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Meldung
Westerburg (www.fondscheck.de) - Trotz einer vom Fondsmanagement in letzter Minute gestarteten Vertrauensoffensive ist der offene Immobilienfonds SEB ImmoInvest (ISIN DE0009802306 / WKN 980230 ) jetzt am Ende.
Fast 2 Mrd. EUR an flüssigen Mitteln haben nicht ausgereicht, alle Rückgabewünsche von Anlegern zu erfüllen. Nun bekommt vorerst keiner etwas. Der Fonds wird bis April 2017 aufgelöst, das Geld systematisch ausgezahlt. Der SEB ImmoInvest ist der größte offene Immobilienfonds, der bisher aufgelöst wird.

SEB Asset Management hat einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen, um den Fonds vielleicht doch noch zu retten. Die Gesellschaft plante, den SEB ImmoInvest am 7. Mai für einen Tag zu öffnen und sammelte dafür die Rückgabewünsche der Anleger. Gleichzeitig appellierte sie an die Anleger, dem Fonds weiter die Treue zu halten. Es hat nichts genützt. Am Nachmittag des 7. Mai teilte SEB mit, dass der Fonds aufgelöst wird. Die aufgelaufenen Anteilsrückgaben haben die Liquidität des Fonds "deutlich überstiegen", heißt es.

Das Fondsmanagement muss die Immobilien des SEB ImmoInvest jetzt veräußern und die Anleger auszahlen. Das soll bis zum 30. April 2017 abgeschlossen werden. Die SEB lässt sich damit länger Zeit als die anderen offenen Immobilienfonds, die bislang abgewickelt werden, allerdings ist der SEB ImmoInvest mit seinen rd. 6 Mrd. EUR Fondsvermögen auch der größte offene Immobilienfonds, der bislang aufgelöst wird. Es müssen immerhin 132 Immobilien verkauft werden. Eine erste Auszahlung in Höhe von 20 Prozent des Fondsvermögens verspricht die SEB schon im Juni 2012, weitere sollen halbjährlich folgen.

Nach Bekanntgabe der Auflösung fiel an der Börse Hamburg der Kurs des SEB ImmoInvest zeitweise auf nur noch rd. 33,50 EUR, was einem Abschlag von über 30 Prozent gegenüber dem von der Fondsgesellschaft angegebenen Rücknahmepreis von 51,26 EUR entspricht. SEB hatte den Anteilspreis u.a. aufgrund der Neubewertungen von Immobilien am 27. April um 5 Prozent gesenkt.

Anleger, die ihr Geld dringend benötigen, können ihre Fondsanteile nach wie vor an der Börse verkaufen, denn das funktioniert auch bei Fonds in Abwicklung. Allerdings machen sie dabei einen Verlust. Ob es sich jedoch mehr lohnt, die Abwicklung mitzumachen, ist schwer zu sagen. Klar ist, dass es länger dauert, bis man über das Geld wieder verfügen kann. Doch die Auflösung eines Fonds muss nicht automatisch mit Verlusten einhergehen.

Die Zukunft eines weiteren rund 6 Mrd. EUR schweren offenen Immobilienfonds entscheidet sich in den kommenden Tagen: Am 18. Mai läuft für den CS Euroreal (ISIN DE0009805002 / WKN 980500 ) die maximale Schließungsfrist von zwei Jahren ab. Noch hat die Fondsgesellschaft Crédit Suisse Asset Management nicht mitgeteilt, ob der Fonds wieder geöffnet werden kann oder auch abgewickelt werden muss. Ende Februar hatte die Fondsgesellschaft KanAm bekannt gegeben, ihren 4 Mrd. EUR schweren offenen Immobilienfonds KanAm Grundinvest (ISIN DE0006791809 / WKN 679180 ) aufzulösen.

Die Union Investment Real Estate hofft jetzt auf eine Beruhigung der Lage. "Wir erleben in diesen Tagen den Schlusspunkt einer Entwicklung, die das grundsätzlich erfolgreiche Produkt bei vielen Kleinanlegern und der Öffentlichkeit in Misskredit gebracht hat", so Reinhard Kutscher von Union Investment Real Estate über die aktuelle Entwicklung. Union bietet vorwiegend Privatanlegern u.a. die offenen Immobilienfonds UniImmo Deutschland (ISIN DE0009805507 / WKN 980550 ) und UniImmoEuropa (ISIN DE0009805515 / WKN 980551 ) an. Sie sind weiterhin geöffnet. Der UniImmoGlobal (ISIN DE0009805556 / WKN 980555 ) hatte nach der Atomkatastrophe in Fukushima einige Zeit geschlossen, was aber nach Angaben von Union Investment nichts mit Liquiditätsproblemen, sondern mit der unsicheren Lage vor Ort zu tun hatte. Man konnte die Immobilien nicht mehr vernünftig bewerten.

Dagegen waren die anderen von den Schließungen betroffenen Fonds in der Regel in Liquiditätsnöte geraten, weil institutionelle Investoren sie als Geldparkplatz für größere Beträge genutzt und ihre Mittel in der Finanzkrise ganz schnell wieder abgezogen hatten. Die Auflösung dieser Fonds sei für die Branche eine Zäsur, heißt es bei Union Investment weiter. Sie biete nun die realistische Chance, die offenen Immobilienfonds wieder als gute Anlagemöglichkeit für Kleinanleger anzusehen. (08.05.2012/fc/n/s)



 

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