Euro Stoxx 50


WKN: 965814 ISIN: EU0009658145
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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Ein Kursrutsch im Automobilsektor hat dem europäischen Aktienmarkt am Freitag deutlich zugesetzt. Kartellvorwürfe gegen die deutsche Autobranche versetzten dem EuroStoxx 50 am Nachmittag einen weiteren Nackenschlag, nachdem er am Vortag schon vom starken Euro ausgebremst worden war. Der Leitindex der Eurozone rutschte am Ende um 1,37 Prozent auf 3451,71 Punkte ab. Zwischenzeitlich hatte er bei 3436,90 Zählern auf dem tiefsten Stand seit zwei Wochen gestanden.

Der wichtigste Grund für den Kursrutsch war ein am Nachmittag bekannt gewordener Bericht des "Spiegel", wonach die deutschen Autobauer unter dem Verdacht jahrelanger illegaler Absprachen zu Lasten von Verbrauchern und Zulieferern stehen. Ein Belastungsfaktor waren außerdem die abrutschenden Ölpreise und der weiterhin starke Euro, der sich am Freitag deutlich über der Marke von 1,16 US-Dollar behauptete.

Der französische CAC-40-Index wurde von den Turbulenzen in der Autobranche mit erfasst. Er büßte am Ende 1,57 Prozent auf 5117,66 Punkte ein. Der Londoner FTSE 100 schlug sich mit einem halben Prozent Minus auf 7452,91 Punkte etwas besser.

Der Autosektor kam nach dem "Spiegel"-Bericht, wonach sich deutsche Autobauer in einem gemeinsamen Kartell über Technik, Kosten und Zulieferer abgesprochen haben sollen, kräftig unter Druck: sein europäischer Index fiel um 2,71 Prozent.

VW-Aktien waren im EuroStoxx mit minus 3,64 Prozent das Schlusslicht. Auch französische Autobauer wie Renault oder der PSA-Konzern wurden von den Turbulenzen erfasst: sie fielen in Paris im Cac-40 um 2,75 beziehungsweise 3,41 Prozent. Schlusslicht war dort aber der Zulieferer Valeo mit einem Kursrutsch um fast 7 Prozent.

Im EuroStoxx und im Cac-40 gehörten die Aktien von Schneider Electric mit Abgaben von 3 Prozent zu den größten Verlierern. Börsianer verwiesen bei dem französischen Elektronik-Konzern auf Spekulationen über ein möglicherweise wieder aufgeflammtes Interesse an dem britischen Industrie-Softwareanbieter Aveva.

Unter den übrigen Einzelwerten sorgte weiterhin die Berichtssaison der Unternehmen für Gesprächsstoff. Dabei ragten die Aktien von Philips Lighting mit einem Kurseinbruch um gut 8 Prozent negativ hervor. Der Leuchtmittelhersteller hatte erneut einen Umsatzrückgang verzeichnet. Dabei war das Minus etwas höher ausgefallen als von Analysten gedacht.

Der britische Telekomkonzern Vodafone hatte hingegen im ersten Geschäftsquartal unerwartet kräftige Zuwächse verbucht. Das Wachstum des Serviceumsatzes hatte auf bereinigter Basis deutlich stärker zugelegt als erwartet. Die Papiere stiegen um ein halbes Prozent. Europaweit gehörte der Index der Telekomwerte zu denjenigen mit den kleinsten Verlusten.

In Madrid büßten die Anteilsscheine von ACS mehr als 6 Prozent ein. Die spanische Hochtief-Mutter prüft eine milliardenschwere Übernahme des Autobahnbetreibers Abertis mit Sitz in Barcelona./tih/he



 

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