YOC


WKN: 593273 ISIN: DE0005932735
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22.12.15 First Berlin - YOC AG Research Update
02.09.15 First Berlin - YOC AG Research Update
03.06.15 First Berlin - YOC AG Research Update
11.05.15 First Berlin - YOC AG Research Update
02.02.15 First Berlin - YOC AG Research Update
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23.12.13 YOC – was ist da los?
09.12.13 Yoc – 80 Prozent Kursverlust 2013
08.10.13 YOC - der Traum vom großen App-räumen
21.09.13 Nordex, Daimler, Yoc und Yahoo im (Rück-)Blic.
19.09.13 Gerry Weber und YOC - Sorgenkinder unter s.


 
Meldung

Als die Aktie bei knapp 50 Euro notierte, träumten viele Anleger den Traum vom großen App-räumen bei YOC. Doch mittlerweile ist der Aktienkurs ganz tief in den Keller gesunken, dabei sollte YOC mit Apps auf Mobilgeräten von Apple und Anbietern wie der Telekom reichlich Geld einspielen. Nun gibt es auch noch Hiobsbotschaften von der Managementseite. Wir schauen uns zusammen mit börsengeflüster.de an, ob es noch Hoffnung für YOC gibt. Denn die Wende der vergangenen Woche war dramatisch. Am 1. Oktober 2013 teilte die Gesellschaft mit, dass Vorstandsmitglied Dirk Freytag aus gesundheitlichen Gründen sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt hat. Dem Vernehmen nach war der frühere AOL-Manager und Adtech-Chef bereits seit einigen Wochen nicht mehr in der Lage, das Amt bei YOC zu führen.

Wie aus zuverlässiger Quelle zu hören ist, soll der seit Anfang 2012 an der Spitze von YOC sitzende Freytag in der Tat erkrankt sein. Damit besteht der Vorstand des Berliner Unternehmens derzeit nur noch aus einer Person Dirk Kraus. Ausgerechnet Dirk Kraus, werden sich wohl einige Investoren denken. Denn an der Person des Firmengründers scheiden sich die Geister. Kritiker werfen ihm vor, dass er den Verkauf von YOC zu einem attraktiven Preis verspielt habe und die Gesellschaft unter seinem Expansionsdrang in den Abgrund zu rutschen drohte.

Kapitalerhöhungen ohne Wirkung

Anfang 2011 kam der Spezialist für die Vermarktung von Mobile-Werbung (und damals zusätzlich noch Mobile-Technologien) auf einen Börsenwert von in der Spitze rund 80 Mio. Euro. Doch die zu diesem Zeitpunkt herrschende Erwartungshaltung konnte YOC zu keinem Zeitpunkt befriedigen. Der Kurs rutschte immer tiefer. Im Jahr 2011 verlor die Aktie um 55 Prozent an Wert. 2012 standen dann fast 45 Prozent Verlust zu Buche. Im laufenden Jahr mussten sich Anteilseigner bislang zusehen, wie die Notiz nochmals um fast 80 Prozent kollabierte. Um die finanzielle Not zu lindern, gab es seit 2012 zudem drei Kapitalerhöhungen eine nachhaltige Wirkung haben sie offenbar nicht erzielt.

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Bilanzieller Neuanfang

Das Kursdebakel im laufenden Jahr geht allerdings nur zum Teil auf die Kappe von Firmengründer Kraus. Im September 2012 setzte der Aufsichtsrat den streitbaren Manager vor die Tür und bestellte wenig später, den nun erkrankten Freytag zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Es begann ein großes bilanzielles Reinemachen: Hohe Wertberichtigungen drückten YOC 2012 mit 11,3 Mio. Euro in die Verlustzone, dabei musste die Gesellschaft bereits für 2011 rote Zahlen von 7,9 Mio. Euro ausweisen. Noch immer umstritten ist der bereits Ende Juli 2012 avisierte Verkauf des Bereichs Mobile Technology er stand zuletzt für etwa 37 Prozent der Konzernerlöse von knapp 35 Mio. Euro. In dieser Sparte implementiert und wartet das Unternehmen mobile Internetportale. Ein Jahr nach der Ankündigung, am 24. Juli 2013, meldete YOC hier Vollzug. Der Verkaufspreis von bis zu 6,5 Mio. Euro ist für eine Sparte, die 2012 ein EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erzielte, aber nicht wirklich als attraktiv zu bezeichnen und sieht nach Notverkauf aus.

Vorangegangen war Anfang Juni 2013 eine Hauptversammlung (HV), auf der der geschasste Kraus als Aktionär war er weiter bei YOC engagiert wichtige Weichen für sich stellen konnte. Mit dem Medienberater Ludwig Prinz zu Salm-Salm und dem Rechtsanwalt Bernhard Heiss wurden zwei ihm offenbar nahestehende Vertreter in den Aufsichtsrat gewählt. Abtreten mussten dafür der Unternehmer Peter Zühlsdorff sowie Oliver Borrmann, beide wurden erst auf der Hauptversammlung vom August 2012 in das Kontrollgremium von YOC gewählt. Borrmann ist Vorstandschef der ebenfalls in Berlin ansässigen Venture-Capital-Gesellschaft bmp media investors und kannte sich bei YOC bestens aus, schließlich fand YOC Mitte 2006 den Weg aus dem Beteiligungsportfolio von bmp den Weg an die Börse. Gemeinsam mit Freytag galt er als einer  der Strippenzieher für ein Restrukturierungskonzept von YOC inklusive weiterer Kapitalmaßnahmen.

Sonderlich amused dürfte Borrmann über den Verlauf der HV also nicht gewesen sein. Besondere Freude an ihrem neuen Job bei YOC scheinen aber auch Prinz zu Salm-Salm und Heiss nicht gefunden zu haben. Offensichtlich wurde ihnen der Posten zu heiß. Ende September meldete YOC nämlich, dass die beiden ihre Ämter mit Wirkung zum 24. Oktober 2013 bereits wieder niedergelegt haben. Nachfolger für das scheidende Duo haben die Berliner bislang noch nicht präsentiert.

Wie geht es weiter?

Wo sieht es nun aus um YOC? Mit Dirk Kraus steht nach dem gesundheitlichen Ausscheiden von Dirk Freytag plötzlich jener Mann allein an der Spitze, der erst vor gut einem Jahr aus dem Unternehmen gejagt wurde. Die finanzielle Situation von YOC dürfte trotz des Technology-Verkaufs noch immer sehr angespannt sein. Seit Wochen warten Investoren auf Neuigkeiten hinsichtlich der auf der Hauptversammlung am 6. Juni 2013 beschlossenen Kapitalerhöhung von bis zu 571.700 Euro. Einzelne Anteilseigner hatten gegen dieses Vorhaben Widerspruch zu Protokoll gegeben. Zudem hatte YOC auf dem Aktionärstreffen die Voraussetzungen für weitere Maßnahmen im Volumen von bis  1,3 Mio. Euro geschaffen. Fraglich ist derzeit jedoch, woher die Investoren stammen sollen, die selbst wenn die juristischen Scharmützel geklärt sind  in der neuen Konstellation YOC frisches Geld zuschießen sollen. Als Alternative würde sich noch der Verkauf der im Bereich erfolgsbasierter Werbemodelle (Affiliate Marketing) tätigen Tochter Belboon GmbH anbieten und den Erlös in das neue Kerngeschäftsfeld, die Vermarktung mobiler Internetseiten und Applikationen, zu stecken.

An der Börse wurde die Nachricht der Amtsniederlegung von Vorstandschef Dirk Freytag relativ gelassen hingenommen. Mit 1,93 Euro bewegt sich der Kurs aber ohnehin auf einem traurigen Niveau und steht YOC somit nur noch eine Kapitalisierung von 5,52 Mio. Euro zu. Andererseits sehen die Bilanzdaten schaurig aus: Das Eigenkapital beträgt minus 0,847 Mio. Euro. Liquiden Mitteln von 0,439 Mio. Euro stehen Finanzschulden von 7,7 Mio. Euro entgegen. YOC braucht also dringend neues Geld. Bleibt zu hoffen, dass Neu-Alt-Vorstand Dirk Kraus diese Herausforderung meistert. Ansonsten wäre es nämlich schade um einen einstigen Hoffnungsträger aus dem heimischen Small-Cap-Sektor. Privatanleger schauen sich die weitere Entwicklung besser noch von der Außenlinie an.



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