- Pesarini: "Wir sind kaum noch in Einzelaktien investiert" Fondsnews

29.05.20 11:30

Wien (www.fondscheck.de) - Zeitweise ist der seit seiner Auflegung vom Duo Luca Pesarini und Arnoldo Valsangiacomo gemanagte Multi-Asset-Fonds Ethna-Aktiv (ISIN LU0136412771 / WKN 764930) in gewisser Weise zum Opfer der eigenen Größe geworden, so die Experten von "FONDS professionell".

Eine Schwächephase in den Jahren 2015 und 2016 scheine nun aber nachhaltig überwunden zu sein.

Der bereits im Februar 2002 aufgelegte Ethna-Aktiv sei bis Sommer 2015 einer der beliebtesten Multi-Asset-Fonds in Deutschland gewesen. Nach einer Phase mit negativer Wertentwicklung hätten Anleger in den folgenden Jahren allerdings Geld aus dem Fonds abgezogen. Als Ergebnis sei das verwaltete Vermögen von 12,45 Milliarden Euro am 31. Juli 2015 auf 2,85 Milliarden Euro am 30. April 2020 gesunken. Anders als bei vielen anderen Fonds in einer solchen Situation habe der massive Rückgang bei den verwalteten Vermögen aber nicht zu einem schlechteren Ergebnis im Vergleich zu anderen Fonds geführt.

Offenbar gut getan habe dem Fonds der Antritt des inzwischen dritten verantwortlichen Fondsmanagers Michael Blümke. Er sei 2018 zu Ethenea gekommen, seither scheine es mit der Wertentwicklung wieder runder zu laufen. Die Experten hätten es genauer wissen wollen und hätten Luca Pesarini und Arnoldo Valsangiacomo für die aktuelle Heftausgabe 02/2020 von "FONDS professionell", die in diesen Tagen an die Leser ausgeliefert werde, zu einem gemeinsamen Analysegespräch mit Detlef Glow, Head of EMEA Research bei Refinitiv Lipper, geladen.

Die wichtigsten Zitate aus dem Analysegespräch mit Luca Pesarini und Arnoldo Valsangiacomo:

Luca Pesarini: "Insgesamt sind wir vergleichsweise glimpflich durch die Zeit der Krise gekommen. Wir waren im Prinzip von der Grundstruktur her recht gut aufgestellt, weil wir schon 2019 damit begonnen hatten, den Ethna-Aktiv verstärkt auf extrem liquide Positionen auszurichten. Entsprechend hatten wir zu Beginn der Kursrückgänge nur sehr wenige illiquide Papiere im Fonds, die im Zuge der jüngsten Entwicklungen zum Teil unverkäuflich gewesen, um nicht zu sagen, ins Bodenlose gefallen wären. Von einer solchen Entwicklung sind wir weitgehend verschont geblieben."

Pesarini: "Natürlich hätten wir uns gewünscht, nach der Aufholbewegung der vergangenen Wochen mit dem Ethna-Aktiv wieder im positiven Terrain zu sein. Aber im Vergleich zu dem, wie es theoretisch hätte kommen können und wie es einige unserer Mitbewerber erwischt hat, können wir meiner Ansicht nach mit der Wertentwicklung seit Jahresanfang durchaus zufrieden sein."

Arnoldo Valsangiacomo: "Uns war es weniger wichtig, damit prahlen zu können, dass wir zwei oder drei Monate nach dem unvergleichlich schnellen Einbruch der Aktienkurse bereits wieder im Plus liegen. Für uns und unsere Anleger war vielmehr die Tatsache von Bedeutung, dass es gelungen ist, die Volatilität unter Kontrolle zu halten. Unser Drawdown war relativ zum tatsächlichen Geschehen an den Märkten erfreulich moderat."

Pesarini: "Es sind noch nicht einmal massive Änderungen, die wir im Portfolio vorgenommen haben. Im Aktienbereich war der Fonds schon vor Beginn der Krise kaum noch in Einzelwerten angelegt, sondern in erster Linie über Futures und Optionen investiert. Da das sehr liquide Marktsegmente sind, hatten wir den Vorteil, dass wir unser Aktienexposure ohne Probleme relativ zügig reduzieren konnten, indem wir Future-Positionen geschlossen und Optionen verkauft haben."

Valsangiacomo: "Im Rentenbereich haben wir die Laufzeitenstruktur des Portfolios verkürzt. Wobei das im Grunde noch nicht einmal ein Nachteil war, denn die Zinsstrukturkurve ist mittlerweile so flach, dass sich mit kürzeren Laufzeiten ein zwar etwas geringerer Ertrag erzielen lässt, aber dafür das Risiko wesentlich geringer ausfällt. Wir waren schon zu Beginn des Jahres in einer Range zwischen "BBB+" und "A-" investiert. Daran hat sich im Grunde auch nach der Verkürzung der Laufzeiten nichts verändert."

Valsangiacomo: "Im Euroraum ist der Anleihensektor weiterhin angeschlagen. Da sind die Kurse noch zwischen fünf und zehn Prozent von ihrem Januar-Niveau entfernt. Und vor dem Hintergrund des jüngsten Urteils des Bundesverfassungsgerichts kann es noch Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis die Kurse wieder den Stand vom Jahresanfang erreichen." (News vom 28.05.2020) (29.05.2020/fc/n/s)



Quelle: aktiencheck.de

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