Mori Ottoman Fund A EUR


WKN: A0H0QP ISIN: IE00B0T0FN89
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Meldung

SJB FondsEcho. Renasset Ottoman Fund.

 

Russland-Exposure. Erhöht.

Zum Jahreswechsel 2014/2015 auf dem Höhepunkt von Russland-Krise, Ukraine-Konflikt und Rubel-Verfall verabschiedeten sich institutionelle Investoren massenhaft aus ihren Russlandpositionen. Kaum ein Aktienfonds blieb hier nennenswert investiert, die Kurse stürzten ins Bodenlose und sorgten dafür, dass Russland nach Performancekriterien der schlechteste Aktienmarkt des Jahres 2014 war.

Doch es gab auch antizyklisch agierende Investmentprodukte, die sich von den Kursverlusten des MSCI Russia von -38,81 Prozent auf Eurobasis nicht abschrecken ließen und ganz im Gegenteil ihr Russland-Exposure erhöhten. Zu diesen Fonds gehört der Renasset Ottoman Fund A EUR (WKN A0H0QP, ISIN IE00B0T0FN89), der seinen Anlageschwerpunkt auf Osteuropa hat, aber auch Titel aus dem Nahen Osten und Nordafrika beimischt. FondsManager Aziz Unan hat mit dem Contrarian-Ansatz, gerade auf dem Höhepunkt der Marktturbulenzen sein Russland-Engagement deutlich zu erhöhen, einen vollen Erfolg gelandet. Denn per Ende Juni hat Russland als der schwächste Aktienmarkt des Vorjahres mutigen Investoren eine höchst attraktive Rendite beschert: Mit einem Plus von +35,40 Prozent in Euro hängt der MSCI Russia im bisherigen Jahresverlauf alle großen Aktienmärkte weit ab und hat sich vom großen Verlierer zum strahlenden Gewinner gemausert. Da zahlt es sich aus, dass Unan das Russland-Exposure des Renasset Ottoman Fund auf derzeit über 40 Prozent des FondsVolumens gesteigert hat. Zweitwichtigste Anlageregion ist für FondsManager Unan, der über 19 Jahre Investmenterfahrung verfügt und den Fonds von Istanbul aus verwaltet, sein Heimatmarkt Türkei. Nachdem türkische Aktien in 2015 bislang eine schwache Performance zeigten, sieht Unan den Markt nun unter Bewertungsaspekten als attraktiv an.

Der Marktstratege verfolgt eine Bottom-up-Strategie mit opportunistischem Investmentansatz, in dessen Rahmen er nach immer neuen Anlagegelegenheiten Ausschau hält. Basis der Portfolioallokation ist eine fundamentale Markt- und Einzeltitelanalyse, die sich weitgehend unabhängig vom Vergleichsindex des Fonds, dem MSCI EM Europe 10/40 EUR, vollzieht. Mit dieser flexiblen Strategie hat der Renasset Ottoman Fund im laufenden Jahr ein Plus von +18,3 Prozent auf Eurobasis erwirtschaftet, seit Auflegung des FondsProduktes am 3. Januar 2006 waren es +36,7 Prozent gegenüber lediglich +6,3 Prozent bei der Benchmark. Was zeichnet den so erfolgreichen Investmentstil des Fonds, der aktuell über ein Volumen von 71,2 Millionen Euro verfügt, im Detail aus?

 

FondsStrategie. Stockpicking. Praktiziert.

Der Renasset Ottoman Fund strebt ein langfristiges Kapitalwachstum durch die Anlage in ein Portfolio von Unternehmen an, die ihren Sitz in Osteuropa, dem Nahen Osten oder Nordafrika haben bzw. dort den überwiegenden Teil ihrer Geschäftstätigkeit ausüben. Der Anlageschwerpunkt liegt auf Aktien, die an einer anerkannten Börse notiert sind, doch auch nicht börsennotierte ADR (American Depositary Receipts) und GDR (Global Depositary Receipts) können erworben werden. Zu Absicherungszwecken ist für FondsManager Unan zudem die Investition in Derivate möglich, auch kann er indirekte Positionierungen in alternativen Vermögensklassen, wie z.B. Rohstoffen, vornehmen. Der Marktstratege mit Sitz am Bosporus verfolgt eine benchmarkunabhängige Stockpicking-Strategie, in der er proprietäre Bewertungsmodelle qualitativer und quantitativer Art einsetzt und einen disziplinierten Verkaufsprozess bei Erreichen der Zielkurse beachtet. Wichtige Entscheidungskriterien bei der Einzeltitelauswahl sind für Unan die Marktkapitalisierung sowie die Liquidität einer Aktie; zudem fokussiert er sich auf die Qualität des Unternehmensmanagements. Der FondsManager hebt hervor, dass es gerade in den noch relativ unentdeckten osteuropäischen Aktienmärkten ausgezeichnete Anlagegelegenheiten gibt, da hier viele profitable und gut gemanagte, aber noch niedrig bewertete Unternehmen existieren. Sein nicht durch vorgegebene Länder- oder Sektorengewichtungen eingeschränkter Investmentansatz ermöglicht es ihm, die besten Anlageideen über die geographisch breit gestreute Anlageregion herauszufiltern. Zur Portfoliokonstruktion des Renasset Ottoman Fund gehört ein ausgefeiltes Risikomanagement, das sich in einem vergleichsweise niedrigen Beta bemerkbar macht. Wie stellt sich die aktuelle Portfoliostruktur dar?

 

FondsPortfolio. Russland. Favorisiert.

In der Länderallokation des Renasset Ottoman Fund liegt Russland mit einem Portfolioanteil von 41,2 Prozent vorn. FondsManager Unan berichtet, dass hier zuletzt Gewinnmitnahmen getätigt wurden, grundsätzlich aber ein weiter attraktives Bewertungsniveau bei den ausgewählten russischen Wertpapieren vorherrsche. Den zweiten Platz in der geographischen Struktur des Schwellenländer-Fonds belegt die Türkei, wo 38,0 Prozent des FondsVermögens investiert sind. Nach den Turbulenzen rund um die Parlamentswahlen, die mit einem nur knappen Sieg der AK-Partei von Präsident Tayyip Erdogan endeten, sieht Unan hier in erster Linie politische Risiken, aber einen günstig bewerteten Aktienmarkt. Hinter die beiden Eckpfeiler des Fonds Russland und Türkei treten alle anderen Länder in der Portfoliogewichtung deutlich zurück: Aktien aus Tschechien machen 4,0 Prozent des FondsVolumens aus, in Ungarn sind 2,2 Prozent der Anlegergelder investiert. Rumänien bringt es auf einen Anteil von 1,6 Prozent am FondsVermögen, das krisengeschüttelte Griechenland kann mit Beständen von 0,9 Prozent aufwarten. Dass FondsManager Unan bei seinen Investments auch vor Krisenregionen keinen Halt macht, zeigen die Wertpapierbestände in der Ukraine (0,7 Prozent) sowie im Irak (0,5 Prozent). Eine kleine Position in Polen (0,5 Prozent) rundet die geographische Zusammensetzung des Renasset-Fonds ab, der per Ende Mai über einen vergleichsweise hohen Cashbestand von 13,0 Prozent verfügt.

Bei der Branchengewichtung liegt der Schwerpunkt auf Finanztiteln, die 32,7 Prozent der FondsBestände ausmachen. Die Nummer eins der Top-10-Holdings, die Sberbank of Russia, entstammt diesem Bereich. Aktien von Energieunternehmen nehmen mit 19,2 Prozent den zweiten Platz in der Branchenallokation ein, unter den zehn größten Einzelwerten durch die russischen „Platzhirsche“ Gazprom und Lukoil vertreten. Platz drei geht an Rohstoffwerte, die einen Anteil von 10,5 Prozent am FondsVolumen besitzen. Durchschnittlich stark vertreten im Portfolio von FondsManager Unan sind Telekommunikationstitel (7,1 Prozent). Hier zeigt sich der Marktstratege insbesondere vom Anbieter Turk Telecom überzeugt. Versorgeraktien und Basiskonsumwerte kommen auf einen Anteil von jeweils 4,2 Prozent des FondsVermögens, Industrieaktien sind mit 3,4 Prozent gewichtet. Abgerundet wird das breit gestreute Portfolio durch Produzenten dauerhafter Konsumgüter (2,8 Prozent). Indexderivate (2,7 Prozent) sowie diverse Branchen (1,2 Prozent) komplettieren den Gesamtbestand des Schwellenländer-Fonds.

 

FondsVergleichsindex. Korrelation. Hoch.

In unserer unabhängigen SJB FondsAnalysewird der Renasset Ottoman Fund dem MSCI Emerging Markets Europe 10-40 EUR NETR als Benchmark gegenübergestellt. Die Korrelation mit dem europäischen Schwellenländerindex, der zugleich die vom Fonds selbst gewählte Benchmark darstellt, ist hoch. Über drei Jahre liegt sie bei 0,89, auch im letzten Einjahreszeitraum befindet sich die Korrelationskennziffer mit 0,88 auf einem stark ausgeprägten Niveau. Die Kursentwicklung von Fonds und Referenzindex befindet sich damit weitgehend im Gleichlauf, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,80, über ein Jahr nimmt sie einen Wert von 0,79 an. Damit haben sich mittelfristig 20 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 21 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManager Unan mit seiner Stockpicking-Strategie zuletzt etwas stärker von der Benchmark abgewichen ist. Der Tracking Error des Fonds macht deutlich, dass der Emerging-Markets-Experte trotz teils ausgefallener Ländervorlieben die aktiven Risiken auf FondsSeite gut im Griff hat. Die Spurabweichung liegt über drei Jahre bei 8,97 Prozent und geht auf Jahressicht auf 5,79 Prozent zurück. Welche Volatilitätswerte hat der Fonds zu verzeichnen?

 

 

FondsRisiko. Volatilität. Vermindert.

Der Renasset Ottoman Fund weist über drei Jahre eine Volatilität von 18,57 Prozent auf, die noch unterhalb der 22,17 Prozent liegt, die der MSCI EM Europe 10-40 EUR NETR als Benchmark zu verzeichnen hat. Die für einen Schwellenländerfonds sehr moderate Schwankungsneigung fällt auch über ein Jahr niedriger als die des Vergleichsindex aus: Hier beträgt die „Vola“ des aktiv gemanagten Aktienfonds 20,24 Prozent, während die MSCI-Benchmark eine mittlere Schwankungsbreite von 21,81 Prozent besitzt. Damit hat der Renasset-Fonds in beiden Zeithorizonten eine merklich geringere Volatilität aufzuweisen und vermag mit dem besseren Risikoprofil gegenüber dem Referenzindex zu punkten. Kann die Beta-Analyse dieses positive Bild bestätigen?

Der Emerging-Markets-Fonds mit Osteuropa-Fokus macht die Kursschwankungen der europäischen Schwellenländer nur unterdurchschnittlich mit, wie die Risikokennziffer Beta von 0,77 über drei Jahre belegt. Für ein Jahr nimmt das Beta einen Wert von 0,90 an und liegt erneut klar unter dem marktneutralen Wert von 1,00. Den überzeugenden Beta-Werten fügt der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Risiko-Kennziffer den nächsten positiven Baustein hinzu: In allen der letzten 25 ausgewerteten Einzelperioden befindet sich das FondsBeta unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und illustriert, dass der Renasset-Fonds ein stets geringeres Risiko als die Benchmark eingeht. Die niedrigere Schwankungsanfälligkeit beweist sich in Beta-Werten von 0,58 im Tief. Mit Blick auf die Risikostruktur liegt das von FondsManager Unan betreute Investmentprodukt gegenüber dem Referenzindex klar vorn; welche Renditen kann sein Schwellenländer-Portfolio generieren?

 

FondsRendite. Alpha. Ausgeprägt.

Per 22. Juni 2015 hat der Renasset Ottoman Fund über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +10,81 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer Rendite von +3,48 Prozent p.a. entspricht. Wie positiv diese Performancezahlen im volatilen Osteuropa-Sektor zu bewerten sind, macht vor allem die Gegenüberstellung zum MSCI-Vergleichsindex deutlich, der im selben Zeitraum rote Zahlen geschrieben hat: Der MSCI EM Europe 10-40 EUR NETR verzeichnet über drei Jahre eine Euro-Gesamtrendite von -0,93 Prozent bzw. ein jährliches Renditeergebnis von -0,31 Prozent in Euro. Auch beim Wechsel auf die Jahresbetrachtung bleibt eine erhebliche Mehrrendite des Renasset-Fonds zu konstatieren: Mit einer Wertentwicklung von -5,70 Prozent auf Eurobasis stellt sich die Performance des Osteuropa-Produktes merklich besser als diejenige der Benchmark dar, die zweistellige Kurseinbußen hinnehmen musste (MSCI EM Europe 10-40: -10,06 Prozent). Der in beiden Zeiträumen nachweisbare, sich zwischen rund vier und elf Prozentpunkten bewegende Performancevorsprung des Fonds macht diesen zum klaren Sieger im Renditevergleich. Zugleich legt er Zeugnis ab von der Qualität der aktiven Titelauswahl nach Stockpicking-Kriterien, die FondsManager Aziz Unan auszeichnet.

Die Ergebnisse der Alpha-Analyse können das positive Urteil über den Renasset-Fonds untermauern. Über drei Jahre liegt die Renditekennziffer bei 0,29 und damit klar über Marktniveau, auf Jahressicht kann die Kennzahl das einmal erreichte Niveau verteidigen. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte zeigt, dass die Phasen der Mehrrendite generell dominieren. In 19 der letzten 25 Einzelperioden konnte der Ottomanen-Fonds ein positives Alpha bis 1,20 in der Spitze generieren und so einen regelmäßigen Performancevorsprung zur Benchmark aufweisen. Dem stehen lediglich sechs Zeiträume mit negativen Alpha-Werten bis -0,98 im Tief gegenüber. Die Quintessenz der Alpha-Analyse: FondsManager Unan erzielt ein nachhaltiges Renditeplus zum Referenzindex, das angesichts der unterdurchschnittlichen Kursschwankungen seines Portfolios umso höher zu bewerten ist. Diese Outperformance bei verminderter Volatilität findet ihren Ausdruck in der attraktiven Information Ratio des Fonds von 0,42 über drei Jahre: Das Rendite-Risiko-Profil des Renasset-Produktes überzeugt.

 

SJB Fazit. Renasset Ottoman Fund.

Streng nach antizyklischen Kriterien investierende Fonds sind am Markt dünn gesät, obwohl gegen die Marktströmung gerichtete Investments langfristig ein überdurchschnittliches Erfolgspotenzial aufweisen. Der Renasset Ottoman Fund hatte den Mut, auf dem Höhepunkt der Russland-Krise seine dortige Position stark zu erhöhen und konnte so kräftige Kursgewinne einfahren. Auch für den zweiten großen Markt des Portfolios, die Türkei, sieht es nach der zwischenzeitlichen Schwächephase wieder gut aus: Nach einem Abflauen der politischen Störfaktoren dürfte erneut das attraktive Bewertungsniveau türkischer Aktien in den Vordergrund treten. Wer als FondsInvestor auch bei Anlageregionen wie Griechenland und der Ukraine keine Schweißausbrüche bekommt, findet in dem europäischen Schwellenländerfonds eine vorzügliche Depotbeimischung!

 

 

Erläuterungen

 

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

 

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

 

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

 

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

 

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

 

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

 

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

 

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

 

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

 

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

 

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

 

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

 

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

 

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

 

 


 

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