Glencore dreht gleich an zwei Stellschrauben: Ein eigentlich zur Schließung vorgesehenes Minenpaket wird verkauft – und parallel baut der Konzern eine Position in einem strategisch knappen Metall auf. Die Botschaft dahinter ist klar: Portfolio raus aus Altlasten, rein in „kritische“ Rohstoffe mit politischem Rückenwind. Wie gut passt dieses Puzzle zur aktuellen Ergebnislage?
Kidd-Deal: Aus Rückbau wird Erlös
Am 2. März meldete Discovery Silver eine verbindliche Vereinbarung zum Kauf von Glencores Kidd Operations in Timmins (Ontario). Brisant: Glencore hatte 2025 noch angekündigt, die Kidd Creek Mine und den Kidd Metallurgical Site Ende 2026 schließen zu wollen. Statt sich auf potenziell hohe Stilllegungs- und Renaturierungskosten einzustellen, setzt der Konzern nun auf einen strukturierten Verkauf.
Die Gegenleistung besteht beim Closing aus Discovery-Aktien im Wert von 10 Mio. US-Dollar, Abnahmevereinbarungen für Konzentrate aus den Kidd Operations sowie einer 1%-NSR-Royalty auf Mineralien aus einem großen Explorationslandpaket. Zusätzlich ist eine aufgeschobene Zahlung von bis zu 75 Mio. US-Dollar vereinbart – allerdings nur, wenn Discovery die wesentlichen Genehmigungen erhält, um Gold-Tailings im Kidd Tailings Management Area einzulagern. Discovery rechnet mit dem Abschluss im ersten Halbjahr 2026.
Kobalt-Positionierung: Türöffner Richtung USA
Fast zeitgleich rückt ein zweiter Baustein in den Fokus: Glencore hat vereinbart, knapp 2.000 Tonnen Kobalt im Wert von rund 115 Mio. US-Dollar vom Händler Rami Weisfisch zu erwerben. Erwartet wird laut Quellen, dass das Material im Rahmen von „Project Vault“ in die USA weiterverkauft wird – einer Initiative zur Einlagerung kritischer Mineralien, die mit 10 Mrd. US-Dollar Startkapital der US Export-Import Bank und weiteren 2 Mrd. US-Dollar privater Mittel ausgestattet ist.
Der Hintergrund ist der enge Markt: Der Kobaltpreis liegt im Jahresvergleich laut Quelltext rund 160% höher. Als Treiber werden Exportbeschränkungen aus der Demokratischen Republik Kongo und eine verschärfte Kontrolle Chinas als größtem Kobaltverarbeiter genannt. In diesem Umfeld sichert sich Glencore mit den rund 2.000 Tonnen eine handelspolitisch relevante Rolle zwischen Produzenten und US-Käufern, die ihre Abhängigkeit von chinesischen Raffinerie- und Handelswegen verringern wollen.
Zahlen und Kurs: Operativ gemischt, Aktie nahe Hoch
Der Umbau findet vor einem Ergebnisbild statt, das 2025 insgesamt durchwachsen ausfiel, sich aber in der zweiten Jahreshälfte deutlich aufhellte. Das bereinigte EBITDA lag bei 13,5 Mrd. US-Dollar (−6% zum Vorjahr), die zweite Jahreshälfte zog jedoch gegenüber der ersten um 49% an. Der Umsatz stieg um 7% auf 247,5 Mrd. US-Dollar. Zudem kündigte Glencore eine Gesamtausschüttung von 17 Cent je Aktie (rund 2 Mrd. US-Dollar) an, zahlbar in zwei gleichen Tranchen im Juni und September.
An der Börse spiegelt sich die bessere Stimmung der vergangenen Monate wider: Der Schlusskurs lag gestern bei 6,08 Euro – nur rund 0,9% unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 6,13 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 28,1% zu Buche.
Zum strategischen Rahmen passt auch der Kupfer-Fokus: Glencore will bis Ende 2028 eine annualisierte Kupferproduktion von über 1 Mio. Tonnen erreichen, langfristig werden rund 1,6 Mio. Tonnen bis 2035 genannt. In der zweiten Hälfte 2025 lag die Kupferproduktion bereits bei über 500.000 Tonnen, fast 50% mehr als im ersten Halbjahr – getrieben durch höhere Gehalte und Ausbeuten bei KCC, Mutanda, Antapaccay und Antamina.
Am nächsten konkreten Zeitplan hängt nun vor allem der Kidd-Abschluss: Discovery erwartet das Closing im ersten Halbjahr 2026 – und genau daran wird sich messen lassen, wie schnell Glencore den geplanten Rückzug aus dem Asset tatsächlich in einen realen Kapitalrückfluss ummünzen kann.
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