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NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat am Dienstag deutlich zugelegt. Die Gemeinschaftswährung kletterte zwischenzeitlich auf 1,0719 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember. In New York wurde die Gemeinschaftswährung zuletzt knapp darunter bei 1,0705 Dollar gehandelt. Der Referenzkurs war zuvor von der Europäischen Zentralbank (EZB) auf 1,0684 (Montag: 1,0594) Dollar festgesetzt worden. Der Dollar kostete damit 0,9360 (0,9439) Euro.

Eine in den vergangenen Tagen eingeleitete Dollarschwäche habe dem Eurokurs weiterhin Auftrieb gegeben, hieß es aus dem Handel. Seit einer Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Donald Trump vom vergangenen Mittwoch ist der Dollar deutlich geschwächt, weil Trump - anders als von vielen Anlegern erwartet - kein Wort über ein Konjunkturprogramm oder Steuersenkungen verloren hatte.

Am Dienstag geriet die US-Währung nun auch deshalb unter Druck, weil sich Trump in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" kritisch zur jüngsten Entwicklung des Dollars geäußert hatte - vor allem im Vergleich zum chinesischen Yuan. Der designierte US-Präsident, der am Freitag ins Weiße Haus einziehen wird, hatte den Dollar darin als "zu stark" bezeichnet.

Zusätzlich gestützt wurde der Eurokurs durch verbesserte Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten. Der entsprechende Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) war im Januar auf den höchsten Stand seit vergangenem Juni gestiegen, wenn auch der Zuwachs weniger stark als erwartet ausgefallen war.

Ansonsten war der Brexit das dominierende Thema am Devisenmarkt. Die britische Premierministerin Theresa May hatte das britische Pfund mit ihrer Grundsatzrede zum EU-Ausstieg auf einen deutlichen Erholungskurs geschickt. Die zuletzt schwer angeschlagene britische Währung legte deutlich zu und erreichte bei 1,2415 Dollar ihren höchsten Stand seit mehr als einer Woche. Verluste im Vorfeld der Rede wurden damit mehr als wettgemacht.

Zwar hatte May in London einen "harten Brexit" ohne Zugang Großbritanniens zum EU-Binnenmarkt angekündigt. Sie werde sich aber auch um ein Freihandelsabkommen mit der EU bemühen. Insofern müsse der Brexit-Plan Mays nicht das Ende des freien Handels zwischen der EU und Großbritannien bedeuten, kommentierte Jürgen Matthes, Experte beim Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). "Vielmehr ist ein Freihandelsabkommen 3.0 denkbar."/tos/bgf/tih/he



 

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