Hensoldt wächst so schnell, dass die eigenen Kapazitäten kaum mithalten können. Der Rüstungselektronik-Spezialist verzeichnete 2025 einen Auftragseingang von 4,71 Milliarden Euro – ein Plus von 62 Prozent. Doch aus Aufträgen Umsatz zu machen, bleibt die eigentliche Herausforderung.
Das zeigt sich in den Zahlen: Während das Auftragsbuch auf 8,83 Milliarden Euro anschwoll, legte der Umsatz nur um 9,6 Prozent auf 2,455 Milliarden Euro zu. Diese Lücke zwischen Nachfrage und Auslieferung ist das zentrale operative Problem – und das Management hat darauf nun mit einer zweigleisigen Strategie reagiert.
Akquisition und Ausbau gleichzeitig
Am 5. März unterzeichnete Hensoldt eine Vereinbarung zur Übernahme des niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco. Das Unternehmen mit rund 140 Mitarbeitern fertigt seit etwa zwei Jahrzehnten Komponenten für Hensoldts Periskope und bringt Expertise in elektro-optischen Sensorsystemen mit. Die Transaktion soll aus bestehenden Mitteln finanziert und bis Mitte 2026 abgeschlossen sein.
Parallel dazu laufen fortgeschrittene Verhandlungen zur Erweiterung des Standorts Aalen auf dem sogenannten „Triumph“-Gelände. Zusammen mit dem Personalaufbau – geplant sind 1.600 neue Stellen allein im Jahr 2026 – und Investitionsausgaben von rund einer Milliarde Euro zwischen 2025 und 2027 ergibt sich ein ambitioniertes Kapazitätsprogramm. Die Belegschaft würde damit um knapp 18 Prozent wachsen.
Die Profitabilität stimmt dabei: Das bereinigte EBITDA erreichte 452 Millionen Euro, entsprechend einer Marge von 18,4 Prozent. Für 2026 prognostiziert Hensoldt einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent – allerdings liegt der Umsatz-Mittelpunkt dieser Guidance rund 2 Prozent unter dem Analystenkonsens, ein implizites Eingeständnis, dass Kapazitätsgrenzen kurzfristig weiter wirken.
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Insider kaufen, Markt wartet
Geopolitisch weht Hensoldt Rückenwind ins Gesicht: Deutschlands Sonderfonds von über 108 Milliarden Euro für Verteidigung sowie das EU-Kreditprogramm SAFE mit einem Volumen von 150 Milliarden Euro schaffen strukturelle Nachfrage. Zuletzt sicherte sich das Unternehmen Aufträge über 100 Millionen Euro für TRML-4D-Luftverteidigungsradare im Rahmen der European Sky Shield Initiative.
Dass CEO Oliver Dörre kürzlich 1.000 Aktien zum Preis von je 75,25 Euro erwarb und sein Vertrag vorzeitig um fünf Jahre bis Ende 2031 verlängert wurde, unterstreicht das Vertrauen in den eingeschlagenen Kurs. Der Aktienkurs selbst steht dennoch unter Druck: Mit einem Minus von rund 6,6 Prozent in den vergangenen 30 Tagen und einem deutlichen Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt signalisiert der Markt, dass er auf sichtbare Fortschritte beim Kapazitätsausbau wartet.
Die nächsten Belege dafür liefern der geprüfte Jahresabschluss am 26. März sowie die Q1-Ergebnisse am 6. Mai. Dann wird sich zeigen, ob die gestarteten Maßnahmen die Auslieferungsraten bereits spürbar erhöhen konnten.
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