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Meldung
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Tatsächlich war es gestern weniger eine Stärke des Euro als eine deutliche Dollar-Schwäche, die die Gemeinschaftswährung weiter nach oben, auf den höchsten Kurs seit dem 9.
Juli beförderte, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Suche man indes nach Begründungen für die Dollar-Schwäche, finde sich eigentlich nur ein stichhaltiges Argument "für alle Fälle" bei den Händlern wieder: die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Wobei Entspannung eigentlich nicht der angemessene Begriff sei, denn man sollte eher von Gewöhnung sprechen. Immerhin: Bloomberg habe sich in einem Beitrag auf sogenannte Quellen berufen, wonach China angeblich die bestehenden Zölle auf Importe von der Mehrheit seiner Handelspartner senken möchte.

Allerdings sei nicht klar, ob dies, sofern es denn stimme, auch für US-Importe gelten würde. Auch wenn gemäß den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) etwaige Senkungen von Zöllen allen Staaten gleichermaßen angeboten werden müssten, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht klar, welche Importgüter überhaupt von den neuen Maßnahmen betroffen wären. Auf jeden Fall wäre ein solcher Schritt psychologisch sehr interessant. Denn China würde an den USA mit einer Bevorzugung anderer Staaten wahrnehmungstechnisch zumindest eine relative Vergeltung üben: Man erhöhe nicht die Strafe seines Gegners, sondern belohne dessen Konkurrenten.

Ansonsten hätte es durchaus Gründe gegeben, dem Dollar gegenüber dem Euro den Vorzug zu geben. Ein, wenn auch nicht gravierendes Argument, sei dabei der für September besser als erwartet ausgefallene Philly-FED-Index gewesen, der allerdings den starken Rückgang des Vormonats (im August sei der Index von 25,7 auf 11,9 gefallen) mit 22,9 Punkten nicht ganz wettgemacht habe. Man könnte auch die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen benennen, die mit fast 3,1 Prozent immerhin den höchsten Stand seit dem Jahreshoch vom 18. Mai erklommen hätten.

Was die Eurozone angeht, schien sich zumindest auch gestern kaum jemand dafür zu interessieren, dass der stellvertretende Premierminister und Chef der Fünf-Sterne-Partei, Luigi Di Maio, weiterhin an seinen Neuverschuldungsplänen festhält, die diejenigen von Finanzminister Giovanni Tria wahrscheinlich bei weitem übersteigen werden, so die Deutsche Bank AG. Mehr noch: Di Maio habe noch einmal betont, es habe keine Priorität für die Regierung, die (Finanz)-Märkte zu beruhigen. Und sollten seine Ausgabenforderungen nicht erfüllt werden, so Di Maio in einem späteren Radiointerview am Nachmittag, würde seine Partei sogar ein Ende der Koalition in Betracht ziehen. Kein Wunder, dass sich die Renditen italienischer Staatsanleihen wie bereits am Vortag noch einmal deutlich befestigt hätten.

Von all dem schien sich der Euro nicht wirklich beeindrucken zu lassen und blieb in seinem kurzfristigen Aufwärtstrend, der nun zwischen 1,1620/25 und 1,1910 EUR/USD (ISIN EU0009652759 / WKN 965275 ) verläuft, so die Deutsche Bank AG. (21.09.2018/ac/a/m)


 

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