EUR/ZAR (Euro / Südafrikanischer Rand)


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Meldung
Paris (www.zertifikatecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" ein Mini Long-Zertifikat (ISIN DE000PR3CGP6 / WKN PR3CGP ) sowie ein Mini Short-Zertifikat (ISIN DE000PB75TE5 / WKN PB75TE ) auf das Währungspaar EUR/ZAR (Südafrikanischer Rand) (ISIN EU0006169989 / WKN 616998 ) vor.


Am deutschen Markt sei die Nachricht kaum wahrgenommen worden. Doch sie habe es möglicherweise in sich. Ein Konsortium rund um das französische Energieunternehmen Total habe Anfang Februar bekannt gegeben, dass man vor der Küste Südafrikas auf ein großes Gasvorkommen gestoßen sein könnte. Auch wenn der genaue Umfang der Lagerstätte noch erforscht werden müsse, in der Pressemitteilung werde von einem "Weltklasse-Vorkommen" gesprochen.

Für deutsche Ohren mag das etwas zu euphorisch klingen, in der Rohstoffszene ist die Bezeichnung aber durchaus üblich, wenn man auf Vorkommen stößt, die nicht alltäglich zu sein scheinen, so die Analysten der BNP Paribas. Ersten Schätzungen zufolge verspreche der Fund Gas beziehungsweise Gaskondensate - eine Mischung aus flüssigen Kohlenwasserstoffen - in der Größenordnung von bis zu einer Milliarde Öleinheiten. Öleinheiten seien eine Maßeinheit für die Energiemenge, die beim Verbrennen von einem Kilogramm Erdöl freigesetzt werde.

"Der Fund wird einen Wendepunkt für Südafrika darstellen", so die positive Einschätzung von Andrew Latham, Vizepräsident für globale Exploration bei der Beratungsgesellschaft Wood Mackenzie. Hintergrund dieses Statements: Südafrikas Regierung sei seit Jahren bemüht, den Export von Energie zu steigern. Damit solle einerseits die heimische Wirtschaft angekurbelt, andererseits die Leistungsbilanz des Landes aufgebessert werden. Die Leistungsbilanz spiegele alle Ausgaben und Einnahmen einer Volkswirtschaft, darunter auch die Importe und Exporte von Gütern und Dienstleistungen, wider. Darunter würden natürlich auch Rohstoffe und Energie fallen.

Südafrikas Leistungsbilanz sei seit Jahren negativ. Das heiße, es würden unter dem Strich mehr Güter und Dienstleistungen ein- als ausgeführt. Das sei an sich erst einmal nicht dramatisch, viele Länder, vor allem Emerging Markets, würden Defizite in der Leistungsbilanz aufweisen. Die in den jungen und wachstumsstarken Ökonomien lebende aufstrebende Mittelschicht konsumiere vermehrt Güter und Dienstleistungen, die die Länder selbst nicht oder nicht in einem ausreichenden Maße herstellen würden.

Doch das Defizit in der Leistungsbilanz habe auf Dauer Konsequenzen. Länder mit einer negativen Leistungsbilanz seien nämlich zur Finanzierung des Defizits auf ausländisches Kapital angewiesen. Da bei einem Leistungsbilanzdefizit die Ausgaben einer Volkswirtschaft deren Einkommen übersteigen würden, entspreche das Defizit letztlich einem Nettozufluss von ausländischem Kapital, etwa in Form von Krediten. Das sei für Südafrika lange Zeit kein Problem gewesen. Die Börse in Johannesburg und ein relativ hohes Zinsniveau - aktuell liege der Leitzins bei 6,75 Prozent - hätten für einen steten Zustrom an Kapital gesorgt. Mit der Reduzierung der quantitativen Lockerung der US-amerikanischen Notenbank und einer wachsenden Unsicherheit unter den Anlegern sei die Finanzierung des Defizits zunehmend schwieriger geworden.

Das lasse sich indirekt auch gut daran erkennen, dass mit dem Auslauf des letzten großen Ankaufprogramms der US-Notenbank spätestens ab Ende 2013 auch Südafrikas Währung, der Südafrikanische Rand, gegenüber Euro und US-Dollar verstärkt unter Abwertungsdruck gekommen sei. Am Währungsmarkt seien schlichtweg weniger Rand nachgefragt worden. Das habe auch die südafrikanische Wirtschaft geschwächt. Denn als Folge des Ausbleibens von Kapital aus dem Ausland hätten Südafrikas Unternehmen ihre Investitionen zurückgefahren. Gut zu erkennen sei das unter anderem an der steigenden Arbeitslosenquote. Das wiederum habe sich negativ auf das Wachstum der Gesamtwirtschaft ausgewirkt. Der prozentuale Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) habe sich ab 2012 rückläufig entwickelt, das Wachstum in Südafrika habe sich abgeschwächt.

Vor diesem Hintergrund werde verständlich, warum Südafrikas Regierung so große Hoffnungen auf den neuen Gasfund vor der Küste des Landes setze. "Es ist aufregend für unser Land, dass diese Entdeckung gemacht wurde. Es ist potenziell ein großer Schub für die Wirtschaft", sage zum Beispiel Südafrikas Minister für Bodenschätze, Gwede Mantashe. Die Regierung in Pretoria spekuliere schlichtweg darauf, dass der Gasfund dazu beitragen könnte, die Energieausfuhren zu steigern. Dadurch erhoffe man sich, die skizzierte Entwicklung in der Wirtschaft zu stoppen und gar umzukehren. Das heiße, durch die Verbesserung der Leistungsbilanz wolle man unabhängiger von ausländischen Kapitalimporten beziehungsweise auch wieder attraktiver für Geldgeber vor allem aus Europa und den USA werden. Das wiederum könnte dazu beitragen, die wirtschaftliche Entwicklung im Land zu stabilisieren. Denn mehr Kredite heiße mehr Wachstum - Unternehmen könnten sich besser mit Geld versorgen, sie würden expandieren, was wiederum der Gesamtwirtschaft zugute kommen würde.

Eine Hoffnung, die zur rechten Zeit komme, im Mai fänden in Südafrika die Wahlen zur Nationalversammlung statt. Die Unzufriedenheit unter der Bevölkerung mit der Regierungspartei African National Congress (ANC) sei spürbar, da Korruption allgegenwärtig sei und Wahlversprechen nicht eingehalten worden seien.

Quasi Rückendeckung bekäme die Hoffnung der südafrikanischen Regierung von den internationalen Märkten. Die Notenbank in den USA habe zuletzt mehrfach angedeutet, dass sie möglicherweise nun vorsichtiger agieren möchte. Auch wenn weitere Zinssteigerungen nicht ausgeschlossen würden, das "Schlimmste" dürfte überstanden sein. Davon könnten wiederum Länder profitieren, die zur Finanzierung ihrer Leistungsbilanzdefizite auf ausländisches Kapital abgewiesen seien. In Südafrika mache sich dies möglicherweise schon bemerkbar: Im dritten Quartal habe das BIP eine leichte Erholung gezeigt. "Die Aussicht auf eine Pause bei den US-amerikanischen Zinserhöhungen beziehungsweise weniger Erhöhungen ist für die südafrikanische Währung eindeutig positiv", so die Einschätzung der Währungsexperten von Sydbank. Sie würden allerdings unter dem Strich vorsichtig bleiben und von einer wenn auch nur leichten Abwertung des Rand gegenüber dem Euro ausgehen, die vor allem aus einer Stärke der europäischen Währung resultieren solle.

Andererseits setze sich der seit etwa Mitte 2018 zu beobachtende Abwärtstrend des Euro gegenüber dem Rand fort, könnte sich daraus in den kommenden Monaten durchaus ein dynamischerer Aufwertungsschub der afrikanischen Währung ergeben. (Ausgabe April 2019) (05.04.2019/zc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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