Puma- vs. Under-Armour-Aktie: Zweikampf der gefallenen Sport-Ikonen

Comparing Puma and Under Armour's recovery strategies. Puma trades at a deep discount amid restructuring, while Under Armour shows volatile gains post-earnings.

Kurz zusammengefasst:
  • Under Armour stock surged 20% on Q3 earnings beat but faced a 'Sell' rating from Citi, highlighting volatile sentiment.
  • Puma's stock seeks a bottom after failed takeover talks, trades at a low ~0.4x P/S ratio ahead of its full-year 2025 results.
  • Both companies are unprofitable; Puma is in a strategic reset year, while Under Armour's gross margin declined 310 basis points.
  • CEOs Arthur Hoeld (Puma) and founder Kevin Plank (Under Armour) are leading distinct internal turnaround efforts.

Zwei Sportartikel-Riesen kämpfen sich mühsam zurück zu altem Glanz. Während Under Armour mit frischen Quartalszahlen und einer Achterbahnfahrt an der Börse für Aufsehen sorgt, steckt Puma mitten in einer fundamentalen strategischen Neuausrichtung. Welche der beiden Sanierungs-Wetten bietet Anlegern heute das bessere Chance-Risiko-Verhältnis?

Die Sportartikelbranche befindet sich im Umbruch. Während sich die Platzhirsche Nike und Adidas ihre eigenen Schlachten liefern, stehen die „Herausforderer“ in der zweiten Reihe unter massivem Anpassungsdruck. Die aktuelle Handelswoche (Februar 2026) bringt diese Dynamik auf den Punkt: Under Armour dominierte in den letzten 48 Stunden die Schlagzeilen mit einer Gewinnüberraschung gefolgt von einer Analysten-Abstufung, während Puma nach geplatzten Übernahme-Spekulationen versucht, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Puma

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Für Anleger stellt sich die entscheidende Frage: Wer hat den nachhaltigeren Schlachtplan für das Comeback?

Aktuelle Lage: Volatilität trifft auf Bodenbildung

Die letzten sieben Tage waren für Under Armour nichts für schwache Nerven. Die Aktie sprang nach Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 zunächst um rund 20 Prozent an. Der Grund: Das Unternehmen übertraf die Gewinnerwartungen und hob die Jahresprognose an. Doch die Euphorie erhielt am Dienstag (10. Februar) einen Dämpfer durch eine Abstufung der Citi auf „Sell“. Die Analysten sehen die Wende im amerikanischen Kernmarkt als zu fragil an. Das Papier pendelt nun wild zwischen Hoffnung und Skepsis.

Puma zeigt hingegen ein anderes Bild. Nachdem der Kurs im Januar 2026 durch Berichte über gescheiterte Übernahmegespräche zwischen der Familie Pinault (Kering) und dem chinesischen Sportgiganten Anta unter die Räder kam, sucht die Aktie im Bereich von 22,00 bis 23,50 Euro verzweifelt einen Boden. Der Markt wartet gespannt auf die finalen Zahlen für 2025 am 26. Februar. Die Schaffung einer neuen Geschäftseinheit „Training“ Anfang Februar signalisiert zumindest: CEO Arthur Hoeld treibt den internen Umbau konsequent voran.

Der Zahlen-Vergleich: Wer ist günstiger?

Beide Unternehmen notieren weit unter ihren Allzeithochs, doch die Bewertungskennziffern offenbaren unterschiedliche Erwartungshaltungen des Marktes.

KennzahlPuma SEUnder Armour
KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis)~0,4x~0,6x
Umsatztrend (Aktuell)Rückläufig (vorläufig FY25)-5% (Q3 FY26)
BruttomargeMargendruck durch Lagerbereinigung44,4% (minus 310 Basispunkte)
ErtragslageVerlustbringend (Reset-Jahr 2025)GAAP-Verlust (Sondereffekte)
Marktkapitalisierung~3,4 Mrd. €~3,3 Mrd. $
CEOArthur Hoeld (seit Juli 2025)Kevin Plank (Gründer, zurück seit 2024)

Analyse: Puma erscheint mit einem KUV von nur 0,4 optisch als das absolute Schnäppchen. Dies spiegelt jedoch die massive Unsicherheit über die Profitabilität und die verpuffte Übernahme-Fantasie wider. Under Armour wird etwas höher bewertet, was dem „Kevin-Plank-Premium“ und der schneller als erwartet zurückkehrenden bereinigten Profitabilität geschuldet ist.

Strategie-Check: Radikalumbau vs. Fokus-Schärfung

Under Armour: Der „Plank“-Effekt

Seit Gründer Kevin Plank das Ruder wieder übernommen hat, wird bei Under Armour radikal aufgeräumt. Die Q3-Zahlen vom 6. Februar beweisen, dass die „disruptivste Phase des Resets“ vorbei sein könnte.
* Der Vorteil: Das bereinigte operative Ergebnis war trotz sinkender Umsätze mit 26 Millionen Dollar positiv. Die Lagerbestände wurden um 2 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar reduziert – ein Schlüsselsignal für künftig bessere Margen.
* Das Problem: Das Nordamerika-Geschäft, das Herz der Marke, schrumpfte um 10 Prozent. Ohne eine Trendwende im Heimatmarkt wird Sparen allein nicht für langfristiges Wachstum reichen.

Puma: Warten auf „Forever Faster“

Puma befindet sich in einem Übergangsjahr. 2025 wurde zum „Reset-Jahr“ erklärt, um Lagerbestände zu bereinigen und die Kostenstruktur anzupassen.
* Der Schachzug: Am 2. Februar 2026 verkündete Puma die Abspaltung der Geschäftseinheit „Training“ vom Bereich „Running“. Ziel ist eine schärfere Fokussierung auf die speziellen Bedürfnisse der Fitness-Kunden – ein logischer Schritt, da Trends wie Hyrox und CrossFit global weiter wachsen.
* Die Enttäuschung: Die Gerüchte um eine Übernahme durch Anta Sports trieben den Kurs im Januar kurzzeitig hoch, das anschließende Dementi sorgte für den Absturz. Das macht die Aktie anfällig für Stimmungen, aber fundamental auch frei von Übernahme-Aufschlägen.

Charttechnik: Herzschlag-Kurve gegen Abwärtstrend

Under Armour:
Der Chart gleicht einem EKG. Der Ausbruch auf neue 52-Wochen-Hochs über 7,60 Dollar am Montag wurde sofort wieder abverkauft. Die Zone um 6,20 bis 6,50 Dollar dient nun als kritische Unterstützung. Hält diese Marke trotz der Analysten-Schelte, wäre eine nachhaltige Trendwende bestätigt. Die 200-Tage-Linie steigt an, was technisch für einen mittelfristigen Aufwärtstrend spricht.

Puma:
Die Aktie steckt in einem zähen Abwärtstrend, zeigt aber Anzeichen einer Überverkauftheit. Die Unterstützung bei 20,00 Euro muss um jeden Preis halten. Ein Bruch dieser psychologischen Marke könnte weitere Verkäufe auslösen. Umgekehrt wäre ein nachhaltiger Sprung über 25,00 Euro das erste Signal für einen Befreiungsschlag. Der Chart plädiert hier aktuell für „Abwarten“, bis sich ein klarer Boden bildet.

Chancen und Risiken im direkten Duell

Puma: Die Value-Falle oder Chance?
* Stärke: Extrem niedrige Bewertung (KUV 0,4x) lässt kaum Raum für weitere Enttäuschungen; schlechte Nachrichten sind eingepreist. Starke Positionierung im Fußball und Motorsport.
* Schwäche: Hohe Abhängigkeit vom preissensiblen europäischen Markt und harte Konkurrenz in China durch lokale Marken wie Li Ning.

Under Armour: Der Effizienz-Meister?
* Stärke: Die Restrukturierung greift schneller als gedacht; Profitabilität kehrt trotz sinkender Umsätze zurück. Klare Positionierung auf „Performance“ grenzt von der „Athleisure“-Konkurrenz ab.
* Schwäche: Der zweistellige Umsatzrückgang in den USA ist alarmierend. Verliert die Marke hier an Relevanz, wackelt die globale Strategie. Zudem zeigt die jüngste Abstufung der Citi, dass das institutionelle Vertrauen noch nicht fest verankert ist.

Fazit: Zwei Wege, ein Ziel

Der Vergleich zwischen Puma und Under Armour ist ein Duell zwischen einem „Value-Trap“-Kandidaten und einer volatilen „Turnaround-Wette“.

Under Armour ist im Restrukturierungszyklus derzeit weiter fortgeschritten. Die Rückkehr des Gründers liefert ein klares Narrativ, und die Q3-Zahlen beweisen, dass der Konzern auch mit weniger Umsatz Geld verdienen kann. Die Aktie eignet sich für Anleger, die an die Kraft der US-Marke glauben und die Volatilität des laufenden Umbaus akzeptieren.

Puma ist die Wahl für Kontrarians. Die Bewertung ist historisch niedrig, doch der operative Turnaround steht noch ganz am Anfang. Die Unsicherheit bezüglich der finalen 2025er-Zahlen ist hoch. Für langfristige Investoren könnte das aktuelle Niveau jedoch einen attraktiven Einstieg darstellen, falls CEO Arthur Hoeld es schafft, die „Brand Heat“ wieder zu entfachen.

Unterm Strich: Under Armour hat aktuell das stärkere News-Momentum, während Puma auf dem Papier die attraktivere Bewertung bietet. Anleger sollten den 26. Februar rot im Kalender markieren: Die Puma-Zahlen werden der entscheidende Impuls für die Richtung der Aktie im ersten Halbjahr 2026 sein.

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