Rolle an den Börsen spielen.


Von Seiten der Berichtssaison kommen in den nächsten Tagen vor allem Zahlen aus der zweiten oder dritten Börsenreihe, die Zahlenflut steht hier aber noch bevor.



 

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