- Bâloisektie nach Gewinneinbruch in 2011 klar im Minus

22.03.12 09:48

Basel (www.aktiencheck.de) - Der schweizerische Versicherungskonzern Bâloise Holding AG (ISIN CH0012410517 / WKN 853020) gab am Donnerstag bekannt, dass unüblich viele Einflüsse aus dem Wirtschafts- und Finanzmarktumfeld den Gewinn im Geschäftsjahr 2011 deutlich geschmälert haben. Dennoch bleibe man im Versicherungsgeschäft leistungsfähig und kapitalstark. Die attraktive Dividendenpraxis werde weitergeführt.

Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, belief sich der Gewinn auf 61,3 Mio. Schweizer Franken (CHF), gegenüber 436,7 Mio. CHF im Vorjahr. Die Gründe für diesen markanten Rückgang liegen hauptsächlich in den zahlreichen außerordentlichen Einflüssen der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise: Die sehr tiefen Zinsen und die schlechte Entwicklung an den Finanzmärkten erforderten Wertberichtigungen auf Aktien und griechischen Staatsanleihen. Die negative Zinsentwicklung belastete die Ertragskraft der Lebensversicherungen. Der tiefere Durchschnittskurs des Euro schmälerte das in Schweizer Franken ausgewiesene Ergebnis der Auslandeinheiten und der Kapitalanlagen. Hinzu kam eine konjunkturbedingte Goodwill-Abschreibung bei der kroatischen Geschäftseinheit. Im Gegensatz zu diesen marktbedingten und weitgehend einmaligen buchhalterischen Belastungen entwickelte sich das Versicherungsgeschäft erfreulich. Der Schaden-Kostensatz des Nichtleben-Geschäfts (Combined Ratio) erreichte gute 95,5 Prozent netto (Vorjahr: 95,2 Prozent), trotz der hohen Belastungen durch Unwetter- und Grossschäden sowie durch die Kosten der Integration der neuen Gesellschaften in Belgien. Das strategische Wachstums- und Effizienzprogramm "Baloise 2012" ist auf Kurs und leistete einen Beitrag von 150 Mio. CHF an die Ertragskraft. Auch die Kapitalkraft bleibt hoch: Die Solvenz betrug gute 203 Prozent und das Eigenkapital blieb auf einem soliden Niveau. Die Baloise Group erfüllt auch die strengen gesetzlichen Vorgaben des "Swiss Solvency Test".

Das Geschäftsvolumen, das die anlagegebundenen Lebensversicherungen einschließt, sank um 14,6 Prozent auf 8,14 Mrd. CHF. In Lokalwährungen entspricht dies, also nach Eliminierung des um 10,9 Prozent schlechteren Euro-Umrechnungskurses, einem Rückgang von 9,9 Prozent. Der Haupteffekt stammt von den anlagegebundenen Lebensversicherungen in Luxemburg und Liechtenstein, deren Volumen sich erwartungsgemäß halbierte; die Sondereffekte aus der italienischen Steueramnestie und der wider Erwarten nicht eingeführten EU-Zinsdirektive fehlten im Jahr 2011.

Den Angaben zufolge liegt der Schwerpunkt der Baloise auf ihrem leistungsfähigen und ertragsstarken Kerngeschäft. Damit strebt sie im Nichtleben-Geschäft einen Schaden-Kostensatz von deutlich unter 100 Prozent an. Bei den Lebensversicherungen will die Baloise eine Neugeschäftsmarge von mindestens 10 Prozent erreichen. In den kommenden Jahren rechnet die Baloise allerdings weiterhin mit volatilen Finanzmärkten und einer unsicheren Wirtschafts- und Zinsentwicklung. Mit Prognosen ist sie deshalb zurückhaltend. Ihr Fokus auf die Qualität des operativen Geschäfts schafft jedoch die Voraussetzung, auch in Zukunft eine attraktive Dividende zahlen zu können, hieß es.

Die Aktie von Bâloise Holding notiert aktuell mit einem Minus von 3,75 Prozent bei 73,20 CHF. (22.03.2012/ac/n/a)



Quelle: aktiencheck.de

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