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Meldung
Wien (www.fondscheck.de) - Der Corona-Crash lässt die Kurse schneller schmelzen als die Sonne das Eis, so die Experten von "FONDS professionell".


Grund genug für eine kurze Analyse: FONDS professionell ONLINE zeige, wie aktuelle und ehemalige Topseller bisherige Börsenkrisen gemeistert hätten - und wie gut sie sich zuletzt hätten halten können.

Nur gut einen Monat sei es her, dass wichtige Börsenindices neue Rekordstände erreicht hätten. Mittlerweile würden DAX, Dow und andere Barometer ein gutes Drittel unter diesen Niveaus notieren. Der Schuldige, das sich rasant verbreitende Coronavirus, dürfe mit Fug und Recht als schwarzer Schwan gelten, also als Ereignis, das sich nicht vorhersehen lasse. Die Aussichten für die Märkte seien allerdings schon zuvor getrübt gewesen: Landauf landab hätten Fondsmanager davon gesprochen, dass die Schwankungen zunehmen würden. Doch hätten sich die Fondslenker darauf auch eingestellt? Oder habe der Kurssturz die Manager vermögensverwaltender Fonds kalt erwischt?

"FONDS professionell" habe einige aktuelle und frühere Bestseller unter den milliardenschweren Mischfonds einem Krisencheck unterzogen. Dieser stütze sich auf Daten der Ratinggesellschaft Scope. Die Analysten hätten für ihr neues Fondsportal "Scope Explorer" die Kennzahl "Crash Drawdown" ersonnen, die anzeige, wie hoch der maximale Verlust eines Fonds in bestimmten Börsenkrisen ausgefallen sei - festgemacht an vier Stressphasen.

Das seien erstens die Finanzkrise nach dem Platzen der US-Immobilienblase und der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers 2008 und 2009 sowie zweitens die Eurokrise im Jahr 2011. Drittens hätten die Experten die Ende 2015 und Anfang 2016 grassierende Angst vor einer Rezession ausgemacht und viertens den Herbst 2018, als zunächst die Furcht vor steigenden Zinsen und später der eskalierende Handelskonflikt zwischen China und den USA die Kurse hätten einbrechen lassen.

Auf Wunsch von "FONDS professionell" habe Scope nun eine fünfte Phase ergänzt: Die Ausbreitung des Coronavirus. Diese Krise sei noch in vollem Gange, das Abschneiden der analysierten Fonds dürfe daher nur als Zwischenfazit verstanden werden. Doch auch wenn die Kurse möglicherweise noch weiter fallen würden: Schon jetzt liege der maximale Verlust vieler Fonds im Corona-Crash über dem Minus, das sie während der Finanzkrise hätten verbuchen müssen. Ein wichtiger Grund: Nach der Lehman-Pleite hätten Staatsanleihen solider Schuldner noch als gute Krisenpuffer gedient, heute gelte das nur noch eingeschränkt.

Die Aussagekraft des "Crash Drawdown" möge insgesamt begrenzt sein, schließlich komme es für den langfristigen Anlageerfolg darauf an, welche Performance ein Fonds unter dem Strich über den gesamten Zeitraum abgeliefert habe. Doch Beratern könne die Kennzahl in der Kommunikation mit ihren Kunden dabei helfen, die Anleger darauf vorzubereiten, auf welche Verluste sie sich in derartigen Stressphasen gefasst machen müssten. Denn auch wenn die Menschheit das Coronavirus hoffentlich bald im Griff habe: Der nächste schwarze Schwan sei an der Börse nie allzuweit entfernt.

Lehman-Pleite, Eurokrise, Handelsstreit, Corona-Crash: Wie hätten Bert Flossbach, Klaus Kaldemorgen, Luca Pesarini und andere in Stressphasen abgeschnitten:

Der Acatis Gané Value Event Fonds (ISIN DE000A0X7541 / WKN A0X754 ) zähle zu den aktuellen Bestsellern im Finanzvertrieb. Die Krisen, die es seit seiner Auflage im Dezember 2008 gegeben habe, habe das Manager-Duo besser als die Wettbewerber gemeistert. Aktuell liege der Fonds allerdings noch deutlicher im Minus als der Kategoriedurchschnitt.

Der knapp 13 Milliarden Euro schwere Blackrock Global Allocation (ISIN LU0171283459 / WKN A0BL2G ) könne Anleger und Analysten auf lange Sicht überzeugen. In Krisenphasen gebe er jedoch mitunter stärker nach als der Durchschnitt seiner Wettbewerber.

Edouard Carmignac habe sein Renommee zementiert, als er sein Flaggschiff Carmignac Patrimoine (ISIN FR0010135103 / WKN A0DPW0 ) mit minimalen Verlusten durch die Finanzkrise navigiert habe. Aktuell würden es seine Nachfolger Rose Ouahba und David Older immerhin schaffen, die Verluste im Rahmen zu halten.

Die Bilanz von DWS-Starmanager Klaus Kaldemorgen in Krisenzeiten falle im Wettbewerbsvergleich gemischt aus. Den Handelskonflikt habe sein im Mai 2011 lancierter DWS Concept Kaldemorgen (ISIN LU0599946893 / WKN DWSK00 ) besser als den Corona-Crash umschifft.

Luca Pesarini habe den Ethna-Aktiv (ISIN LU0431139764 / WKN A0X8U6 ), einen Klassiker unter den vermögensverwaltenden Mischfonds, mit Bravour durch die Finanzkrise gesteuert. In späteren Korrekturen habe er meist kein ganz so glückliches Händchen gehabt. Zuletzt habe sich die defensive Positionierung aber wieder ausgezahlt.

Bert Flossbach sage seinen Anlegern ganz offen, dass sie wegen der oft recht hohen Aktienquote seines FvS Multiple Opportunities (ISIN LU0323578657 / WKN A0M430 ) mit hohen Schwankungen rechnen müssten. Der maximale Verlust halte sich trotzdem im Rahmen.

Michael Schoenhaut ziele mit seinem im Dezember 2008 aufgelegten JPM Global Income (ISIN LU0395794307 / WKN A0RBX2 ) auf regelmäßige Ausschüttungen ab, nicht auf eine geringe Volatilität. Dennoch schlage er sich in Krisen wacker.

Der Kapital Plus (ISIN DE0008476250 / WKN 847625 ) habe im vergangenen Jahr seinen 25. Geburtstag gefeiert. Auf lange Sicht sei die Strategie des Mischfonds von Allianz Global Investors gut aufgegangen, in Krisen müssten Anleger aber die Nerven behalten.

2016 sei dem Nordea Stable Return (ISIN LU0227384020 / WKN A0HF3W ) so viel Geld zugeflossen, dass er in den Softclose gemusst habe. Danach seien viele Anleger von der Performance enttäuscht gewesen. Zuletzt seien die defensiven Qualitäten des Fonds wieder zum Tragen gekommen.

Der Privatfonds: Kontrolliert (ISIN DE000A0RPAM5 / WKN A0RPAM ), das im Juli 2010 aufgelegte Flaggschiff von Union Investment, habe das Minus für die Anleger aus den Genossenschaftsbanken zuletzt zumindest begrenzen können. (24.03.2020/fc/n/s)


 

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