- Katholische Investoren fordern von Brasilien Schutz des Amazonas Fondsnews

29.03.21 13:00

Paderborn (www.fondscheck.de) - Die Bank für Kirche und Caritas (BKC) führt gemeinsam mit der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) und dem katholischen Klimaschutznetzwerk Global Catholic Climate Movement (GCCM) eine internationale Gruppe von knapp 100 katholischen Institutionen aus 18 Ländern an, um die brasilianische Regierung zu einem stärkeren Schutz des Amazonas-Regenwaldes und der dort lebenden indigenen Bevölkerung zu bewegen, so die Bank für Kirche und Caritas eG in der aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Das weltweit erste Engagement dieser Größenordnung katholischer Investoren unterstreicht die Dringlichkeit der ökologischen und sozialen Probleme im Amazonas. Mit dem heute an hochrangige brasilianische Regierungsvertreter, darunter der Präsident Jair Bolsonaro und sein Vizepräsident Hamilton Mourão, versandten Brief werden detaillierte Forderungen zum Schutz des Regenwaldes und der indigenen Bevölkerung gestellt. In einem ersten Schritt soll dadurch die brasilianische Regierung zu einem konstruktiven Dialog bewegt werden.

"Wir sind von der Notwendigkeit überzeugt, dass wir unsere Möglichkeiten als katholische Finanzmarktteilnehmer voll ausschöpfen müssen, indem wir unsere Stimme gemeinsam erheben. Dabei versuchen wir, die brasilianische Regierung in einem Engagement-Dialog zu motivieren, endlich die Menschen- und Umweltrechte im Amazonas zu respektieren", erklärt Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der BKC, das Anliegen der katholischen Institutionen.

Die amtierende brasilianische Regierung unter Präsident Bolsonaro heizt die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes weiter an und verstärkt damit den Klimawandel. Die rücksichtslose Abholzung und Brandrodung im Amazonas hinterlässt eine Spur der massiven Umweltzerstörung. Zudem kommt es dabei auch zur Vertreibung, Entrechtung und nicht selten sogar zum Mord an der dort ansässigen indigenen Bevölkerung. Diese verheerenden Entwicklungen für Mensch, Gesellschaft und Umwelt stehen im fundamentalen Widerspruch zum christlichen Leitmotiv der "Bewahrung der Schöpfung" und zu den Aussagen der Enzyklika Laudato si' von Papst Franziskus.

Deshalb fordern die katholischen Unterzeichner des Briefs von der brasilianischen Regierung unter anderem, dass ein schlüssiger Plan zur Bekämpfung der Abholzung und Brandrodung im Amazonasgebiet entworfen und umgesetzt wird. Hierbei sind die notwendigen finanziellen Mittel einzuplanen und messbare Zwischenziele zu formulieren. Damit einhergehen soll ein groß angelegter Ausbau der Ressourcen zur Bekämpfung von Bränden und der brasilianischen Umweltschutzbehörde (IBAMA) im Amazonasgebiet. Weitere Forderungen sind der Schutz der Landeigentums- und der Menschrechte der indigenen Bevölkerung mit quantifizierbaren, zeitgebundenen Verpflichtungen und Maßnahmen. Darüber hinaus ist unrechtmäßig in Besitz genommenes Land schnellstmöglich zurückzugeben.

Im vergangenen Jahr haben bereits "konventionelle" institutionelle Investoren Engagement-Dialoge mit Brasilien gestartet. Um den Investorendruck zu bündeln, strebt die katholische Engagement-Koalition zukünftig eine Vernetzung mit diesen Akteuren an. "Wir sind davon überzeugt, als große katholische Allianz einen wertvollen Beitrag in den gemeinsamen Bemühungen um den Regenwald leisten zu können. In einem katholischen Land wie Brasilien, wird eine katholische Stimme vielleicht gehört werden und kann somit den Druck auf die Regierung erhöhen", erläutert Piemonte.

Mit dem Brief möchte die katholische Investorenallianz einen konstruktiven Dialog zur Umsetzung ihrer Forderungen beginnen. "Sollte die brasilianische Regierung der Abholzung des Regenwaldes und der Entrechtung der indigenen Bevölkerung jedoch nicht entschieden entgegentreten, entzieht dies uns als katholischen Investoren in steigendem Maße die Voraussetzung für aktuelle und potenzielle Investments in brasilianische Staatsanleihen und Unternehmen bestimmter Sektoren", verdeutlicht Tommy Piemonte die Konsequenz eines nicht erfolgreichen Engagements.

Den Brief und die Namen aller Unterzeichner finden Sie auf unserer Website: www.bkc-paderborn.de/engagement-brazil

Über die BKC - Bank für Kirche und Caritas eG

Als katholische Bank wendet die Bank für Kirche und Caritas (BKC) bereits seit fast 20 Jahren Nachhaltigkeitskriterien in all ihren Investitionen an. Dieser Nachhaltigkeitsfilter gibt ihr die Möglichkeit ihre Anlagen gemäß ihrer christlichen Wertorientierung zu gestalten und damit auch einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Neben dem Einsatz eines Nachhaltigkeitsfilters versucht die BKC stellenweise, ebenfalls einen Dialog mit Unternehmen und Staaten ihres Anlageuniversums zu beginnen, um sie zu Verbesserungen in ihren jeweiligen Nachhaltigkeitsbemühungen zu motivieren oder bestehende kontroverse Vorfälle abzustellen. Die katholische Bank führt diesen Engagement-Dialog dabei nicht nur mit dem Ziel durch, die Nachhaltigkeitsrisiken ihrer Investitionen zu reduzieren, sondern auch, wenn ihre Verantwortung als katholische Investorin dies erfordert. Sollten die Unternehmen und Länder keinerlei Nachhaltigkeitsverbesserungen vornehmen, entscheidet sich dann die Bank nicht selten, ihre dortigen Investitionen zu veräußern oder erst gar nicht zu tätigen. Diese Art von Dialog wird als "Engagement" bezeichnet.

BKC-Kompetenzzentrum Nachhaltige Geldanlagen

Tommy Piemonte Dr.
Leiter Nachhaltigkeitsresearch
Bank für Kirche und Caritas eG
Telefon: 05251 121-1141
Telefax: 05251 121-261141
E-Mail: tommy.piemonte@bkc-paderborn.de

Helge Wulsdorf
Leiter Nachhaltige Geldanlagen
Bank für Kirche und Caritas eG
Telefon: 05251 121-1140
Telefax: 05251 121-261140
E-Mail: helge.wulsdorf@bkc-paderborn.de (29.03.2021/fc/n/s)



Quelle: aktiencheck.de

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