- Börsen in Europa Schluss: Kräftige Gewinne, Hoffnung auf die Notenbanken

15.06.12 19:49

Paris (www.aktiencheck.de) - Die europäischen Börsen haben sich mit Gewinnen ins Wochenende verabschiedet. Im Vorfeld der Wahlen in Griechenland ruhen die Hoffnungen auf einem möglichen Eingreifen der Notenbanken bei potenziellen Marktturbulenzen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814) schloss mit einem Aufschlag von 1,54 Prozent bei 2.181,23 Punkten. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160 / WKN 965816) legte um 0,74 Prozent auf 2.320,26 Zähler zu.

Die europäischen Länderbörsen konnten ebenfalls größtenteils deutlich zulegen. Lediglich der Schweizer SMI und der britische FTSE 100 hinkten mit Zugewinnen von 0,1 bzw. 0,2 Prozent hinterher. Die größten Aufschläge verbuchte der italienische MIB, der mit einem Tagesgewinn von 2,3 Prozent aus dem Handel ging.

Wie das Europäische Statistikamt Eurostat im Rahmen seiner ersten Schätzung heute mitteilte, hat die Handelsbilanz der Eurozone im April 2012 mit einem kleineren Überschuss geschlossen. So wurde im Euroraum (ER17) beim Handel mit Drittländern ein Überschuss von 5,2 Mrd. Euro ausgewiesen, nach einem Aktivsaldo von 7,5 Mrd. Euro im Vormonat und einem Defizit von 4,5 Mrd. Euro im April 2011. Hierbei gingen die saisonbereinigten Ausfuhren auf Monatssicht um 1,3 Prozent und die Einfuhren um 3,0 Prozent zurück. Ferner belief sich das Defizit der gesamten Union (EU27) auf 12,0 Mrd. Euro, nach Defiziten von 7,3 Mrd. Euro im Vormonat und 17,2 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Die Exporte nahmen binnen Monatsfrist um 1,8 Prozent und die Importe um 2,2 Prozent ab.

Die Erwerbstätigkeit im Euroraum hat sich derweil im ersten Quartal 2012 nach vorläufigen Schätzungen von Eurostat verringert. Im Euroraum (ER17) nahm die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,5 Prozent ab, während sie verglichen mit dem Vorquartal um 0,2 Prozent zurückging. Im vierten Quartal 2011 war die Erwerbstätigkeit um 0,2 bzw. 0,3 Prozent gesunken. In der EU27 hat sich die Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahresniveau um 0,1 Prozent reduziert und ist gegenüber dem Schlussquartal 2011 unverändert geblieben. Im Vorquartal waren ein unverändertes Niveau bzw. ein Minus 0,1 Prozent ausgewiesen worden. Eurostat schätzt, dass im ersten Quartal 2012 in der EU27 insgesamt 222,9 Millionen Menschen, davon 146,1 Millionen im Euroraum, erwerbstätig waren. Diese Zahlen sind saisonbereinigt.

Im französischen CAC40 lagen Crédit Agricole mit einem Plus von 6,3 Prozent an der Spitze. Aktien von Carrefour (ISIN FR0000120172 / WKN 852362) kletterten derweil auf dem zweiten Platz um 5,9 Prozent nach oben. Der Einzelhandelskonzern gab heute bekannt, dass er und Marinopoulos ihre Partnerschaft in Griechenland neu strukturieren. Deutliche Zugewinne von 5,7 Prozent waren auch bei ArcelorMittal auszumachen. Der größte unter den wenigen Verlierern war die Aktie von L'Oréal, die um 1,3 Prozent nachgab.

Auch im britischen FTSE 100 lag ein Finanztitel an der Spitze. Royal Bank of Scotland legten als stärkster Wert um 7,9 Prozent zu. Daneben konnten Lloyds Banking Zugewinne von 5,2 Prozent verbuchen. Gefragt waren auch Rohstoffwerte: Polymetal gewannen 7,3 Prozent, Vedanta Resources verbesserten sich um 6,3 Prozent. Unter den Verlierern stachen auf dem letzten Platz Aggreko mit einem Minus von 4,4 Prozent hervor.

Aktien von Hennes & Mauritz (ISIN SE0000106270 / WKN 872318) legten in Stockholm um 2,1 Prozent zu, nachdem die Bekleidungskette im Mai und im zweiten Quartal ein deutliches Umsatzplus ausweisen konnte. Für Aktien von Statoil (ISIN NO0010096985 / WKN 675213) ging es derweil in Oslo um 2,2 Prozent nach oben. Norwegens größter Öl- und Erdgaskonzern gab heute bekannt, dass er Aufträge für die Charterung von sieben neuen Versorgungsschiffen für den Einsatz im Norwegischen Kontinentalschelf vergeben hat.

Aktien der Telekom Austria (ISIN AT0000720008 / WKN 588811) zogen im österreichischen ATX um 1,4 Prozent an. Der vom Multi-Milliardär Carlos Slim kontrollierte mexikanische Telekom-Konzern America Movil (ISIN US02364W1053 / WKN 603115) hat das vom Investor Ronny Pecik gehaltene 21-prozentige Aktienpaket an der Telekom Austria übernommen. An der Indexspitze legten Papiere von OMV um 4,6 Prozent zu, während Verbund als Schlusslicht um 1,6 Prozent nachgaben.

Im Schweizer SMI nahmen Anteile der Credit Suisse mit einem Plus von 4,1 Prozent die Spitzenposition ein. UBS legten um 1,5 Prozent zu. Auf den hinteren Rängen fielen derweil die Anteile der Pharmakonzerne Novartis und Roche um 0,1 Prozent bzw. 0,4 Prozent zurück. Als Schlusslicht gaben Syngenta 2,1 Prozent ab.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.181,23 (+1,54 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.320,26 (+0,74 Prozent) FTSE 100 (London): 5.478,81 (+0,22 Prozent) CAC40 (Paris): 3.087,62 (+1,82 Prozent) MIB (Mailand): 13.390,69 (+2,34 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 6.719,00 (+0,34 Prozent) SMI (Zürich): 5.911,82 (+0,06 Prozent) ATX (Wien): 1.922,30 (+1,81 Prozent)



Quelle: aktiencheck.de

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