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Meldung

Der Ölkonzern Royal Dutch Shell dürfte am morgigen Dienstag einen Gewinnanstieg von 43 Prozent bekannt geben, davon gehen Analysten aus.

Der Nettogewinn für das zweite Quartal wird demnach bei 6,7 Mrd. USD erwartet, wobei vor allem die gestiegene Produktion und Exploration einen Gewinnanstieg von 70 Prozent mit sich gebracht haben dürfte. Die hohen Ölpreise machen's möglich.
Für das Gesamtjahr 2011 erwarten Analysten bei Shell einen Gewinn von mehr als 27,5 Mrd. USD oder sogar mehr, sollten sich die Ölpreise weiterhin auf dem hohen Niveau bewegen, was wahrscheinlich ist, so es nicht zu einem Zahlungsausfall der USA kommt. Dies würde zu globalen Verwerfungen führen und eine zweite Weltwirtschaftskrise damit fast unvermeidbar.

Beim Wettbewerber BG Group wird derweil sogar mit einer Gewinnverdoppelung gerechnet. Die Analysten von Barclays Capital gehen davon aus, dass das Unternehmen seinen Gewinn im zweiten Quartal auf 2 Mrd. USD steigern konnte.

Auch der gebeutelte Konzern BP dürfte wieder hohe Gewinne einfahren, hier werden 5,7 Mrd. USD erwartet. Das Unternehmen leidet weiterhin unter den hohen Kosten der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Zudem empfehlen Analysten BP die Aufsplittung der Produktions- und Verkaufssparte, so wie es Chevron vor Kurzem getan hat. Damit könnte die Retailsparte des Unternehmens gestärkt werden, die Lasten aus den Entschädigungszahlungen würden allein der Produktionssparte zuteil werden. Ein Großaktionär von BP sagte, dass eine Aufsplittung des Unternehmens zwar ein radikaler Schritt sei, BP und allen voran CEO Dudley müsste sich jedoch überlegen, wie wieder ein Wert für die Investoren geschaffen werden kann. Derzeit wird das Unternehmen schätzungsweise mit der Hälfte des Buchwertes bewertet.

Große Herausforderungen

Die Herkulesaufgabe der Ölproduzenten wird in den nächsten Jahren aber nicht darin liegen, möglichst viel Öl zu verkaufen, das kommt mit dem globalen Wachstum von selbst. Viel wichtiger ist es, das wertvolle Gut zu produzieren, was sich als zunehmend schwierig und vor allem extrem teuer herausstellt. Verdeutlicht am Beispiel BP, welche über einen Aktientausch Zugang zu den russischen Arktisvorkommen erlangen wollte, und damit kläglich am Widerstand der russischen Partner des eigenen Joint Ventures scheiterte.

Dabei versprechen die Nordmeer-Vorkommen zwar hohe Produktionsraten, dies aber erst, wenn Milliardeninvestitionen die Förderung ermöglicht haben. Dass die Unternehmen dazu bereit sind, ist lange klar und absolut notwendig. Ein anderer Big Player in der Branche, die brasilianische Petrobras, hat ebenfalls große Pläne für die Förderung von Öl. Der staatliche Konzern will bis zum Jahr 2016 mehr als 220 Mrd. USD investieren, um die Produktion von Öl aus den atlantischen Subsalz-Vorkommmen zu fördern. Diese befinden sich in mehreren Tausend Metern Tiefe unter eine dicken Salzschicht. Die extrem teure Förderung lohnt sich erst mit Ölpreisen auf dem derzeitigen Niveau und der schieren Größe der Vorkommen. Petrobras schätzt, dass die Vorkommen vor der brasilianischen Küste jenen der Nordsee vor Beginn der Förderung entsprechen.

Unklare Finanzierung

Die enorm hohen Kosten wollen auch getragen werden. So hat Petrobras am Freitag gemeldet, dass man 91 Mrd. USD an Schulden machen und 13,6 Mrd. USD an Vermögenswerten veräußern wolle, um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Kein anderer westlicher Ölkonzern investiert solche Summen, um die Förderung zu steigern. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen nach den aktuellen Investitionsplänen jährlich 12 Mrd. USD an Schulden aufgenommen werden. Damit soll die Ölproduktion bei Petrobras bis 2015 auf 4 Mio. bpd gesteigert werden, 2020 sollen es dann 6,4 Mio. bpd sind. Im Juni 2011 förderte Petrobras 2,64 Mio. bpd.

Die Branche der Ölkonzerne wurde von den Investoren lange Zeit geschmäht, dabei sind die Gewinne astronomisch, Shell könnte 2011 so viel verdienen, wie kein anderes britisches Unternehmen je zuvor. Lange Jahre lohnten sich aber Investitionen in neue Vorkommen nicht, da ein Ölpreis von 5, 10 oder 35 USD einfach keine Margen bietet. Heute entdeckte oder wiederentdeckte Vorkommen brauchen Preise von 100 USD, um eine gewinnbringende Förderung zu ermöglichen. Die Unternehmen haben den Trend lange Zeit verschlafen. Dies könnte dazu führen, dass in den nächsten ein bis zwei Jahren ein Engpass am Markt entsteht, der die Ölpreise noch weiter beflügeln dürfte. Die OPEC geht beispielsweise davon aus, dass im nächsten Jahr eine Mangelproduktion von 2 Mio. bpd die globalen Märkte heimsuchen werde. In dieser Prognose ist jedoch nur die steigende Nachfrage und ausbleibende Produktion von OPEC-Mitgliedsstaaten einkalkuliert. Dass die Produktion bei Ölkonzernen wie Shell oder BP sinken könnte, dürfte für noch größeres Kurspotential bei Öl aber auch den Ölproduzenten sorgen.


Investoren die ihr Investment im Sektor der fossilen Brennstoffe diversifizieren wollen, können mit dem Index-Zertifikat der Bank Vontobel auf den Solactive Fossil Energy Mix Performance Index genau diese Branche abdecken. Der Index umfasst globale Unternehmen wie  Petrobras, Shell, PetroChina und Chevron. Das Zertifikat hat die WKN VT2EME und bildet den Index 1:1 ab.

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