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Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt ?



Thema wurde 3397 mal gelesen , umfaßt 83 Postings und wurde mit 34 Punkten bewertet.

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34 1.  Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt ? 22764 Postings, 4655 Tage Maxgreeen 08.06.10 08:26
 
Das war der Tenor von Merkel und Westerwelle.
Wer sind WIR?  Ich denke die Herren und Damen Politiker meinten sich selbst und die 5% in unserem Staat die von der Überschuldungsorgie des Staates seit Jahrzenten kräftig profitieren.

Deshalb wird auch der Spitzensteuersatz nicht angehoben, die Erschaftsteuer nicht neu belebt, die Vergünstigungen für Hotel nicht zurückgenommen, endlich ein gerechteres Gesundheitssystem und Steuersystem geschaffen usw.

Man will 80 Mrd in 4 Jahren sparen, hört sich viel an ist aber wenig. In den nächsten 4 Jahren werden ca. 650 Mrd Euro an Subventionen verbraucht. Bei den Subventionen ca. 15%in allen Bereichen sparen und schon sind 80 Mrd pro Jahr kein Problem und so ein Schwachsinn wie die Erhöhung von Steuern für Flugreisen unnötig ( ist eh kontraproduktiv ).

Die Probleme werden in den nächsten Jahren noch grösser werden und kein Geld vorhanden. Man muss an die fetten Tröge gehen sonst wird das nichts. Und vergessen wir nicht das durchschnittlich jeder Deutsche über 80.000 Euro Bargeldreserven verfügt. Eine 4 köpfige Familie hat durchschnittlich 320.000 Euro auf der Kante.
Nicht erschrecken wenn es nur 3200 Euro sind. Müsst ihr die Bank fragen wo sie euer Geld versteckt haben. :))

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2 59.  hä? 4971 Postings, 7425 Tage Apfelbaumpf. 08.06.10 10:07
 
Also, wenn die Stromkonzerne eine Steuer bezahlen müssen, triffts den Verbraucher.
Aber die Pharmaindustrie willst du schröpfen? Wen trifft's denn da?

Was ist denn das für eine Logik?


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Grüße
Apfelbaumpflanzer
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5 60.  zum Thema Privatschule 58056 Postings, 4788 Tage jocyx 08.06.10 10:15
 
Wer sein Kind auf eine private Schule schickt, darf 30 % des Schulgelds steuerlich absetzen.
Was denkt ihr, wer diese Steuerersparnis mit seinen Syteuern ausgleichen muss ?  
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  61.  @Apfelbaum 27350 Postings, 4034 Tage potzblitzzz 08.06.10 10:16
 
Es trifft nicht den Patienten, wenn die Krankenkassen in einer besseren Verhandlungsposition wären.

Warum gibt es denn Reimporte von Arzneien?
Warum werden Medikamente ohne neuen Nutzen teuer als Innovation verkauft?

Warum kaufen die Krankenkassen Medizinprodukte zu einem Vielfachen des Marktpreises?
In meiner Familie gibt es medizinisches Personal. Daher weiß ich, dass simple Kathederschläuche, die für Cents in Asien produziert werden, den Krankenkassen mit 10 bis 20 Euro berechnet werden. Ich weiß nicht, ob es Unwissenheit ist, aber die Produkte muss man doch nicht so teuer einkaufen? Wen machen wir damit denn so satt?


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3 62.  Bei den Stromkonzernen sind wie ALLE mit Schuld 10765 Postings, 5351 Tage gate4share 08.06.10 10:16
 
Jedenfalls diejenigen, ich bin da auch nicht besser, die nicht den günstigsten Stromanbieter nehmen.

Die Stromanbieter haben kein  Monopol mehr, offiziell. Aber wir Verbraucher geben es ihnen, wir schenken es ihnen.

Nur so ermöglichen wir Ihnen, dass sie alles umlegen bzw. weiter geben können, was sie eigentlich selber tragen müssten und sie können hohe und höchste Gewinne machen!  

Wir Verbraucher vereiteln hier eigentlich den Wettbewerb.

Diese Brennstabsteuer, ist aber doch sehr gerecht und logisch!

Die Verlängerung der laufzeiten der Kernkraftwerke spart enorme Kosten. Denn gerade wenn die Kraftwerke mal laufen, ist die Produktion sehr günstig.  Würde man diese Verlängerung nicht genehmigt haben, müssten die Stromkonzerne nach andern Quellen suchen und diese erst teuer schaffen.

Mit dieser Steuer wird eben der Vorteil , den die günstige Produktion mit sich bringt - abgeschöpft.

Also eigentlich profieren der Staatshaushalt davon.  
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10 63.  Geldkreislaufgeschwindigkeit entscheidet... 24619 Postings, 7148 Tage Tony Ford 08.06.10 10:26
 
Es ist letztendlich unerheblich, wie viel wir bezahlen, denn viel erheblicher ist die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes.
Und da hat man die letzten Jahre zunehmend dafür gesorgt, dass die Umlaufgeschwindigkeit sinkt (mit Ausnahme der Finanzmärkte ;-))

Ein Beispiel:

Ein Arbeiter verdient 1000€, er kann sich davon gerade so seine Miete und Lebensmittel leisten. Die Reparatur seines Autos konnte er auch nicht rechtzeitig zahlen, also zahlt er die Rechnung in kleinen Raten bei seiner Werkstatt ab. Naja und Friseur, dahin geht er schon seit Jahren nicht mehr und seien Frau schneidet ihm die Haare.
Mit den Kindern ins Schwimmbad gehen? Naja hin- und wieder wegen der schönen Rutschen muss Vati ins Schwimmbad gehen. Doch natürlich nimmt er Essen und Trinken mit, weil es ihm am Kiosk zu teuer ist. Alternativ gibt es natürlich noch den kleinen Badesee nebenan und dies völlig kostenlos ;-)

Der Friseur jammert über die schlechten Zeiten und muss seinen Angestellten zwangsläufig niedrigste Löhne zahlen, andernfalls Leute entlassen, denn die Miete des Salons und die Gerätschaften und der noch laufende Kredit müssen eben getilgt werden.
Die Werkstatt jammert rum, weil sie ständig dem Geld hinterher rennen müssen und eigentlich immer in Vorauskasse gehen müssen.
Der Kioskbesitzer im Schwimmbad langweilt sich, denn außer Eis verkauft er am Tage relativ wenig.
Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ist hier sehr gering, damit natürlich auch der Umsatz gering, was wiederum eine geringere Mehrwert- und Umsatzsteuer bedeutet.

Nun mal das Gegenbeispiel:
Ein Arbeiter bekommt statt der 1000€ => 2000€
Er kann seine Werkstattrechnungen problemlos sofort begleichen und wenn es mal etwas enger ist, gibt ihm die Bank auch mal ein Darlehen.
Der Friseur freut sich über die regelmäßige Kundschaft und so manche Kunden sind auch plötzlich bereit, sich mal eine außergewöhnliche Frisur zu gönnen.
Ins Schwimmbad geht man nun unbeschwert und auch ein warmes Mittagessen am Kiosk gönnt man sich.

Die Werkstatt ist flüssig und muss dem Geld nicht mehr hinterher rennen, zudem werden nun auch wieder mehr Autos aufgemotzt, Extras eingebaut, weil es sich die Leute leisten können.
Der Friseur kann seinen Kredit gut bedienen und auch seine Angestellten vernünftig bezahlen.
Dies wiederum führt dazu, dass die Angestellten selbst auch wieder Dienstleistungen nutzen, die sie sich vorher nicht leisten konnten.

Aus den 2000€ werden dann innerhalb eines Monats gut und gerne auch mal schnell 5000€ Umsatz und mehr. Die Umlaufgeschwindigkeit ist deutlich höher als beim ersten Beispiel, entsprechend sind auch die Steuereinnahmen und das Wachstum wieder höher.

Vereinfacht gesagt ist es ideal, wenn man versucht möglichst viele der Bedürfnisse zu befriedigen.
Momentan jedoch ist es so, dass 10% Reiche all ihre Bedürfnisse erfüllt haben, weitere 30% ihre Bedürfnisse gut befriedigt sehen und 60% große Bedürfnisse haben, diese aber fehlenden Geldes nicht annähernd erfüllen können.  
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6 64.  Was auch immer vergessen wird 27350 Postings, 4034 Tage potzblitzzz 08.06.10 10:46
 
Die Hartz4-Kohle ist ebenso eine Wirtschaftssubvention. Nichts wird gespart, alles fließt in den Markt.
Zieht man dort Geld ab, verringert sich der Umsatz, rationalisiert sich das Unternehmen, entlässt ggf. Mitarbeiter.  

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4 65.  #64 22764 Postings, 4655 Tage Maxgreeen 08.06.10 10:59
 
100 Euro /Monat mehr für jeden Hartz4ler sind gleich 100 Euro in sofort in den Einzelhandel gehen, sofort 19% Steuerrückführung, sicherung von Einzelhandelsarbeitskräften ( auch Teilzeit )

100 Euro /Monat mehr für jeden der mehr als 2000 Euro netto verdient, das Geld geht aufs Sparbuch, Investmentfond, Aktien, Optionsschein etc.

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2 66.  jocyx 10721 Postings, 7591 Tage Gruenspan 08.06.10 11:01
 
ob dat steuerecht gerecht odda ungerecht ist
bleibt in der betrachtungsweise jedes einzelnen bürgers

ich will dir ma ein anderes gegenbeispiel bringen

z.b muss meine private kasse
jedes jahr etwa 100 millionen in den sog. kassenausgleich zahlen
da die gesetzlichen nicht in der lage sind
vernünftig zu wirtschaften

so gesehen finanzieren privat-versicherte .....

ok, dat nennt man dann wohl solidargemeinschaft

also bitte ....

tony ford
bei deiner rechnung hast du abba die dann entstehende und wahrscheinlich steigende preisentwicklung
vergessen
odda wird die gedeckelt?  
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3 67.  @Gruenspan... 24619 Postings, 7148 Tage Tony Ford 08.06.10 12:09
 
wenn wir ein Wirtschaftswachstum von 3,5% haben, dann tun uns auch die 1% nicht weh ;-)

Naja und zum Thema private Kassen und vernünftig wirtschaften ist das so ne Sache, denn wenn man als gesetzliche Kasse die 5mio. Arbeitslosen und 10mio. Geringverdiener mit versorgen muss, dann kann man nunmal nicht ordenlich wirtschaften.
Zudem ist es ein grundsätzliches Problem, dass die Pharmaindustrie und Schulmedizin uns alle abzockt. U.a. wären viele teure Medikamente und Behandlungen überflüssig, wenn man z.B. alternative Heilverfahren anwenden und vor allem die Ursachen bekämpfen würde.

Wenn jemand Bluthochdruck hat, bekommt er eben sein Leben lang Tabletten und gut iss.
Wenn jemand depressiv ist, bekommt der seine Psychoblocker und fertsch iss.
Dabei gäbe es preisgünstige Praktiken um z.B. Bluthochdruckprobleme deutlich zu lindern oder depressive Patienten zu behandeln.
Doch die Pharmaindustrie und Schulmedizin würde dann deutlich weniger Geld verdienen, die Leute bräuchten in vielen Fällen nicht mehr zum Arzt gehen, also macht man die Heilpraktiken immer wieder nieder in den Medien und labert irgendwas von Scharlatenerie und Verarschung der Patienten.

In Wahrheit jedoch sind die Heilungserfolge in der Naturheilkunde deutlich höher als bei schulmedizinischen Behandlungen, weil man wiegesagt eben die Ursachen angeht und sich vor allem "Zeit" für den Patienten nimmt.

Damit möchte ich nicht behaupten, dass die Pharmaindustrie und Schulmedizin unnötig sind, denn gegen strukturelle und aktute Verletzungen ist es die bessere Wahl.
Naturheilkunde 60% und 40% Schulmedizin und Pharma wäre sicherlich passender und vor allem deutlich günstiger.  
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3 68.  Gruenspan 36808 Postings, 6283 Tage Talisker 08.06.10 12:12
 
Wo hast du das denn her?
"z.b muss meine private kasse
jedes jahr etwa 100 millionen in den sog. kassenausgleich zahlen
da die gesetzlichen nicht in der lage sind
vernünftig zu wirtschaften"
Mal abgesehen von der alten Mär der niedrigeren Verwaltungskosten - ich habe extra nochmal nachgeschaut, der Risikostrukturausgleich findet nur zwischen den GKVen statt, die PKV hat damit nix zu tun.
Vagiss das mit der Solidargemeinschaft...
Gruß
Talisker

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Tja, kann ja so sagen, kann nichts dazu sagen, ob das sein kann, oder nicht.
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  69.  re 10721 Postings, 7591 Tage Gruenspan 08.06.10 20:42
 
hab da ma nen artikel und ne transfertabelle in der "finanztest" gesehen
wo meine kasse wegen "guter führung und wirtschaftung"
in etwa obigen betrag abdrücken mußte bzw. sollte
um andere zu stützen
da war die rede vom sog. kassenfinanzierungsausgleich

werde mich nu abba ma genau erkundigen  
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  70.  nee, max, so wie in 55 geht das ja nu nich. 25551 Postings, 7137 Tage Depothalbiere. 08.06.10 20:55
 
schließlich setzen die großen spekulanten seit jeher auf staastszusammenbrüche, bei denen man vorher auf pump riesige vermögenswerte einsackt, die ja dank krise auch noch günstig sind.

und nach der geldentwertung zahlt man die kredite mit einem lächeln zurück....

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gott, vergib uns unsere schuld, unsere gläubiger weigern sich!

jetzt erst recht!! CO2 und spaß dabei !!

"politiker sind nicht an weisungen gebunden, wohl aber an überweisungen"
 
  71.  Habe auch davon gehört , dass die Privaten 10765 Postings, 5351 Tage gate4share 08.06.10 23:34
 
KVs, etwas zahlen müssen, eben für die zusätzlichen Belastungen , die gesetzliche KVs haben, wegen eber der Arbeitslosen etc.

Das war zumindest damals mal in Planung und wenn jetzt Grünspan das sagt, wird das wohl stimmen.
In der Tat sind die Beiträge bei den Privaten auch massiv gestiegen !

Ich zahle jetzt 460 Euro nur für mich und nur "normale" leistungen, also nix Chefarzt, oder 2. Klasse oder irgendwas sonst besser. Klar die Ärzte bekommen mehr als bei Kassenpatienten.
Bein damals vor 18 Jahren mit 225 DM (circa 115 Euro) angefangen - also inzwischen hat sich das  vervierfacht.
Wenn das die nächsten 18 Jahre so weiter geht, dann müsste ich noch , bevor ich in rente bin, dann 1800 Euro zahlen, das geht aber nicht mehr!  
 
  72.  es gibt keine Zahlungen von PKV zu GKV !! 58056 Postings, 4788 Tage jocyx 08.06.10 23:47
 
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  73.  Es gibt einen Ausgleich von den ehemaligen 867 Postings, 3860 Tage Olivenoel 09.06.10 00:13
 
Betriebskrankenkassen zu den GKVs    
3 74.  Brandstiftung 13452 Postings, 4385 Tage Buchsenrunte. 09.06.10 00:16
 
Gegen Brandstiftung im allgemeinen spricht, daß dabei Menschen gefährdet sein könnten, die nicht
gefährdet werden sollen.
Gegen Warenhausbrandstiftung im besonderen spricht, daß dieser Angriff auf die kapitalistische
Konsumwelt - und als solchen wollten ihn wohl die im Frankfurter Wahrenhausbrandprozeß Angeklagten
verstanden wissen - eben diese Konsumwelt nicht aus den Angeln hebt, sie nicht einmal verletzt, das, was
sie treibt, selbst treibt, denen, die daran verdienen, Verdienste ermöglicht. Dem Prinzip, nachdem
hierzulande produziert und konsumiert wird, dem Prinzips des Profits und der Akkumulation von Kapital,
wird durch einfache Warenvernichtung eher entsprochen, als daß es durchbrochen würde. Denn denen,
die an der Produktion und dem Verkauf der in den Warenhäusern massenhaft angebotenen Güter
verdienen, kann möglicherweise und gelegendlich kein größerer Gefallen getan werden als die kostenlose
Vernichtung dieser Güter. Den Schaden - sprich Profit - zahlt die Versicherung. Dem Problem der
Übersättigung auf dem Konsumgütermarkt inklusive stagnierender, weil nicht absetzbarer Produktion
wäre damit mit einem Mittel abgeholfen, das sich so sehr nicht von den Mitteln unterscheidet, mit denen
sich die Industrie bisher noch selber zu helfen weiß. In Vance Packards Vision einer “Stadt der Zukunft”
sind ohnehin schon “alle Gebäude aus einer besonderen Papiermasse, so daß sie jedes Frühjahr und
jeden Herbst zur Zeit des großen Hausputzes abgerissen und neu gebaut werden können”. Und “jede
vierte Fabrik liegt an einem steilen Abhang, und das Ende ihrer Fließbänder läßt sich sowohl nach den
vorderen wie nach den rückwärtigen Toren schwenken. Ist die Nachfrage flau, wird das Ende des
Fließbandes zum rückwärtigen Tor geschwenkt, und der ganze Ausstoß an Kühlschränken oder anderen
Erzeugnissen verschwindet in der Tiefe und wandert unmittelbar auf die Schrotthalde, ohne erst den
Verbrauchsgütermarkt zu überschwemmen.” (Vance Packard, Die große Verschwendung, Frankfurt,
1960)
Noch vollzieht sich die Vernichtung des gesellschaftlich produzierten Reichtums nicht auf so spektakuläre
Weise wie Brandstiftung und Direktbelieferung von Schrotthalden. Noch versucht die Industrie, der
Übersättigung des Gebrauchsgütermarktes beizukommen durch “alle zwei Jahre ein neues Modell”; durch
die Verschwendung von von Millionen auf eine Forschung, die weniger der Verbesserung der Produkte,
als ihrer Absetzbarkeit dient; durch den individuellen Mülleimer für sinnlose, nur teure, Profit
ermöglichende Verpackungen (die Kosten für die Müllabfuhr trägt der Verbraucher); durch eine ebenso
radikal verlogene wie kostspielige Werbung; Millionen an Arbeitszeit und -kraft werden vergeudet für den
eingebauten Verschleiß (“Obsoleszent”), das geplante Todesdatum, so daß die Eisschränke,
Rasierapparate, Damenstrümpfe, das Spielzeug, die Glühbirnen viel eher kaputt gehen, als bei dem für sie
aufgewndeten Material und der in sie vertane Zeit und Kraft notwendig wäre, um eine Nachfrage
künstlich in Gang zu halten, um durch Produktion und Verbrauch Profitraten zu erziehlen, die wieder
privat investiert werden, nicht um gesellschaftliche Bedürfnisse zu befriedigen, sondern die Akkumulation
von Kapital zu ermöglichen. (Was es im Kapitalismus gibt, gibt es im warenhaus. Was es im Warenhaus
nicht gibt, gibt es im Kapitalismus nur schlecht, nur unzulänglich, unzureichend: Krankenhäuser, Schulen,
Kindergärten, Gesundheitswesen, etc. pp. ) Immerhin, die Vernichtung gesellschaftlich produzierten
Reichtums durch Warenhausbrand unterscheidet sich qualitativ nicht von der systematischen Vernichtung
gesellschaftlichen Reichtums durch Mode, Verpackung, Werbung, eingebauten Verschliß. So gesehen, ist
Warenhausbrandstiftung keine antikapitalistische Aktion, eher systemerhaltend, konterrevolutionär.
Das progressive Moment einer Warenhausbrandstiftung liegt nicht in der Vernichtung der Waren, es liegt
in der Kriminalität der Tat, im Gesetzesbruch. Das Gesetz, das da gebrochen wird, schützt ja die
Menschen nicht davor, daß ihre Arbeitszeit und -kraft, der von ihnen geschaffene Mehrwert vernichtet,
verdorben, vergeudet wird, daß sie durch Werbung über ihre eigenen Produkte belogen, durch
Arbeitsorganisation und Verheimlichung von allen Informationen über ihre Produkte getrennt werden, als
Produzenten wie als Verbraucher denen unterworfen und ausgeliefert sind, die sich den Profit aneignen
und nach eigenem Gusto investieren. Nach eigenem Gusto heißt nach der Logik des Profits also da, wo
neuer, mehr Mehrwert angeeignet werden kann, nicht da, wo das Geld effektiv und von allen gebraucht
wird: also z .B. im Erziehungswesen, im Gesundheitswesen, für öffentliche Verkehrsmittel, für Ruhe und
reine Luft und Sexualaufklärung etc.
Das Gesetz, das da gebrochen wird durch Brandstiftung, schützt nicht die Menschen, sondern das
Eigentum. Das Gesetz bestimmt, daß fremdes Eigentum nicht zerstört, nicht gefährdet, nicht beschädigt,
nicht angezündet werden darf. Die da Schindluder treiben mit dem Eigentum, werden durch das Gesetz
geschützt, nicht die, die Opfer dieses Schindludertreibens sind, nicht die, die den Reichtum schaffen durch
Reichtum und Konsum, sondern die, die ihn sich gemäß der Gesetzgebung im kapitalistischen Staat
rechtmäßig aneigen. Das Gesetz soll die, die das alles produzieren, von ihren Produkten fernhalten. Und
so desperat es auch immer sein mag, ein Warenhaus anzuzünden, dies, daß die Brandstifter mit den
Produkten tun, was sie wollen, das Gesetz brechen, das nur den sog. Eigentümern erlaubt, mit ihrem
Eigentum zu machen, was sie wollen, das Gesetz brechen, das die Logik der Akkumulation schützt, nicht
aber die Menschen vor dieser Logik und ihren barbarischen Folgen, dieser Gesetzbruch ist das
progressive Moment einer Warenhausbrandstiftung, muß als solches erkannt und anerkannt werden, wird
dadurch nicht ausgelöscht, daß die damit zusammenhängende Gütervernichtung eher systemerhaltend ist,
materiell also der antikapitalistischen Intention widerspricht.
Hat also eine Warenhausbrandstiftung dies progressive Moment, das verbrechenschützende Gesetze
dabei gebrochen werden, so bleibt zu fragen, ob es vermittelt werden kann, in Aufklärung umgesetzt
werden kann. Was können - so bleibt zu fragen - die Leute mit einem Warenhausbrand anfangen? Sie
können das Warenhaus plündern. Der Ghetto-Neger, der brennende Geschäfte plündert, erfährt, daß das
System nicht zusammenbricht, wenn er sich kostenlos beschafft, was er dringend braucht, sich aber
aufgrund seiner Armut und Arbeitslosigkeit nicht kaufen kann, er kann lernen, daß ein System faul ist, das
ihm vorenthält, was er zum Leben braucht. Die Waren dagegen, die Frankfurter aus Frankfurter
Kaufhäusern wegschleppen könnten, wären kaum die, die sie wirklich brauchen. (Ausgenommen
Geschirrspülmaschinen, die in den Statistiken über Haushaltsgeräte in deutschen Haushalten noch kaum
vorkommen, obwohl es fast 10 Millionen erwerbstätige Frauen in der Bundesrepublik gibt, sie müßten sie
alle haben. Die sind aber nicht nur zum kaufen zu teuer, sondern zum Wegschleppen auch zu schwer.)
Bei einer Warenhausplünderung hierzulande würde nur der Bestand an Sachen, in einigen Haushalten
vergrößert, die ohnehin nur der Ersatzbefriedigung dienen, jener “private Mikrokosmos” würde
perfektioniert, über den einsam zu herrschen den einzelnen über die Bedingungen hinwegtrösten soll, unter
denen er als gesellschaftlicher Produzent zu arbeiten gezwungen ist (André Gorz, Zur Strategie der
Arbeiterbewegung im Neo-Kapitalismus, Frankfurt 1967). Jene kollektiven Bedürfnisse, die in reichen
kapitalistischen Ländern eklatant unbefriedigt bleiben, würden davon nicht berührt, können durch
Warenhausbrandstiftung nicht bewußt gemacht werden.
So bleibt, daß das, worum in Frankfurt prozessiert wird, eine Sache ist, für die Nachahmung - abgesehen
noch von der ungeheuren Gefährdung für die Täter, wegen der Drohung schwerer Strafen - nicht
empfohlen werden kann. Es bleibt aber auch, was Fritz Teufel auf der Deligiertenkonferenz des SDS
gesagt hat: “Es ist immer noch besser, ein Warenhaus anzuzünden, als ein Warenhaus zu betreiben.” Fritz
Teufel kann manchmal wirklich sehr gut formulieren.

Quelle:
Ulrike Meinhof
Konkret Nr. 14, 1968  
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  75.  Trotzdem werden durch die Privaten, gesetzliche KV 10765 Postings, 5351 Tage gate4share 09.06.10 01:12
 
unterstützt.
Und zwar in der Form, dass Arztpraxen und Krankenhäuser und wohl weitere Anbieter, von den Privatpatienten mehr bekommen. So können sie , diese Gesundheitsanbieter mit dieser Mischkalkulation dann gut über die Runden kommen.
Hätte beispielsweise ein praktischer Arzt nur Kassenpatienten könnte er kaum überleben, oder eben nur durch Selbstausbeutung. Etwas 10 % der Versicherten sind privat versichert. Allerdings machen sie weniger als 10% der Patienten aus. Gehe davon, dass das daran liegt, dass eben eher Gesünderte Leute privat versichert sind.
Denn Menschen die schon von vornherein krank sind, können gar nicht in die PRivaten aufgenomemn werden. Weiter könnte auch das höhere Einkommen für mehr "Gesundheit" sprechen. Denn auch das ist ja schon bewiesen, dass ärmere im Schnitt kränker sind. Denke das fusst eben auf die Lebensumstände.
Ist irgendwie auch logisch, wenn einer mit "normalem" Einkommen sich immer Sorgen machen muss, ob er den Arbeitsplatz behält, die Miete nicht zu sehr steigt, oder er die Raten für das Haus noch bezahlen kann etc , so können diese exisstenziellen Sorgen auch dazu beitragen , dass man eher mal krank wird.

Also die Hausärzte, so meine ich es gelesen zu haben, haben  rund 30 % der Einnahmen aus den Privatpatienten, obwohl sie nur rund  9 % oder noch weniger der Patienten ausmachen. D.h. ohne Privatpatienten, müsste die Praxis mit 30 % weniger Einnahmen auskommen. Das ist wohl  in vielen Fälle nicht ausreichend, weil im Schnitt schon fast 60% der Einnahmen von Kassenpraxen ja für Kosten draufgehen (Miete, Geräte, Zinsen, Leasingraten, Personal, Energie, Buchhaltung , Weiter- und Fortbildung etc)  
 
9 76.  Wenn ich diesen Thread so lese, 1547 Postings, 3888 Tage imagine 09.06.10 09:26
 
ist es wohl besser an die frische Luft zu gehen. Die Sonne scheint, Deutschland ist immer noch nicht untergegangen und die arbeitende Bevölkerung die diesen Staat nährt ist wie so oft auch heute zu arbeitet gegangen.

Ich werde nicht zur Demostation gehen und wüßte auch nicht warum! Merkel und Westerwelle können es nun einmal nicht allen gerecht machen weil das unmöglich ist.

So jetzt genug gesagt und ich werde mal 5 Minuten an die frische Luft gehen und den Kopf frei machen.

Grüßle aus den sonnigen Schwabenland

imagine  
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4 77.  naja... 24619 Postings, 7148 Tage Tony Ford 09.06.10 09:55
 
imagine, wenn ich die vielen immer weiter zunehmenden Ungerechtigkeiten in unserem Lande sehe, dann ist es ein Ergebnis schlechter Politik und dies natürlich nicht erst seit der CDU/FDP-Regierung.

Und deshalb würde ich ggf. auch mit demonstrieren, nämlich für diejenigen in unserem Lande, die eben unter der zunehmenden Vermögensumverteilung von unten nach oben besonders stark leiden.  
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2 78.  Hart aber Fair 22764 Postings, 4655 Tage Maxgreeen 09.06.10 22:26
 
Oh mann ich kann mir das nicht mehr ansehen.

Es wird wieder um das Geld der Schwächsten diskutiert, statt mal darüber zu diskutieren wie man endlich Gerechtigkeit schaffen will.


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6 79.  Klufft zwischen arm und reich wird größer... 24619 Postings, 7148 Tage Tony Ford 15.06.10 12:00
 
Na da wäre ich mal gespannt, was die FDP-Fressen dagegen tun wollen.

Klar, das liebe Wachstum wird schon dafür sorgen, dass die Armen wieder reicher werden und alles wieder gut wird.

Und man fördert dies natürlich am besten, wenn man die HartzIV-Stütze weiter senkt, Dumpinglöhne in Deutschland nicht unterbindet, sondern eher fördert, man eine Kopfpauschale einrichtet, bei dem der kleine Bürger die höchsten Abgaben zahlt, indem, man die Finanzmärkte nicht weiter reguliert und seit 2008 immer noch darüber "nachdenkt" und die Sache mehr oder weniger "aussitzt".

Naja und jeder weiß doch, wenn die Erfolge bei den Unternehmen da sind, dass sich dann wie die Manager jeder Mitarbeiter über eine Boni von 80% des Jahresgehalts freuen kann. Achja und 10% Lohnerhöhung pro Jahr gibt es dann sicherlich auch.

Ja Wachstum wird uns definitiv aus der Krise führen, doch zu welchem Preis und wie lange?

Da muss ich an die professionellen Restrukturierer denken, die ein Unternehmen "angeblich" aus der Krise führen sollen.
Doch was wird gemacht? Arbeitendes Kapital, nämlich Facharbeiter werden entlassen, das Personal radikal reduziert, Grundstücke und Immobilien werden verkauft und Anlagenwerte zu Geld gemacht. Dies führt dann zu einem kurzfristigen Gewinn, der Restrukturierer und die Chefes lassen sich feiern und geben sich Boni, doch ein Jahr später merkt man dann, dass die Qualität der Produkte angesichts des niedrigen Personalstandes und der schlechten Motivation nachlässt, zunehmend Rückrufaktionen und Garantiefälle hohe Kosten verursachen, die Kunden zur Konkurrenz abwandern und man zudem noch hohe Mieten für Grundstücke und Immobilien zahlen muss, die zuvor viel zu billig verkauft wurden, nur um die Ergebnisse zu schönen.

So ähnlich ist es bei Arcandor im großen Stile gelaufen.
Ich habe jedenfalls noch fast keinen Manager gesehen, der das Risiko bzw. seine Verantwortung wirklich auch getragen hat.
Deshalb sind die hohen Gehälter und Boni auch nicht gerechtfertigt.

Ich hätte nix dagegen, wenn sich in guten Zeiten jemand bereichert, doch in schlechten Zeiten soll er dann auch für die Verluste mit seinem Vermögen zu einem hohen Maß einstehen. Wenn dies so wäre, dann bin ich mir sicher, dann würden Unternehmen viel konservativer und nachhaltiger handeln und das unkalkulierbare Risiko scheuen.
Und an dieser Stelle muss man auch mal viele familiengeführte traditionelle mittelständige Unternehmen nennen, die nachweislich eine deutlich bessere Arbeit machen. Blöd nur, dass genau diese Unternehmen in Zeiten der Krise im Gegensatz zu den großen Unternehmen leer ausgehen.  
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  80.  auf den punkt gebracht, tony... 13436 Postings, 7471 Tage blindfish 16.06.10 10:49
 
genauso ist es...

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Jegliche Beschädigungen sind vom Hersteller gewollt und stellen keinen Mangel dar!

FRANKEN is nicht Bayern - und wir wollen euch auch nicht ;-))
 
  81.  Die Kluft zwischen arm und reich 55914 Postings, 4347 Tage BigSpender 16.06.10 10:52
 
muß ja auch größer werden.

Die Reichen werden immer reicher und haben weniger Kinder als die Armen. Die Armen setzen eine Orgelpfeife in die Welt, die Kinder leben später auch eher in ärmlichen Verhältnissen. Also gibt es immer mehr Arme und weniger, die in den Mittelstand gehören, weil entweder schaffen sie den Durchbruch und werden reich oder gehen in die Insolvenz und sind pleite.

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Glauben setzt  Hoffnung voraus. Nur leider wird diese Voraussetzung selten erfüllt!
 
  82.  aber Bibelgetreu ... 58056 Postings, 4788 Tage jocyx 17.06.10 08:56
 
habe da mal was gefunden ...

„Denn wer viel hat, soll noch mehr bekommen, bis er mehr als genug hat. Wer aber  wenig hat, dem wird auch noch das Letzte weggenommen werden.“ (Matthäus, 25/29)  
 
  83.  #81 - die Kluft zwischen Arm und Reich wird sich 22764 Postings, 4655 Tage Maxgreeen 15.03.11 08:27
 
nun endlich regeln.

WIR WERDEN ALLE ARM.

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*Quellennachweis: MaxGreen/Maxgreeen, gesammelte Werke, ARIVA 2001 - 2011
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Mon Nov 30 01:55:25 2020
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