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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der japanische Aktienmarkt tendierte im Februar deutlich aufwärts, so die Experten von Union Investment.
Das Geschehen sei im Wesentlichen durch eine erneute Liquiditätsspritze der Bank of Japan (BoJ) sowie einen in der Folge (insbesondere gegenüber dem US-Dollar) schwächeren Yen stimuliert worden. Darüber hinaus habe sich der Markt jedoch auch über das von den EU-Mitgliedstaaten beschlossene zweite Hilfspaket für Griechenland in Höhe von 130 Mrd. Euro erleichtert gezeigt. Zuletzt habe der Nikkei 225-Index (ISIN XC0009692440 / WKN 969244 ) bei rund 9.723 Punkten notiert, was im Monat-Chip-Index sein bestes Februar-Ergebnis seit 1991 erziele. Seit Anfang des Jahres betrage das Plus 15 Prozent. Dabei habe sich die zunehmende konjunkturelle Erholung in den USA als wichtigem Handelspartner des Landes ebenfalls unterstützend ausgewirkt. Im Berichtsmonat habe die BoJ ihre bereits extrem lockere Geldpolitik weiter gelockert. So habe sie angekündigt, den Ankauf von Staatsanleihen in ihrem geldpolitischen Sonderprogramm um 10 Billionen Yen (rund 97 Mrd. Euro) auf 65 Billionen Yen (etwa 635 Mrd. Euro) auszuweiten. Der Schritt sei überraschend gekommen, zumal in diesem Frühjahr mit einer wirtschaftlichen Verbesserung gerechnet werde. Insofern würden Analysten davon ausgehen, dass die japanische Regierung mit Blick auf die unwillkommene Yen-Stärke Druck auf die Notenbank ausgeübt habe, denn die BoJ habe auch erstmals ein Inflationsratenziel von einem Prozent beschlossen. Im Gefolge habe der Yen kräftig nachgegeben, was gerade exportorientierte Unternehmen beflügelt habe. In ihren Quartalsergebnissen habe sich die Yen-Aufwertung deutlich negativ bemerkbar gemacht. Belastend habe sich zudem die Flutkatastrophe in Thailand ausgewirkt, durch die wichtige Lieferketten für japanische Unternehmen unterbrochen worden seien. Ein Opfer dieser negativen Konstellation sei der Speicherchiphersteller Elpida Memory (ISIN JP3167640006 / WKN A0DK2L ) geworden, der Konkurs habe anmelden müssen. Mit der Yen-Abwertung hätten sich nun die Aussichten für japanische Unternehmen deutlich aufgehellt, die sich noch im vierten Quartal 2011 (das dritte Fiskalquartal 2011/12) sehr zurückhaltend zur weiteren Entwicklung geäußert hätten. Insbesondere die Automobilbranche, die durch das Erdbeben im März letzten Jahres und die Überschwemmungen in Thailand noch zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen sei, dürfte vor Erholungsbewegungen stehen. Unterstützend sollte sich hier auch die zunehmende Wachstumsdynamik in den USA auswirken, die den japanischen Automobilbauern wieder höhere Absatzzahlen bescheren dürfte. Eine weitere Branche, die auf eine deutliche Besserung hoffen könne, sei der Finanzsektor. Hier scheine die Schrumpfung der Aktivitäten gestoppt. Die jüngsten Daten seien bereits ermutigend. Vor allem die Maßnahmen der BoJ sowie zu erwartende höhere Immobilienpreise würden für Unterstützung sorgen. Alles in allem habe sich der Blick in die Zukunft für japanische Firmen aufgehellt. Mit dem schwächeren Yen habe sich ihre Konkurrenzfähigkeit deutlich gebessert. Sei Ende letzten Jahres noch ein US-Dollar/Yen-Verhältnis von 78 bis 80 Yen erwartet worden, seien die Prognosen mittlerweile auf über 80 Yen hochgeschraubt worden. Hierdurch sei im späteren Jahresverlauf mit einer Normalisierung der Gewinnsituation zu rechnen, zumal das Jahr 2011 durch die beiden großen Naturkatastrophen in erheblichem Umfang zusätzlich belastet gewesen sei. Von dieser Entwicklung dürfte der japanische Aktienmarkt profitieren. Darüber hinaus sollte ein konjunktureller Erholungsprozess für weitere Impulse sorgen. 2011 sei aus den genannten Gründen ein schwieriges Jahr gewesen. Allein im vierten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt mit 2,3 Prozent zum Vorjahr (und 0,6 Prozent zum Vorquartal) deutlich stärker als erwartet geschrumpft. Für das Gesamtjahr habe sich ein Rückgang um 0,9 Prozent eingestellt, doch würden sich seit Dezember erste Besserungstendenzen zeigen. Für 2012 erwarte die Regierung ein Wachstum von rund zwei Prozent, getragen vor allem von der inländischen Nachfrage. Dabei dürften die Investitionen des Staates in den Wiederaufbau des durch das Erdbeben zerstörten Nordostens des Landes zunehmend Wirkung zeigen. Die Binnennachfrage mache rund 60 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus. (07.03.2012/ac/a/m) Kurs- und weitere Informationen zum Thema: Nikkei 225 Aktuelle Diskussionen zum Thema: Die grosse Deflation 2010 bis ... (03.05.12) TIPTEL AG unterwegs ... (02.04.12) Nikkei 10.000 Thread (28.03.12) Aktuelle Nachrichten zum Unternehmen: Börsen in Asien überwiegend mit. (12:22) Börsen in Asien unentschlossenen (25.05.12) Börsen in Asien uneinheitlich (24.05.12) Börsen in Asien mit Verlusten (23.05.12) Börsen in Asien mit Zugewinnen (22.05.12) Alle Nachrichten zum Unternehmen Aktuelle Analysen zu den Unternehmen: Nikkei 225 |