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Nach dem abrupten Ausscheiden von CEO Tim Sloan bei Wells Fargo (WKN:857949) im vergangenen Monat kündigte das Unternehmen zur Freude vieler Investoren und Aufsichtsbehörden an, dass es extern nach einem Ersatz suchen werde.

Warren Buffett, der CEO von Berkshire Hathaway (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2), glaubt jedoch nicht, dass die Fokussierung auf externe Kandidaten ausreichen wird. Er ist der Ansicht, dass Kandidaten mit einer bestimmten Art von Hintergrund in der Finanzindustrie wenig dazu beitragen würden, die Meinung der Regulierungsbehörden zu den Fragen der Unternehmenskultur der Bank zu ändern.

Was Wells Fargo Buffett zufolge tun sollte

Wenn eine große Bank oder ein Wall-Street-Unternehmen nach einem neuen CEO sucht, tut sie normalerweise eines von zwei Dingen. Sie befördert entweder eine der bestehenden Führungskräfte – wie Goldman Sachs (WKN:920332) kürzlich mit David Solomon – oder sie stellt eine Führungskraft von einem Wettbewerber ein.

Im Falle von Wells Fargo ist die erste Option jetzt gestrichen worden. Die Bank hat bereits gesagt, dass sie nur externe Kandidaten in Erwägung ziehen wird. Aber Buffett glaubt nicht, dass die zweite Standardoption ein kluger Weg wäre, besonders wenn der Wettbewerber eine der Wall-Street-Investmentbanken ist.

In einem Interview diese Woche mit der Financial Times sagte Buffett, dass die Regulierungsbehörden und Schlüsselpersonen im Kongress nicht glücklich sein würden, wenn Wells Fargo eine andere Führungskraft von der Wall Street einstellen würde. „Sie sollte wahrscheinlich nicht von JPMorgan (WKN:850628) oder Goldman Sachs kommen“, sagte er.

Um das klarzustellen: Buffett rät Wells Fargo nicht, alle Bankmanager zu meiden. Schließlich ist es für die Aktionäre von Wells Fargo (von denen Buffett und Berkshire Hathaway mit fast 10 % die größten sind) wichtig, dass der nächste CEO über viel Bankerfahrung verfügt. Zum Beispiel könnte ein ehemaliger CEO einer großen Bank, die nicht an der Wall Street ansässig ist, immer noch eine gute Idee sein.

Wells Fargos größtes Problem und wie Buffetts Rat helfen würde

In dieser Phase der Erholung von den Skandalen der letzten Jahre sollte es für Wells Fargo oberste Priorität haben, die Regulierungsbehörden davon zu überzeugen, dass das Unternehmen genügend Veränderungen vorgenommen hat, um sicherzustellen, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholt.

Wells Fargo hat eindeutig einige ziemlich einschneidende Veränderungen in der Unternehmenskultur vorgenommen, einschließlich der Abschaffung von verkaufsbasierten Anreizen für die Mitarbeiter der Filialen. In den Augen vieler Regulierungsbehörden war das größte anhaltende Problem jedoch, dass einige der Führungskräfte, die während der Skandale verantwortlich waren, noch immer an Ort und Stelle waren. Und nicht nur das, sondern auch der damalige Präsident und COO Tim Sloan war bereits 2016 mit dem CEO-Job „belohnt“ worden, nachdem der ehemalige Leiter nach dem Skandal um gefälschte Konten zurückgetreten war.

Jetzt, da Sloan weg ist, könnte ein neuer CEO genau das sein, was Wells Fargo braucht, um voranzukommen, besonders in den Augen der Aufsichtsbehörden. Zum Beispiel forderte Senatorin Elizabeth Warren, Demokratin aus Massachusetts, persönlich, dass die Zentralbank weiterhin das Wachstum von Wells Fargo einschränkt, bis Sloan weg ist. Bankmitarbeiter sagten kürzlich den Fed-Beamten, dass Sloans Bemühungen die Kultur der Bank nicht annähernd so verändert hätten, wie er behauptet hatte.

Jedoch könnte ein neuer externer CEO nicht genug sein, um jeden zufriedenzustellen, besonders wenn es ein anderer Wall-Street-Veteran ist, den viele der Verantwortlichen (wie Warren) als Teil des Problems sehen würden, nicht Teil der Lösung. Wells Fargo kann nicht wirklich weitermachen, bis das Unternehmen wachsen darf, und dafür braucht das Unternehmen die Erlaubnis der Federal Reserve. Buffett hat vielleicht recht: Ein Bankveteran, der nicht von der Wall Street kommt, könnte die richtige Person für den Job sein.

Die große Frage

Wird Wells Fargo auf Buffett hören? Das ist die Milliardenfrage. Obwohl Wells Fargo noch keine CEO-Kandidaten öffentlich benannt hat, hört man in der Gerüchteküche von den ehemaligen Goldman Sachs-Führungskräften Gary Cohn und Harvey Schwartz (beide leugnen, an dem Job Interesse zu haben) sowie JPMorgan Chase-CFO Marianne Lake. Kurz gesagt, Buffett hofft, dass Wells Fargo keinen der drei einstellt.

Es gibt auch einige Namen von außerhalb der Wall Street, die als Kandidaten gehandelt werden, wie z. B. der ehemalige U.S. Bancorp (WKN:917523)-Kopf Richard Davis. Wells Fargo hat sich geweigert, eines der Gerüchte zu kommentieren.

Buffett glaubt weiterhin an Wells Fargos Geschäft und sagt, dass die Skandale die Bank nicht wirklich eine beträchtliche Anzahl von Kunden gekostet haben. Allerdings ist es für einen Investor natürlich nicht besonders verlockend, wenn ein Unternehmen in dem wohl besten Wachstumsumfeld für Banken seit Jahrzehnten nicht wachsen kann. Buffett könnte recht haben: Um wirklich voranzukommen, muss Wells Fargo sich möglicherweise von der Wall Street fernhalten.

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Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und am 09.04.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt diese.

Motley Fool Deutschland 2019

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