Heidelberg Materials bereitet offenbar eine strategische Expansion in der Türkei vor. Laut Bloomberg verhandelt der Baustoffkonzern mit seinem Joint-Venture-Partner Haci Omer Sabanci Holding über den Erwerb von dessen rund 40-prozentigen Anteil am türkischen Zementhersteller Akcansa Cimento. Der Deal würde Heidelberg Materials‘ Beteiligung an dem Unternehmen auf knapp 80 Prozent verdoppeln.
Die Gespräche zwischen den beiden Industrieriesen laufen bereits seit längerem, sind jedoch zuletzt ins Stocken geraten. Der Knackpunkt: unterschiedliche Preisvorstellungen. Während Heidelberg Materials den strategischen Wert der Mehrheitskontrolle betont, pocht Sabanci auf eine höhere Bewertung. Beide Unternehmen hüllten sich bislang in Schweigen – weder Sabanci noch Akcansa reagierten auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Bedeutung für den türkischen Markt
Akcansa Cimento ist kein unbedeutender Player. Das Unternehmen deckt nach eigenen Angaben rund 7 Prozent des türkischen Zementbedarfs ab. Für Heidelberg Materials würde die Verdoppelung des Anteils nicht nur die Marktposition im wachstumsstarken türkischen Bausektor stärken, sondern auch die operative Kontrolle über das Joint Venture sichern. In einem Markt, der durch Infrastrukturprojekte und Urbanisierung geprägt ist, könnte dies mittelfristig erhebliche Wachstumsimpulse liefern.
Ein Sprecher von Heidelberg Materials wollte sich auf Anfrage von Dow Jones Newswires nicht zu den Spekulationen äußern. Man kommentiere Marktgerüchte wie üblich nicht, hieß es. Diese Zurückhaltung ist Standard bei laufenden Verhandlungen – lässt aber gleichzeitig Raum für Spekulationen über den weiteren Verlauf der Gespräche.
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Aktie reagiert positiv
Die Börse jedenfalls scheint die potenzielle Übernahme zu begrüßen. Die Heidelberg Materials-Aktie legte im XETRA-Handel zeitweise um 4,08 Prozent auf 202,90 Euro zu. Offenbar werten Investoren die mögliche Konsolidierung der Türkei-Position als strategisch sinnvollen Schritt. Dabei kommt die Nachricht zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie ohnehin unter Druck steht: Seit dem Allzeithoch im Januar hat der Titel rund 21 Prozent an Wert verloren.
Verantwortlich für die Schwäche waren zuletzt vor allem politische Unsicherheiten rund um das europäische Emissionshandelssystem. Die Debatte über strengere Klimavorgaben und schwankende CO2-Preise belastet die gesamte Baustoffbranche. Umso wichtiger könnte für Heidelberg Materials eine geografische Diversifikation werden – und genau das würde ein größerer Anteil an Akcansa bieten.
Ob die Verhandlungen mit Sabanci zu einem Abschluss kommen, bleibt abzuwarten. Die Preisfrage ist offenbar noch nicht gelöst, und beide Seiten haben Zeit, ihre Positionen zu überdenken. Klar ist jedoch: Die türkische Expansion passt zur Strategie von Heidelberg Materials, in wachstumsstarken Märkten präsent zu sein. Und die heutige Kursreaktion zeigt, dass die Börse diesen Kurs honoriert.
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