EUR/USD (Euro / US-Dollar)


WKN: 965275 ISIN: EU0009652759
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Meldung
Donnerstag und Feiertag in Deutschland und die Sonne scheint - leider
zur gleichen Zeit nicht an den globalen Finanzm\xE4rkten.
W\xE4hrend man sich
in Deutschland die gro\xDFe Mahlzeit zu g\xF6nnen scheint und einen kr\xE4ftigen
Schluck aus der Pulle nimmt, so m\xFCssen sich in anderen L\xE4ndern in der
Eurozone manche B\xFCrger den G\xFCrtel enger schnallen und zur Not bei Brot
und Wasser sitzen. Nun ganz so schlimm ist es bestimmt nicht \xFCberall. Es
soll auch bestimmt keine \xDCbertreibung sein oder eine ernste Thematik in
die L\xE4cherlichkeit ziehen. Die Lage in der Eurozone und auch in Europa
bleibt aber angespannt und auch die politischen Spannungen zwischen
manchen L\xE4ndern steigern sich. Das mag Interpretationssache sein und
genau dies macht es eigentlich auch so gef\xE4hrlich. W\xE4hrend die einen
versuchen Europa beisammen zu halten, st\xE4nkern die anderen es m\xF6glichst
mit ihrem Euro auch zerbrechen zu lassen (UK). Was sie im Endeffekt dann
aber davon haben, ist jenen wohl derzeit noch nicht ganz klar. Wir
werden im Ernstfall zwar nicht untergehen, wenn der Euro tats\xE4chlich den
Bach runtergehen sollte, aber wir werden alle leiden - auch Deutschland
als Zahlmeister so mancher "EU-Party" oder wie so einige Medien es auch
beschreiben als Zahlmeister f\xFCr "Club-Med" (gemeint sind die
"S\xFCdstaaten"). Was zur H\xF6lle passiert da eigentlich an den M\xE4rkten oder
ist alles doch nur Medienhysterie? Stirbt der Euro tats\xE4chlich? Bekommen
wir am Ende sogar wieder die Deutsche Mark oder wird es gar die
Merkel-Mark?

PIGIS, Club-Med und mehr
Viele Journalisten schreiben sich teils die Finger wund und man mag
glauben, sie bek\xE4men einen Extra-Preis, wenn sie gegen ihre eigene
W\xE4hrung - den Euro - schreiben. Da die Medien zentral nicht bremsbar,
steuerbar oder kontrollierbar sind (zum Gl\xFCck gibt es die Pressefreiheit
bei uns in Europa), entsteht so ein Lauffeuer und marktpsychologisch
betrachtet auch eine hohe Wirkung, die auf die Finanzm\xE4rkte einwirkt und
dort auch oft "einschlagende" Wirkung erzielt. Dabei w\xE4re so manche
Berichterstattung in der Tat besser im PC verblieben, anstatt diese an
die jeweilige Redaktion zu versenden. Getreu nach dem Motto: "Si
tacuisses, philosophum manisses"! Spr\xFCchen, wie: "Der Euro ist eine
Missgeburt", "Der Euro kann nicht funktionieren", "Der Euro wird
implodieren", "...explodieren" - nun - Totgesagte leben ja bekanntlich
l\xE4nger, als man denkt. W\xE4hrend sich die B\xFCrger in Deutschland \xFCber ihre
Renten sorgen, die derzeit z.B. in Athen, Lisboa, Dublin "angelegt" oder
besser "verblasen" werden, streiten sich die Hellenen \xFCber eine
geeignete Regierungsmannschaft, die den Griechen selbst und auch dem
Rest der Eurozone das Leben geb\xFChrend erschweren und so ziemlich jeden
vern\xFCnftig denkenden Menschen auf die Palme bringen kann. Doch man mag
es ja kaum glauben, neben Griechenland gibt es schlie\xDFlich auch noch
Portugal, Irland, Spanien und Italien in der Runde der PIGIS bzw.
Club-Med-L\xE4nder mit hohen staatlichen Refinanzierungsrisiken. Und nun
gesellt sich auch noch Frankreich in die Reihe der "Troublemaker" - wo
soll das enden? Wir sind da auch nicht auszuklammern und recht bald wird
es auch uns erwischen. Man kann sich wirklich nicht vorstellen, das
Deutschland auf l\xE4ngere Sicht diese Last tragen kann und will.

Eurokrise - jetzt live einschalten
Wie ein TV-Ereignis wird die Eurokrise in den USA oder bei unseren
europ\xE4ischen "Gro\xDF-Insulanern" verkauft. "Euer Euro ist nicht angez\xE4hlt
- er krepiert". Solche Meinungen bleiben hoffentlich auch Meinungen.
Nicht nett \xE4u\xDFern sich auch amerikanische und britische Gro\xDFinvestoren.
Neben Sorge um ihre eigenen Gelder s\xE4hen sie zudem noch Spott. Am Ende
aber haben sie doch alle keine wirkliche L\xF6sung oder Alternative zu
ihrem Geschw\xE4tz anzubieten. Der britische Premier Cameron umschreibt die
Situation um die europ\xE4ische Gemeinschaftsw\xE4hrung mit "make or break" -
sch\xF6n gesagt Herr Cameron. Was machen die Briten eigentlich, wenn ihnen
der Euro um die Ohren fliegt und sie am Ende gigantische zus\xE4tzliche
Mittelzufl\xFCsse in ihr Pfund Sterling haben (das ist in den letzten
Monaten ja sowieso erheblich st\xE4rker geworden und dies trotz ebenso
schlechter Realdaten der britischen Wirtschaft - von den britischen
Staatsschulden mal gar nicht erst angefangen)? Wird Gro\xDFbritannien
derzeit als gr\xF6\xDFerer Schweiz-Ersatz gefeiert? Kommt es zu noch weiteren
Aufwertungen des Pfunds? Selbst Britanniens oberster Zentralbanker
Mervin King (BoE) redet das Pfund nun schon schw\xE4cher, weil seine
vermeintlich noch funktionierende Rechnung mit Geldmengen,
Inflationszielen und Gelddrucken sonst gar nicht mehr aufzugehen
scheint. Die Briten haben folglich auch kein Geheimrezept und werden das
Rad auch nicht neu erfinden. Irgendwann werden es alle einmal verstehen
- wir alle steuern mittlerweile in einem gemeinsamen, europ\xE4ischen oder
sogar globalen Boot. Wir m\xFCssen gemeinsame Wege finden und d\xFCrfen blo\xDF
nicht wieder auf die alte, nationale Schiene zur\xFCckfallen. Dies w\xE4re ein
wahres Fehlman\xF6ver.

Merkozy und Grexit
Unterdessen \xFCberbieten sich gerade die Schlagzeilen \xFCber Spanien und
Griechenland wieder. Die Spreads zwischen den Pr\xE4mien f\xFCr deutsche
Staatsanleihen (Bunds) und den spanischen Staatsanleihen (Bonos) und
italienischen Staatsanleihen (BTPs) weiten sich wieder st\xE4rker. Die
neuerliche Ausweitung der CDS-Spreads wird zus\xE4tzlich wieder durch
Herabstufungen durch die Rating-Agenturen entfacht. Wieder einmal gie\xDFt
man \xD6l ins Feuer. Nun kommt auch noch die Panikmache mit dem
"Banken-Run" hinzu - Leute! Die Medien erfinden neben dem alten
Stichwort "Merkozy", das man jetzt ja sinnvoll ersetzen muss (oder auch
nicht) nun auch Wortkombinationen, wie "Grexit" - wirklich uns\xE4glich so
ein Schwachsinn. Der Austritt Griechenlands wird f\xF6rmlich
herbeigeschrieben, herbeigew\xFCnscht - einer Umfrage einer gro\xDFen
griechischen Tageszeitung zufolge wollen 78 Prozent der Griechen diesen
Euro-Austritt aber gar nicht. Bei den Spaniern ziehen weiter dunkle
Wolken auf. Im spanischen Bankensektor rumort es ebenfalls kr\xE4ftig. Die
Verstaatlichung der viertgr\xF6\xDFten Bank des Landes - der "Bankia" - zieht
seine Nachbeben nach sich. Zum heutigen Tag h\xF6rt man von immerhin schon
Abhebungen von \xFCber einer Milliarde Euro von Konten bei der Bankia -
setzt sich dies fort, so haben die Spanier ihren "Banken-Run"
tats\xE4chlich. Dies ist aber auch schon in UK zu Zeiten der Krise um
Northern Rock der Fall gewesen und man konnte auch dieses Problem
schnell und sehr glaubw\xFCrdig l\xF6sen - bitte also keine Panik verbreiten!
Man sieht folglich eindrucksvoll und teils schon besorgniserregend, wie
schnell eine Entwicklung ausufern kann. In der Eurozone gibt es derzeit
kein Wachstum - wir stecken bei der noch schwarzen Null fest.
Deutschland ist zwar weiter die Lokomotive, alle anderen hinken mehr
oder weniger stark hinterher, manche haben sehr starke Schwierigkeiten
den Anschluss zu bekommen und einer hat die rote Laterne auf Ewigkeit
gepachtet - Griechenland. Wenn nun noch innerhalb Europas der Sozialneid
ausbricht, wird diese schnell wuchernde Krankheit auf fruchtbaren Boden
fallen - dies muss unbedingt verhindert werden. Auch gerade aus diesem
Grund brauchen wir die "gemeinsame Anstrengung".

Exkurs: CDS - Credit Default Swaps
Allerorts wird in den Finanzmedien dieses K\xFCrzel \x93CDS\x94 verwendet - auch
in den Nachrichten fallen diese drei Buchstaben gelegentlich auf. Doch
was sind eigentlich CDS-Credit Default Swaps? Wie darf man sich den
Markt, den CDS-Handel vorstellen? Eines sollte man sich jedoch
vorstellen - der Markt rund um den Handel mit CDS ist gigantisch
geworden und er l\xE4uft \x93OTC-over-the-counter\x94 ohne zentrale
B\xF6rsenaufsicht. Da haben wir schon den Salat! Vielleicht war die
Erfindung der "Credit Default Swaps" (\xFCbrigens von einer Frau erfunden)
der Anfang vom Ende, quasi der vorprogrammierte Untergang des
Finanzsystems, das wir bis heute noch so kennen. Letztlich waren es die
Investmentbanken, die diese Form des Investierens f\xFCr Investoren, Trader
oder Spekulanten erst m\xF6glich machten. Investmentbanken entwickelten den
Markt f\xFCr "Credit Default Swaps" immer weiter, einige beteiligte Banken
gibt es heute bereits nicht mehr. Namen wie Bear Stearns oder Lehman
Brothers sind Geschichte. Mit dem "Credit Default Swap" bekam der
Investor ein Vehikel in die Hand, das ihm die M\xF6glichkeit gab, auf
fallende Kurse jeder beliebigen Anleihe zu spekulieren. Man handelte
fortan folglich auf Versicherungspolicen, die \xFCblicherweise den Zweck
verfolgen, den Basiswert z.B. eine Staatsanleihe gegen das Ausfallrisiko
des Emittenten (in diesem Fallbeispiel ein beliebiger Staat)
abzusichern. Der eigentliche Fehler im System oder bzw. die Kuriosit\xE4t
an solch einem Handel - man kann die Versicherungspolice auch
"naked/nackt" handeln. Dies bedeutet, man muss den Basiswert erst gar
nicht besitzen. Keine Versicherungspolice der Welt bietet Ihnen so
etwas. Da gibt es das ber\xFChmte Beispiel: Sie besitzen ein Haus und
versichern es durch eine Brandschutzversicherung. Sie sch\xFCtzen sich
dadurch vor dem Abbrennen Ihres Hauses. Nun kaufe ich als Spekulant
jedoch auch eine Versicherungspolice f\xFCr Ihr Haus bzw. ich erwerbe ein
Derivat, welches mir Gewinne erbringt, wenn Ihr Haus sogar abbrennt.
\xDCber die Moral kann man hier bestimmt streiten - dieses Beispiel zeigt
jedoch den Kern des Problems. Im Normalfall sollen z.B. "Credit Default
Swaps" gegen Ausfallrisiken bei Anleihen absichern. Ein Staat begibt als
Italien eine 5-Jahres-Anleihe. Der aktuelle Spread gem\xE4\xDF "Markit"
zwischen den Deutschen 5-Jahres-Anleihen ("Bunds"), die als Benchmark im
Handel mit Staatsanleihen gelten und den italienischen 5-Jahres-Anleihen
betr\xE4gt 505 Basispunkte. Dies bedeutet, dass die italienische
Schuldenagentur 505.000 US-Dollar j\xE4hrlich zus\xE4tzlich aufwenden muss, um
10 Millionen US-Dollar italienischer 5-Jahres-Schuldtitel gegen Ausfall
zu versichern. Auf die 5 Jahre sind demnach 2.525.000 US-Dollar an
CDS-Geb\xFChren f\xE4llig - zus\xE4tzlich kommen noch weitere Geb\xFChren dazu. An
diesem Beispiel soll vor allem die enorme Mehrbelastung dieser Staaten
erkannt werden, die sich ja weiter irgendwie am Markt refinanzieren
m\xFCssen. Zudem nehmen Staaten ja nicht nur 10 Millionen Euro mit einer
Auktion am Markt auf, sondern begeben Anleihen gew\xF6hnlich in
Gr\xF6\xDFenordnungen von einer halben Milliarde Euro oder US-Dollar bis zu
mehreren Milliarden Euro bzw. US-Dollar. Da werden allein die CDS-Kosten
zum Horror! Einige Eurol\xE4nder haben den Zugang zum Markt bereits
verloren und h\xE4ngen am Tropf des IWF, des EFSF(European Financial
Stability Facility) oder zuk\xFCnftig eben (ESM), der EZB oder einer
sonstigen Institution. Die Europ\xE4ische Zentralbank ist bereits jetzt
schon mit Schuldtiteln der PIGIS-L\xE4nder \xFCberfrachtet, zudem kommen neben
Staatsanleihen auch noch Bankenanleihen und zus\xE4tzliche
Liquidit\xE4tsspritzen f\xFCr die Banken hinzu. Das Exposure der EZB im Bezug
auf in Schieflage geratene Emittenten ist eine Farce - die EZB ist
faktisch schon zum allerletzten Rettungsanker f\xFCr strauchelnde
Emittenten geworden. In den Kellern der EZB (wenn man dies mal bildlich
ausdr\xFCcken m\xF6chte) stapeln sich Schuldtitel der PIGIS-L\xE4nder in H\xF6he von
rund 750 Milliarden Euro (diese Zahl stammt noch aus dem Dezember 2011
und mittlerweile sind es leider wohl \xFCber eine Billion Euro - und es
werden "malheureusement" (Hollande) eher mehr!

M\xE4rkte suchen die Stabilit\xE4t
Verzweifelt sucht man Stabilit\xE4t in diesen Tagen. Doch wo ist diese zu
finden? In deutschen Bundesanleihen wiegt man sich vermutlich sicher. Es
ist ein Wahnsinn, der da gerade passiert. Nur Deutschland scheint man
als gro\xDFem Markt noch trauen zu wollen. Das dr\xFCckt die Renditen von
deutschen 10-Jahres-L\xE4ufern auf Rekordtiefs und damit derzeit auf 1,42
Prozent. Der Euro-Bund-Future - der Zins-Future - notiert mit aktuell
144,06 auf seinem Rekordhoch, den Charttechnikern gehen schon die
Referenzpunkte aus (uncharted territories), um weitere vern\xFCnftige und
technische Anlaufmarken zu generieren. Es bleibt nur noch die obere
Aufw\xE4rtstrendkanallinie, die den Zins-Future auf 145,87 laufen lassen
k\xF6nnte. Die massive Anlage in deutsche Anleihen zu einem faktisch ja
negativen Realzins verdeutlicht die derzeitige Angst und das Misstrauen
des Marktes anderen Teilnehmern gegen\xFCber. Wo soll das blo\xDF enden? Der
Euro bleibt zumindest auch durch dieses Bild insgesamt schwach.
Risikoaversion bedeutet steigende Notierungen im Euro-Bund-Future und
vice versa fallende Renditen bei den Bundesanleihen. Durch die
Risikoaversion kommt es zu Mittelabfl\xFCssen aus dem Euroraum hin zum
Greenback und auch Yen und Pfund. Der Franken hat derzeit sein eigenes
Spiel mit und durch die SNB, die \xFCbrigens auch kr\xE4ftig Bunds kauft.
Diese Mittelabfl\xFCsse aus Aktienm\xE4rkten, Rohstoffm\xE4rkten und weiteren
europ\xE4ischen (in Euro notierten) Anlageklassen lassen den US-Dollar
rapide an Wert gewinnen. Damit einhergehend fallen die in US-Dollar
fakturierten Rohstoffe in ihren Notierungen meist teils bis deutlich
zur\xFCck, da diese durch den erstarkten US-Dollar vorerst teurer wirken.
Es ist ein verbl\xFCffend oft zutreffendes "Korrelationsspiel", das man als
Trader nat\xFCrlich jeden Tag st\xFCndlich, min\xFCtlich auch "spielt". Keiner
wird dies wohl jemals \xE4ndern, es sei denn die B\xF6rsen werden abgeschafft.

Euro weiter schwach
In der abgelaufenen Woche kratzte EUR/USD schon bei Kursen um 1,2645.
Die EUR/USD 1,25 sind folglich nur noch einen Schritt weit entfernt - so
etwas kann ja bekanntlich pl\xF6tzlich und schnell gehen. Die Unterst\xFCtzung
liegt aktuell um die Marke von EUR/USD 1,2625. Der Test dieser Notierung
befindet sich aktuell im Versuch. Zum Zeitpunkt dieser Analyselag das
Tagestief bei rund 1,2642. Die st\xE4ndige Marktunsicherheit um
Griechenland und der gef\xFCrchtete \xDCbertragungseffekt (Ansteckungsgefahr
bzw. Domino-Effekt) auf Spanien, Italien und weitere Eurol\xE4nder, ist
weiter das marktbeherrschende Thema. Die Ressourcen des EFSF mit derzeit
wohl immer noch 700 Milliarden Euro (ob diese tats\xE4chlich bereitstehen
wissen wohl nur die Eingeweihten) werden als "Firewall" gegen einen
Euro-Massenverkauf bei Extrem-Panik wohl nicht ausreichen. Nur zum
Vergleich: Bei einem t\xE4glichen Handelsvolumen von 1 Billion Euro nur in
EUR/USD wird die Gr\xF6\xDFe des EFSF sichtbar. (IWF und weitere Institutionen
werden jedoch wohl sehr zeitnah einschreiten k\xF6nnen und eine etwaige,
vollst\xE4ndige Kurskatastrophe verhindern. Obendrein werden auch die USA,
UK, Schweiz, Japan und weitere Handelspartner nicht an einem
W\xE4hrungszerfall des Euro interessiert sein. Allein deshalb werden sie
den Kurs der Gemeinschaftsw\xE4hrung st\xFCtzen und ihre W\xE4hrungen halbwegs
stabil im Wechselkurs zum Euro halten. Was immer passieren mag in naher
und ferner Zukunft, die EZB ist mehr und mehr im Zugzwang und es ist
tats\xE4chlich fraglich, wie weit sie als "unabh\xE4ngige" Institution
\xFCberhaupt \xFCberleben kann, wenn sie nicht schon l\xE4ngst "politisch" ist.
Ein Vorantreiben einer Fiskalunion wird - ob das allen Betroffenen
schmeckt oder nicht - die einzige nachhaltige L\xF6sung f\xFCr den Euro sein.
Gelingt dies nicht, so ist bald "Ende der Veranstaltung". Den Weg in die
Transferunion wollen viele vermeiden - so kann man es in Statements der
Politiker lesen. Faktisch haben wir die Transferunion schon l\xE4ngst. Die
"Triple-A-L\xE4nder" (viele sind ja nicht mehr \xFCbrig) sitzen auf
gigantischen Verpflichtungen. Wenn die "Zeitbombe" namens
"Euro-Verbindlichkeiten" kracht, so machen auch bei uns die Bilanzen der
Bundesbank und der Bundeshaushalt die Kr\xE4tsche. Wenn das passiert, ist
"Mutti" (Angela Merkel) auf und davon! Der rettende Anker bleibt aber
aktuell tats\xE4chlich Deutschland. Analysten der anglo-amerikanischen
Banken haben zwar eine Bandbreite von Kurszielen von 1,45 bis hinunter
zur Parit\xE4t f\xFCr das Jahresende 2012 ausgegeben, die wenigsten gehen aber
von einem "blow-up" des Euro aus (ein paar sagen das nat\xFCrlich aus
reinem Eigeninteresse f\xFCr gro\xDFe Shortpositionen gegen den Euro). Ein
Fakt bleibt weiter im Markt vorhanden: Die USA ben\xF6tigen einen schwachen
US-Dollar! Allein dies sch\xFCtzt vor einem \xFCberraschenden "blow-up". Zudem
sehen viele Analysten aus dem Bond-Sektor, Devisen-Sektor in Deutschland
einen hohen Wert. Selbst Deutschland verzeichnet derzeit in dieser
Krisenstimmung Repatriierungen von Auslandsinvestitionen und weiteren
Mittelr\xFCckfl\xFCssen - das sorgt f\xFCr langsamere Fahrt im Euro-Abw\xE4rtstrend.

Ungereimheiten, Chaos und st\xE4ndige Meetings und Gipfel
Ein paar Ereignisse lassen weiter das Chaos im Euroraum regieren. Alles
wird zum einem Anti-euro-Giftcocktail verr\xFChrt und dem Investor via
Ticker serviert. Themen wie Banken-Run, massive Geldtransfers in die
Triple-A-L\xE4nder, schlechte Wirtschaftsdaten aus Spanien, politisches
Durcheinander in Spanien, kurzfristig ja auch in Frankreich, in Italien
und vor allem \xC4rger beim Dauerthema Griechenland lassen den Euro einfach
nie zur Ruhe kommen. Der spanische Bankensektor schreibt dauerhaft
Schlagzeilen in dieser Woche und dar\xFCber hinaus. Bankia wird
verstaatlicht, die Kunden heben 1 Milliarden Euro ab, herrje welch
Chaos! Pl\xF6tzlicher Abfall von 700 Millionen Euro auf griechischen
Bankkonten kommt da noch erschwerend hinzu. Ungereimtheiten bzw.
Verwirrung stiften auch Aussagen von EZB-Pr\xE4sident Draghi. Die EZB
akzeptiert nun von griechischen Banken keine "collaterals" mehr.
Komischerweise k\xF6nnen die trudelnden griechischen Banken sich nun bei
der griechischen Zentralbank durch diese von der EZB nicht mehr
akzeptierten Sicherheiten weiter Liquidit\xE4t besorgen - hier scheinen die
Juristen schon das Zepter f\xFCr einen drohenden "Grexit" (Austritt
Griechenlands aus der W\xE4hrungsunion) in die Hand genommen zu haben.
Zumindest k\xF6nnte man diesen Schritt als rein juristisch interpretieren.
Im Endeffekt l\xE4uft danach n\xE4mlich eh wieder alles \xFCber die EZB und die
\xFCblichen Verd\xE4chtigen EFSF, IWF usw. - Verwirrung und
Un\xFCbersichtlichkeit eben. Durch die vielen weiteren Treffen, Meetings,
Gipfel, Wahlen und EZB-Termine kommt der Euro zus\xE4tzlich nicht zur Ruhe.
Niemand kann derzeit einsch\xE4tzen, was wohl als n\xE4chster Schritt droht
und welche neuen Fakten man wohl auf den vielen Treffen, Meetings,
Gipfeln denn noch so schaffen mag. In diesem Fall ein weiterer Punkt f\xFCr
US-Dollar und Pfund - da herrscht zumindest kein Durcheinander! Die EZB
hat aktuell angek\xFCndigt, vorerst keine \xC4nderungen ihrer "Politik"
vorzunehmen. Bei LTRO (long term refinancing operation) und SMP
(Securities Markets Programme - Hinter dem SMP-Programm steht der Ankauf
von Staatsanleihen aus finanzschwachen Mitgliedsl\xE4ndern der Eurozone
(PIIGS) durch die EZB) wird es ohne neuen Marktschock keine \xC4nderungen
geben - eigentlich be\xE4ngstigende Ausdrucksweisen.

Technische Betrachtung des W\xE4hrungspaares - EUR/USD
Sie verschwinden einfach nicht vom Angesicht der M\xE4rkte - die
politischen B\xF6rsen haben sich in Euroland festgebissen. Es bleibt
ungeheuer schwierig halbwegs reelle, glaubw\xFCrdige und nachhaltige
technische Analysen zu erstellen. Denn politischen B\xF6rsen sagt man ja
kurze Beine nach. Sie verf\xE4lschen nahezu jeden Markt und lassen damit
auch eine genaue Analyse schnell zu Makulatur werden. Auf die Sicht der
n\xE4chsten Handelstage werden die M\xE4rkte auf weitere Pr\xFCgel gegen den Euro
setzen - die Positionierungen auf der Short-Seite gegen den Euro sind
gigantisch - dies birgt aber jederzeit besonders hohe Gefahr f\xFCr den
Devisentrader, denn durch die extrem hohe Anzahl von Shorties im Markt
und einem bereits sehr stark abverkauften Euro seit den Zwischenhochs um
EUR/USD 1,3350er-Niveau, werden nun auch irrationalen Kursbewegungen T\xFCr
und Tor ge\xF6ffnet. Schnell kommen mal St\xFCtzungsk\xE4ufe durch konzertierte
Aktionen der Notenbanken oder weiterer, durch ihre eigene Interessenlage
agierenden Gro\xDFbanken, zustande. Die Derivatemaschinerie tut ihr \xDCbriges
und die Gro\xDFspekulation gegen den Euro soll und will auch bek\xE4mpft
werden. Es ist und bleibt gerade in diesem gr\xF6\xDFten und wichtigsten
W\xE4hrungspaar sehr gef\xE4hrlich. Theoretisch l\xE4uft man als Trader zu diesen
Marktzeiten jederzeit in die B\xE4ren- oder Bullenfalle. Eine Meldung
drau\xDFen im Markt von Merkel & Co oder eine vermeldete Katastrophe oder
Hiobsbotschaften aus den PIGIS-L\xE4ndern und schon kracht es am
Devisenmarkt und den Bond- und Aktienm\xE4rkten. Es ist aus diesem Grund
nicht ganz sicher, ob EUR/USD seine Abw\xE4rtsbewegung auch tats\xE4chlich
fortsetzen wird. Die Marke von 1,2625 bietet derzeit zumindest einen
Halt. Der n\xE4chste Rutsch kann dann schon bis auf die 1,2465/50 gehen.
Die alten Tiefs um EUR/USD 1,1875 stehen in diesem ungeheuer schnellen
Markt schnell in ein paar Wochen auf dem Tableau. So unrealistisch sind
diese Zahlen von diversen Instituten nun nicht. Man bemerkt immer wieder
die Rasanz des Kursabschwungs, die Schnelligkeit der Abw\xE4rtsbewegung und
registriert eine umso langsamere Gegenbewegung, der in der letzten Zeit
mehr und mehr die Luft ausgeht. Spikes in EUR/USD werden gerne genutzt,
um wieder Shortpositionen neu zu platzieren. Die immer tieferen
Zwischenhochs verdeutlichen den aktuell eingeschlagenen, langfristigen
Abw\xE4rtstrend, der auf seiner unteren Abw\xE4rtstrendlinie deutlich auf ein
Kursniveau um EUR/USD 1,1500 Peilung nimmt. Die runde Marke von EUR/USD
1,3000 hat sich eine Weile als sehr knackig und bissfest erwiesen. Nun
ist sie gefallen und alle Euro-Bullen tr\xE4umen von dieser Marke, die nun
in weite Ferne ger\xFCckt scheint. Nun kann nur noch Ben Bernankes (BBs)
"Geschw\xE4tz" die M\xE4rkte drehen lassen und den Greenback stark abgeben
lassen. Ob es allerdings mal wieder eine 500-Pip-Tages-Nadel geben wird,
wie schon einmal an einem "Bernanke-Tag" ist jedoch fraglich.
Charttechnik
Werden wir die Parit\xE4t sehen? Werden wir Kurse um EUR/USD 1,1875 oder
darunter in Richtung 1,1500 oder sogar 1,10 sehen? Es ist niemals etwas
auszuschlie\xDFen, aber eine 1,60 oder 1,40 werden wir jedoch in diesem
Umfeld tats\xE4chlich nicht mehr so schnell sehen. F\xFCr die gro\xDFe Unruhe,
die aber aktuell rund um den Euro im Markt herrscht, ist ein aktuelles
Kursniveau von 1,26/1,27 bestimmt kein Chaos oder Ungl\xFCck. Die
europ\xE4ische Gemeinschaftsw\xE4hrung handelt zum Zeitpunkt dieser Analyse
vor der amerikanischen Markter\xF6ffnung bei EUR/USD 1,2711 (14:58 Uhr).

EUR/USD ist auf Tagesbasis charttechnisch betrachtet mit einem RSI-Wert
von 37,1330 (Zeitpunkt der Analyse 18.05.2012, 14:58 Uhr) neutral zu
werten. Die Unterst\xFCtzungen auf Tagesbasis liegen bei S3/S2/S1 >
1,2676/1,2691/1,2700 - die Widerst\xE4nde auf Tagesbasis liegen bei
R1/R2/R3 1,2724/1,2739/1,2749. EUR/USD handelt in einer Tagesspanne von
nur 88 Pips vom Tageshoch 1,2730 zum Tagestief bei 1,2642. Eine wichtige
Haltemarke, die durch den langfristigen Aufw\xE4rtstrend gebildet wird,
findet sich im Bereich der EUR/USD 1,2625.

Von den langfristigen Fibonacci-Retracements vom Allzeithoch bei EUR/USD
1,6036 (100.0) zum Zwischentief bei 1,1875 (0.0) bestimmt derzeit die
23.6-prozentuale Fibo-Marke bei rund 1,2850 das \xFCbergeordnete
Kursbewegungsmuster. Der Trend bleibt weiter abw\xE4rts gerichtet. Um an
diesem Bild etwas zu \xE4ndern, muss EUR/USD nach oben aus der Range
ausbrechen, die 1,2850 zur\xFCckerobern und per Tagesschluss knacken - erst
dann w\xE4re die 1,3000er-Marke anlaufbar. Das B\xE4ren-Szenario ist jedoch
weiter zu favorisieren in diesem Marktumfeld. Achten Sie auf Spikes in
Richtung der EUR/USD 1,2850/70 und nutzen diese erneut f\xFCr Shorts!

Beachte: Derivate wirken in beide Marktrichtungen!!!
Denken Sie immer an eine vern\xFCnftige und besonnene Weise des Handels mit
Derivaten. Derivate k\xF6nnen Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Schuhe
ausziehen. Beherzigen Sie immer eine genaue Risikopr\xFCfung und haben Sie
Ihr Risiko- und Moneymanagement im Griff und vor allem sich selbst und
Ihre Gef\xFChle bei jedem eingegangenen Trade. Sie handeln nicht gegen den
Markt, sondern nur gegen sich selbst! Jeden einzelnen Handelstag!

Ich w\xFCnsche allen Lesern, Tradern und Investoren ein sonniges Wochenende
und eine erfolgreiche neue Handelswoche!

Dirk Friczewsky
Friczewsky Financial Markets

Ob Long oder Short - Wollen Sie Gewinne in steigenden und fallenden
M\xE4rkten erzielen?
In den n\xE4chsten Wochen startet der neue Dienst von Friczewsky Financial
Markets. Der neue Dienst informiert Sie in Echtzeit \xFCber die aktuellen
Kursbewegungen der wichtigsten M\xE4rkte. Mittels der eigenen hausinternen
Expertise werden durch die Technische Analyse, die Fundamentalanalyse
und die Sentimentanalyse Basiswerte der Handelsklassen im Bereich
Aktien, Anleihen, Devisen, Indizes und Rohstoffen einem Marktscreening
unterworfen. Sie werden via Mail und im angemeldeten Bereich via
"Tweets" \xFCber konkrete Setups informiert. Der Dienst ist unabh\xE4ngig,
bevorzugt keine Bank bzw. keinen Broker, keinen Emittenten oder jedweden
Marktakteur oder auch jedwedes Institut!Mit unserem Markteintritt
rechnen wir in den n\xE4chsten Wochen!

Offenlegung gem\xE4\xDF \xA734b WpHG wegen m\xF6glicher Interessenkonflikte: Der
Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit
nicht investiert.

Technical anlysis supported by: ActivTrades PLC, 1 Thomas More Square,
London, E1W 1YW


 

Kurs- und weitere Informationen zum Thema:

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