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Wien (www.fondscheck.de) - Anlässlich der aktuellen Krise in der Türkei hat die Fondsratingagentur Morningstar sich angeschaut, welche Fonds einen höheren Anteil als zehn Prozent des Fondsvermögens in Türkei-Aktien und Türkei-Bonds halten, so die Experten von "FONDS professionell".


Denn der Anteil von Türkei-Assets in Indexfonds sei gering. "In den großen globalen Aktien- und Renten-Benchmarks machen Türkei-Assets nur eine vernachlässigungswerte Größe aus. Im MSCI Emerging Markets sind Türkei-Aktien mit sage und schreibe 0,7 Prozent gewichtet", rechne Ali Masarwah, Morningstar-Chefredakteur, vor. Dort also hätten die Turbulenzen der letzten Wochen keine größeren Schäden hinterlassen.

"Wer in aktiv verwalteten Fonds investiert, ist dagegen mit den individuellen Strategien der Fondsmanager konfrontiert, und die können durchaus signifikante Abweichungen der Fondsportfolios von den Benchmarks mit sich bringen", sage Masarwah. Auf der Aktienseite seien Türkei-Papiere in Osteuropa-Fonds besonders hoch gewichtet.

Morningstar habe zwei Kategorien ausgemacht: "Aktien Schwellenländer Europa" und "Aktien Schwellenländer Europa ex Russland". Besonders häufig seien Türkei-Aktien mit 33 Prozent per Ende Juni im Mori Ottoman (ISIN IE00B0T0FN89 / WKN A0H0QP ) vertreten gewesen, immerhin 22 Prozent seien es im SEB Eastern Europe ex Russia (ISIN LU0070133888 / WKN 588459 ) und gut 20 Prozent im Mori Eastern European (ISIN IE0002787442 / WKN 988954 ) gewesen. "Das ist deutlich mehr als die elf Prozent in der MSCI Osteuropa-Benchmark", so Masarwah. In Aktienfonds außerhalb der Osteuropa-Kategorien hätten türkische Assets eine weniger große Rolle gespielt.

Anleihe-Investoren hätten unter der Türkei-Krise zuletzt besonders gelitten. Nicht nur Kursverluste bei Staatsbonds und Unternehmensanleihen hätten ihnen zu schaffen gemacht, sondern ganz besonders auch der Verfall der Lira. "Die Finanzmärkte haben höchst negativ auf die türkische Finanz- und Wirtschaftspolitik der vergangenen Monate reagiert und werden das vermutlich so lange tun, bis die Notenbank geldpolitischen Zügel strafft", sage Masarwah. Das sei keine rosige Prognose für Bond-Investments.

Die gute Nachricht für Anleger: Es gebe kaum Fonds in Europa, die ausschließlich auf Türkei-Bonds setzen würden. Allerdings gebe es laut Morningstar-Analysezahlreiche Osteuropa-Rentenfonds mit hohen Türkei-Gewichtungen. Unter anderem die Fonds INVL Emerging Europe Bond (ISIN LTIF00000468 / WKN A14PH9 ), Deka-ConvergenzRenten (ISIN LU0245287742 / WKN DK0A17 ), Amundi Bond Opportunities (ISIN AT0000A10ZU9 / WKN A1W2AJ ), Raiffeisen-Osteuropa-Rent (ISIN AT0000740642 / WKN 591726 ) und Erste Bond Danubia (ISIN AT0000831409 / WKN 676334 ) hätten mehr als zwölf Prozent Türkei-Anteil. Auch bei manchen global investierenden Anleihefonds und einigen Schwellenländerfonds sei der Anteil türkischer Assets vergleichsweise hoch. (20.08.2018/fc/n/s)


 

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