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Meldung
Der Pferdesport ist extrem vielseitig, daher bietet er sich förmlich an, hier Wetten abzuschließen.
Insgesamt können Pferdewetten auf eine lange Historie zurückblicken, die sogar bis in das Mittelalter zurückreicht. Wetteten früher Kaiser und Könige gegeneinander, wer das schnellere Pferd besaß, so stehen diese Wetten heute jedermann offen und es hat sich hier ein Markt mit gigantischen Umsatzzahlen entwickelt.


Quelle: https://unsplash.com/photos/PaIDqj8otls

Viele der Wettanbieter agieren heute in Form von Aktiengesellschaften. So auch die Pferdewetten.de AG (vormals Sportwetten.de AG), die in Deutschland als Marktführer bei Onlinepferdewetten gilt.

Ob es sich lohnt, als Privatanleger in so eine Branche zu investieren, soll hier näher beleuchtet werden. Dabei schauen wir uns vor allen Dingen die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Pferdewetten an.

Welche Auswirkungen haben die Ereignisse aus dem Jahr 2020 auf den Wert der Aktie der Pferdewetten.de AG?

Ab dem zweiten Quartal 2020 hat sich alles verändert, und das betrifft natürlich auch den Pferdewetten-Markt. Ab März 2020 hat das Verbot für Rennveranstaltungen in Deutschland, England und Frankreich dazu geführt, dass die angebotenen Wetten auf ein Minimum reduziert werden mussten. Auch im zweiten Segment der AG, den allgemeinen Sportwetten, waren drastische Ertragsverluste zu verzeichnen.

In letzter Konsequenz waren die Verluste aber bei weitem nicht so hoch, wie man zunächst annahm, da die Kundschaft ausgesprochen flexibel war und sich intensiv dem übriggebliebenen Angebot von zuweilen sehr exotischen Wetten widmete. Da Schweden und Australien immer noch Pferderennen durchführten, gab es hier genügend Potential, um die Verluste etwas abzufedern. Somit konnte sich die Pferdewetten.de AG trotz allem ertragsstark durch die schwere Zeit lavieren.

Verschweigen darf man hier aber trotzdem nicht, dass in dem Dienstleistungsgeschäft vor Ort auf den Rennbahnen, und natürlich auch durch die Schließung der Wettshops, die Erträge in der zweiten Märzhälfte nur noch 22 Prozent der sonst üblichen Zahlen erreichen konnten.

Wie geht es nach Corona weiter?

Vor dem Lockdown waren die Erträge sowohl im Bereich Pferdewetten, als auch im Segment Sportwetten allgemein mehr als zufriedenstellend. Durch die herausragende Flexibilität von Geschäftspartnern und Mitarbeitern konnte der Wegfall eines großen Teils der Wettangebote kompensiert werden, was dazu führte, dass finanzielle Verluste in absolut vertretbaren Grenzen gehalten werden konnten.

Wenn man davon ausgeht, dass das Schlimmste jetzt überstanden ist, kann die Pferdewetten.de AG durch die Wiederaufnahme der Rennveranstaltungen zuversichtlich nach vorne blicken. Hierzu trägt auch die Wiederaufnahme des Spielbetriebs der deutschen Fußballbundesliga bei. Auch wenn Pferderennen und Fußballspiele zunächst nur als „Geister“-Veranstaltungen durchgeführt werden können, so wird zumindest das Online-Wettgeschäft verstärkt Fahrt aufnehmen.

Nachdem das Jahr 2019 so gut abschloss, geht man auch trotz Corona nach Aussagen des Vorstandes der Pferdewetten.de AG davon aus, dass der Konzern-EBIT für 2020 bei einer Höhe von bis zu 3 Mio. Euro liegen wird. Somit gibt es auch keinen Grund, von dem Vorhaben abzuweichen, in der noch anstehenden Jahreshauptversammlung den Aktionären eine Dividende von 0,20 EUR/Aktie vorzuschlagen.

Was ist noch wichtig für die Weiterentwicklung?

Bisher steht das Unternehmen auf einem gesunden Standbein, den Pferdewetten. Das zweite Standbein ist zwar etwas kleiner, kann aber durchaus auch als gesund bezeichnet werden. Aber wie will man wachsen?

Sicher sind noch weitaus höhere Umsätze zu erzielen, wenn man neben den Pferdewetten und den allgemeinen Sportwetten, auch das Online-Casino-Glücksspiel anbieten kann. Hier besteht durchaus die Hoffnung, mit einem Andocken des Casino-Geschäfts an die bestehenden Plattformen eine Hebelwirkung zu erzielen und so die Erträge um 25 bis 30 Prozent zu steigern.

Man würde dieses gerne auch jetzt schon tun, nur würde man damit riskieren, die Lizenz für die Pferde- und Sportwetten zu verlieren. Solange der Lizenzierungsprozess für den deutschen Glücksspielstaatsvertrag nicht abgeschlossen ist, ist das Anbieten von Glücksspielen in Online-Casinos in Deutschland nun einmal rechtlich eine Grauzone (manche würden auch sagen illegal).

Was ist vom neuen Glücksspielstaatsvertrag zu erwarten?

Es ist zwar geplant, aber ob es tatsächlich im Juli 2021 den neuen Glücksspielstaatsvertrag geben wird, ist noch nicht in trockenen Tüchern. Wenn er aber nun, wann letztendlich auch immer, in Kraft treten wird, soll dieser Vertrag natürlich auch einen gewissen Zweck erfüllen.

Ganz wichtige Punkte auf der Agenda sind bei der Ausarbeitung des Vertrages der Jugendschutz und die Suchtprävention. Um dieses zu erreichen, sind vorrangig zwei Maßnahmen im Gespräch. Zum einen soll eine Sperrdatei eingerichtet werden. So soll sichergestellt werden, dass fremd- oder eigengesperrte Nutzer nicht dann plötzlich doch wieder irgendwo versuchen, am Glücksspiel teilzunehmen. Geführt wird diese Datei dann in einer noch zu schaffenden bundesweiten Aufsichtsbehörde.

Weiter werden alle personenbezogenen Daten gespeichert und unter den Online-Casinos ausgetauscht. So soll zum Beispiel sichergestellt werden, dass ein Spieler monatlich maximal 1.000 EUR für das Spielen in Online-Casinos und für Sportwetten ausgibt. Mit Hilfe eines automatisierten Systems sollen hier auch spielsuchtgefährdete Zocker frühzeitig erkannt werden.

Zudem soll der neue Vertrag aber auch noch die Anzahl der zu vergebenden Wettlizenzen regulieren, beziehungsweise eine höhere Anzahl pro Anbieter ermöglichen, die momentan auf 20 beschränkt ist. Technisch soll umgesetzt werden, dass sich ein Nutzer nicht gleichzeitig in mehrere Portale einloggen kann, um mit verschiedenen Accounts am gleichen Spielgeschehen teilzunehmen. Auch steht zur Diskussion, die Live-Wetten einzuschränken.

Auch das Thema Werbung für Online-Casinos soll mit dem neuen Vertrag endlich vernünftig reguliert werden. Da es sich ja zurzeit (nach deutscher Gesetzeslage, nicht aber nach europäischem Recht) noch um illegales Glücksspiel handelt, ist hierfür eigentlich eine Werbung verboten. Jeder kennt aber mit Sicherheit die Werbespots auf den Privatsendern, in denen zum Beispiel HP Baxxter lauthals die Vorzüge des Online Gamblings bewirbt.

Da diese Werbespots deutschlandweit ausgestrahlt werden, und somit auch Zuschauer erreichen, in deren Bundesländern das Online-Glücksspiel nicht lizensiert ist, nutzt hier auch nicht der ganz leise und schnell gesprochene Zusatz am Ende des Spots, dass das Angebot sich nur an Teilnehmer richtet, deren Wohnort oder gewöhnlicher Aufenthaltsort sich in Schleswig-Holstein befindet. Die Werbung ist und bleibt auch mit diesem Zusatz nicht erlaubt.

Um also all diesem aus dem Weg zu gehen, wartet man bei Pferdewetten.de AG also noch ab, bis sich die Rechtslage endgültig geklärt hat, um dann auch in diesem Sektor durchzustarten.
 


 

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