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Meldung
Es gibt Tage, da sucht man f\xF6rmlich die Themen und den Aufh\xE4nger f\xFCr eine solche Kolumne.
Dann gibt es Tage, da k\xF6nnte man angesichts des Stoffs f\xFCnf und mehr Kolumnen schreiben und jede h\xE4tte ihre inhaltliche Berechtigung. Und so sehen sie es mir nach, dass ich diesmal inhaltlich von Pontius zu Pilatus wechsle und zur\xFCck.

Sehr ge\xE4rgert habe ich mich \xFCber Vodafone Deutschland. Ob Sie es glauben oder nicht, die Portierung sowohl meiner privaten als auch beruflichen Nummern soll – trotz Zusage vor Ort bei Kauf zum 31.01.2012– erst zum 17. Februar erfolgen, was f\xFCr ein Unternehmen wie uns eine mittelgro\xDFe Katastrophe ist. Wobei neben der Begr\xFCndung das Beste an dieser Angelegenheit die Dreistigkeit der Dame in der Hotline war, die das noch als Kundenservice verkaufen wollte und auf meine Kritik hin einfach auflegte. Aber kommen wir zur sagenhaften Begr\xFCndung. Das neue Produkt LTE sieht eine 4.w\xF6chige R\xFCckgabem\xF6glichkeit vor. Da man als Kunde theoretisch also die Rei\xDFleine ziehen kann, portieren die Jungs von Vodafone einfach erst nach Ablauf der vier Wochen. Zusage hin, Zusage her. Offensichtlich ist der deutsche Vorstand von Vodafone von der Qualit\xE4t des Produkts und seinem Produkt so wenig \xFCberzeugt, dass er diese unsinnige Vorgehensweise als angebracht sieht. Denn w\xFCrde an das Produkt glauben, m\xFCsste er so nicht handeln. Toll Vodafone. Willkommen im 21 Jahrhundert. Ich nenne das Schei\xDF-Service!

Dann gehe ich gleich weiter zu eBay und Paypal. Einer meiner S\xF6hne hat dort einen gebrauchten iMac G5 ersteigert. Leider war das Ger\xE4t mit einem Fehler behaftet, der in den Foren zuhauf seinen Widerhall findet. Wir haben das reklamiert. Der Verk\xE4ufer behauptet, dass das Problem aus dem Transport bzw. der unsachgem\xE4\xDFen Behandlung resultieren w\xFCrde. Was schlicht gelogen ist. Weil das h\xE4ufig auftauchende Grafikkartenproblem, jedenfalls den Foren zufolge, allgemein bekannt ist. Nun setzte man uns eine Frist bis zu der wir ein Gutachten eines H\xE4ndlers einreichen sollte, die nun leider verstrichen ist. Weil der Macintosh H\xE4ndler hier in Kiel am Europaplatz mir telefonisch am Freitag f\xFCr Montag ein solches Gutachten zusagte und am Montag der dort Angetroffene sich an diese Zusage schlicht nicht halten wollte. Alle Pl\xE4tze seien belegt und das Diagnoseprogramm w\xFCrde 10 Stunden dauern. So kommen Betr\xFCger mithilfe interner kundenunfreundlicher Prozesse durch. Ein hanseatischer Kaufmann, den in Deutschland wohl keiner mehr kennt oder kennen mag, h\xE4tte anders gehandelt. Auch Schei\xDF-Service.

Da w\xFCnscht man sich dann doch kleine deutsche inhabergef\xFChrte Mittelstands-Unternehmen, in denen der Chef noch erreichbar ist, und die sich deshalb noch anstrengen und k\xFCmmern. Etwas, was gar nicht hoch genug gesch\xE4tzt werden kann. Jeder von Ihnen, der einmal in Not kam, wei\xDF das. Wobei wir von Globalyze inzwischen aus unseren schlechten Erfahrungen mit den Gro\xDFen, soweit m\xF6glich, mit jungen und neugegr\xFCndeten Unternehmen und Dienstleistern zusammenarbeiten, weil uns die Arroganz der Etablierten teilweise so etwas von auf den Senkel geht. Leider kommt man daran, aufgrund der planwirtschaftliche Tendenzen beinhaltenden Wirtschaftspolitik dieser sich konservativ-liberal nennenden Regierung, nicht immer vorbei.

Insofern habe ich mit gro\xDFem Interesse gelesen, dass China seine Zukunft nicht wie Frau Merkel und ganz Europa in den Banken sieht, in die sie r\xFCckw\xE4rtsgewandt Milliarden, ja inzwischen Billionen von Euro stecken, sondern zukunftsgewandt in Mikro und Kleinunternehmen. Sie haben richtig gelesen. China investiert fast zweieinhalb Mrd. Dollar in einen Start-up Fonds. Die Begr\xFCndung?

“The micro and small-sized business is the main channel of creating new jobs, the platform for entrepreneurs to grow and the major force for scientific innovation.” Und: “Small companies have "significant strategic importance" to helping China keep stable and rapid growth amid a global financial meltdown.”

Respekt kann ich da nur sagen. Und so werden die Google, Microsoft und Facebook der Zukunft wohl aus China kommen. A propos Facebook. Facebook Gr\xFCnder Marc Zuckerberg hat gestern seinen Wertpapierprospekt bei der B\xF6rsenaufsichtsbeh\xF6rde SEC eingereicht und wird uns in K\xFCrze mit einem 10 Mrd. Dollar B\xF6rsengang begl\xFCcken. Wobei das Unternehmen auf satte 75 bis 100 Mrd. Euro taxiert wird. Wenn man nun dagegensetzt, dass mir vor ein paar Jahren ein Firmenkundenberater der Deutsche Bank AG sagte, dass „bei Internet und Software bei den Kollegen in Hamburg die Schotten heruntergehen“, sieht man wie ungeheuer fortschrittlich sogar die gr\xF6\xDFte deutsche Bank, die sich angeblich den Mittelstand auf die Fahnen geschrieben hat, ist und auch die anderen sind.

Kommen wir zum gescheiterten Deutsche B\xF6rse-Nyse Deal. Der Untergang des Abendlandes, wie es Dr. Francioni sieht, ist das ganz gewiss nicht. Ich rate ihm, statt sich in Gigantomanie zu \xFCben, sein Angebot zu verbessern. Wenn man mal sieht, was unsere Kunden, wenn Sie z.B. japanische Aktien kaufen wollen, f\xFCr unversch\xE4mte Spreads akzeptieren m\xFCssen – obwohl es sich da um gro\xDFe japanische Konzerne handelt – dann glaube ich, dass da noch genug Verbesserungsbedarf hierzulande beseht. Auch die ganz schwer an ein Oligopol erinnernde Organisation der Kursverteilung \xFCber die Vendoren und Subvendoren k\xF6nnte man im Zeitalter der 21. Jahrhunderts \xFCber Standardschnittstellen f\xFCr jedermann auch einfacher regeln. Aber wer will in Deutschland schon einfache L\xF6sungen und Wettbewerb? Wo man doch anders bei den Kunden besser abkassieren kann?

\xDCberhaupt geht mir diese neue, \xFCberall aufkommende Gro\xDFmannssucht m\xE4chtig auf den Zeiger. W\xE4hrend man \xFCberall noch gr\xF6\xDFer und noch sch\xF6ner sein will, bleibt das Einfache Reine, z.B. der einfache Prozess, das einfache Produkt, der einfache Service auf der Strecke. Wie w\xE4re es, wenn sich die Damen und Herren einfach mal um ihr Kerngesch\xE4ft k\xFCmmern w\xFCrden statt Monopoly zu spielen? Auch f\xFCr die Politiker g\xE4be es in Deutschland genug Baustellen. Da muss man nicht weltweit und in Europa laufend Neue aufmachen.

Zuletzt noch ein konkretes Beispiel wie doof wir uns in diesem unserem Land verhalten. Wie Sie wissen, haben wir im November letzten Jahres einen Aktienfonds \xFCber so eine Art Nachwuchsfondsgesellschaft, die Luxemburger Venova SA, eine 100% Tochter der gro\xDFen und renommierten Luxemburger Axxion SA, aufgelegt. Wir liegen derzeit mit einem Fondsvolumen von 400 T\xA4 noch ziemlich niedrig. Wobei wir aufgrund einer Kostendeckelung durch unseren Partner in den Verwaltungsgeb\xFChren auch nicht teurer sind als andere Fonds. Daf\xFCr aber aufgrund unseres rein rationalen und vollautomatischen Vorgehens vollkommen unabh\xE4ngig und manipulationsfrei. Was – wie die Finanzkrise gezeigt hat – ein Wert an sich ist.

Jetzt bekommen wir wieder und wieder zu h\xF6ren, dass unser Ansatz, den ich jedenfalls so in der deutschen und europ\xE4ischen Fondslandschaft nicht noch einmal wieder finde, zwar ein toller sei, aber man erst ab einem Volumen von 10 Mio. Euro einsteigen k\xF6nne. Das gipfelte in der Aussage eines Gespr\xE4chspartners, dem ich den Carmignac Patrimoine A gegen\xFCber hielt und auf die relativ schlechte Performance seit Mitte 2010 hinwies, dass er lieber einen Fonds kaufen w\xFCrde, der wenig bis keine Rendite bringt, als einen kleinen sehr renditetr\xE4chtigen Aktienfonds. Was wohl ganz sch\xF6n bescheuert ist. Insbesondere wo wir doch mit der Performance unserer Top10 im zweiten Halbjahr mit \xFCber +70% nicht nur den Camignac ordentlich outperformten, sondern eigentlich alles was Rang und Namen hatte. Egal. Meine Antwort, also die Antwort eines Unternehmers, der die \xC4rmel noch hochkrempelt und selbst anfasst war, dass wir eine so hohe Rendite zeigen werden, dass der Markt an uns nicht vorbeikommen wird. Und mancher sich nachtr\xE4glich w\xFCnschen wird, dass er doch von Anfang an dabei gewesen w\xE4re. Basta!

Eines ist klar. Solange sich die Anleger und Institutionellen so irrational verhalten, so lange werden wir diese Finanzkrise noch mit uns herumschleppen. Wer den sicheren Kapitalverlust \xFCber nicht die Inflation deckenden Nominalzinsen einer Markenbank und schwache Renditen von etablierten Fondsgesellschaften einer beinahe sicheren, \xFCberdurchschnittlichen und vor allem manipulationsfreien Rendite eines Newcomers vorzieht, der ist nicht mehr zu retten. Und geh\xF6rt wohl auch \xFCber Verm\xF6gensverluste bestraft. W\xE4hrend sich umgekehrt unsere Globalyze Kunden - gemeinsam mit uns und bei Gleichgerichtetheit der Interessen - nach und nach ein Verm\xF6gen aufbauen und so eine sinnvolle private Altersvorsorge betreiben.

Zum Schluss muss ich feststellen, dass ich immer wieder von der Passgenauigkeit meines Kalenderspruchs (ob das noch mit rechten Dingen zugeht? ;.)) beeindruckt bin. Dort lese ich heute von der Wiener Philosophin, Autorin und K\xFCnstlerin Dr. Lisz Hirn:

„Wagenden hilft das Gl\xFCck. Allen anderen hilft gar nichts.“

Passender k\xF6nnte der Spruch nicht sein. In diesem Sinne.

Ich w\xFCnsche Ihnen einen sch\xF6nen Tag und stets hohe Renditen.

Ihr Norbert Lohrke

Globalyze
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