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Meldung

Die nächste Korrektur lauert um die Ecke und viele fleißige Sparer überlegen sich, ob sie nun endlich den Sprung ins kalte Wasser wagen wollen, indem sie einen Teil ihres Vermögens in Aktien zum reduzierten Preis investieren. Manche werden es sich einfach machen und auf einen ETF setzen, der einen Index wie den DAX oder den MSCI World abbildet. Besonders lehrreich ist das jedoch nicht. Wer wirklich ein bisschen in die Börsenwelt eintauchen will, der muss Einzelwerte kaufen.

Aber wo anfangen? Manche Tippgeber raten zu Schwergewichten wie Microsoft (WKN: 870747). Die haben über 100 Mrd. Euro Bargeld auf der hohen Kante und schreiben zig Milliarden Gewinne jedes Jahr — eine sichere Sache, so die Argumentation. Dass man als Anleger nur ein Sandkörnchen an einem derartigen Koloss besitzt und die vielfältigen Umsatzströme kaum zu verstehen sind, wird dabei gerne ignoriert.

Deshalb denke ich, dass es besser ist, auf starke mittelgroße Unternehmen mit unkompliziertem Geschäftsmodell zu setzen, an denen man sich einen größeren Anteil leisten kann. Hier sind fünf Ideen:

Einsteigeraktie Nr. 1: Philips

Manche kennen Philips (WKN: 940602) noch als Hersteller von Fernsehern, Magnetband-Musikkassetten und Glühbirnen. Alles längst vorbei: Das frühere Technologiekonglomerat ist nach einem konsequenten Umbau fokussiert auf Gesundheit und Wohlbefinden. Das Einzigartige dabei ist der Lebenszyklusansatz, der vom Babybedarf über Küchengeräte und Luftreiniger bis zur Krankenhausausstattung alles abdeckt.

Gerade jetzt während der Pandemie rücken diese Themen besonders in den Mittelpunkt. Menschen weltweit interessieren sich für eine gesündere Lebensweise und fordern von ihren Regierungen mehr Investitionen in die Gesundheitssysteme. Philips als einer der drei Marktführer sollte erheblich davon profitieren können. Aktuell werden Beatmungsgeräte stark nachgefragt. In den kommenden Jahren wird es eher darum gehen, neu gebaute Krankenhäuser mit bildgebender Diagnostik und anderen Geräten auszustatten.

Außerdem wurden die Anstrengungen verstärkt, Lösungen für Telemedizin zu entwickeln und die Digitalisierung voranzutreiben. Philips hat eine Menge langfristiger Wachstumschancen, verfügt über eine sehr solide Bilanz und dürfte nach der aktuellen Delle wieder steigende Gewinne erwirtschaften. Eine perfekte Aktie also, um über die Gesundheitsbranche zu lernen und gleichzeitig gute Renditen zu erwirtschaften.

Einsteigeraktie Nr. 2: Siemens Gamesa

Siemens Gamesa (WKN: A0B5Z8) widmet sich ausschließlich der Windkraft. Das ist einerseits leicht zu verstehen, denn es geht im Wesentlichen um die Bestückung von entwickelten Windfarmprojekten. Andererseits wirkt dieser enge Fokus auf den ersten Blick nicht ohne Risiko.

Bei Siemens Gamesa reduziert sich das Risiko allerdings gleich aus mehreren Gründen. Erstens haben wir es mit einem der Marktführer zu tun, der insbesondere im aussichtsreichen Offshore-Segment seine Größenvorteile ausspielen kann. Das jüngst vorgestellte Modell mit 15 Megawatt Spitzenleistung ist ein eindrucksvoller Beleg dafür.

Zweitens verfügt das deutsch-spanische Duo über ein gewaltiges mehrjähriges Auftragsbuch in Höhe von 25,5 Mrd. Euro zum 31. März, das eine gute Planbarkeit erlaubt. Ein wachsender Teil davon bezieht sich auf Serviceverträge mit bis zu 30 Jahren Laufzeit.

Drittens kann sich das Unternehmen in gewissem Umfang seine Märkte selbst schaffen, indem es zusammen mit Partnern neue potenzielle Standorte wissenschaftlich vermisst oder mit Finanzierungspartnern wie Siemens Financial Services attraktive Pakete schnürt.

Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft und Offshore-Windkraft dürfte eine entscheidende Rolle dabei spielen. Mit Siemens Gamesa können Neueinsteiger hautnah diese spannenden Entwicklungen mitverfolgen.

Einsteigeraktie Nr. 3: Dialog Semiconductor

Ein weiterer unaufhaltsamer Trend betrifft die Welt der vernetzten Dinge. Mit großen Schritten setzt sie sich in immer mehr Bereichen durch, von Heimelektronik und mobilen Gadgets über smarte Medizintechnik bis hin zum vernetzten Verkehr und Industrie 4.0. All das funktioniert nur, wenn leistungsfähige Batterien und stromsparende Chips für eine lange Laufzeit der Geräte sorgen.

An beiden Fronten wurden in den letzten Jahren riesige Fortschritte erzielt, sodass das Anwendungsspektrum und die Leistungsfähigkeit ständig größer werden. Davon profitiert ein spezialisiertes Halbleiterunternehmen wie Dialog Semiconductor (WKN: 927200) in besonderer Weise. Deren Leistungshalbleiter und Chips zur Signalverarbeitung und Konnektivität sind zentrale Komponenten, die innovative Lösungen möglich machen.

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten ist Dialog praktisch schuldenfrei und die hohen Barmittelzuflüsse erlauben regelmäßige Zukäufe von interessanten kleinen Wettbewerbern. Das macht sie zu einer Einsteigeraktie, die Solidität mit großen Potenzialen verbindet.

Einsteigeraktie Nr. 4: JDE Peet’s

Ganz neu an der Börse ist die Aktie von JDE Peet’s (WKN: A2P0E9). Dabei geht es um so bekannte Marken wie Jacobs, Tassimo, Senseo oder Kaffee HAG. Gerade jetzt während COVID-19 zeigt sich einmal mehr, dass immer Kaffee getrunken wird, mit wachsender Begeisterung. Während es früher vor allem um Koffein, Kondensmilch und Zucker ging, gibt es heute unzählige Varianten mit Aromen, Milchschaum und sortenreinen Kaffeebohnen.

Diese Lust am Individualisieren eröffnet einem global agierenden Marktführer wie JDE Peet’s vielfältige Möglichkeiten zum Ausbau der Marktposition. Professionelle Dienstleistungen, E-Commerce, Café-Ketten und das Teegeschäft könnten auf lange Sicht weitere Geschäftstreiber darstellen. Mit einem Umsatz von 6,9 Mrd. Euro im Jahr 2019 hat der Konzern eine gute Größe, um Börsenneulinge auf eine lange Reise voller Aromen und Renditen mitzunehmen.

Einsteigeraktie Nr. 5: TRATON

Statt Kaffee und Tee stehen bei TRATON (WKN: TRAT0N) Busse und Lkws im Mittelpunkt. Das mag in der aktuellen Rezession nicht gerade wie ein aussichtsreiches Geschäftsfeld aussehen, aber mittelfristig wird sich der Markt erholen und dann sind die stärksten Spieler im Vorteil. Mit seinen Hauptmarken MAN, Scania und VW Caminhões e Ônibus ist der Konzern zwar nach Verkäufen nicht die Nummer eins. Allerdings ist es gelungen, über geschickte Partnerschaften die größte Plattform zu schaffen.

Entwicklungen für die Mobilitätswende rund um Fahrzeugautonomie, digital getriebene Dienstleistungen und Elektrifizierung können so auf viel größere Stückzahlen verteilt werden als bei den meisten Wettbewerbern.

Ein emissionsarmer Transportsektor gehört zu den zentralen Ziele der EU, weshalb kurzfristig viel Geld fließen wird, um die europaweit verteilten Arbeitsplätze zu sichern und die Klimaziele zu erreichen. Die aktuellen Einbußen sollen so schon bald der Vergangenheit angehören.

Einsteiger können sich mit TRATON an einem günstig bewerteten Champion beteiligen und sich gleichzeitig an der zunehmenden Anzahl an Elektrobussen und autonomen Lkws auf den Straßen erfreuen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Microsoft und empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $85 Calls und Short January 2021 $115 Call auf Microsoft.

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