Meta steckt Hunderte Milliarden in künstliche Intelligenz — und muss trotzdem eingestehen, dass das eigene Flaggschiff-Modell der Konkurrenz hinterherhinkt. Das Zusammenspiel aus verzögertem Modell-Launch, einem 27-Milliarden-Dollar-Infrastrukturdeal und Berichten über massiven Stellenabbau macht diese Woche zu einer der ereignisreichsten für die Aktie seit Monaten.
Das Avocado-Problem
Meta hat die Veröffentlichung seines neuen KI-Modells mit dem Codenamen „Avocado“ verschoben — von März auf mindestens Mai. Der Grund: In internen Tests blieb das Modell hinter den Systemen von Google, OpenAI und Anthropic zurück, insbesondere bei Reasoning, Coding und Textgenerierung. Zwar übertrifft Avocado Googles Gemini 2.5 aus dem März, liegt aber hinter dem im November veröffentlichten Gemini 3.0.
Besonders pikant: Laut informierten Kreisen diskutiert Metas KI-Abteilung, vorübergehend Googles Gemini-Modelle zu lizenzieren, um die eigenen KI-Produkte zu betreiben — eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Das wäre eine ungewöhnliche Abhängigkeit von einem der schärfsten Konkurrenten.
Parallel arbeitet Meta an weiteren Modellen: „Watermelon“ als nächste Modellgeneration sowie „Mango“ für Bild- und Videogenerierung.
27 Milliarden Dollar für externe Rechenkapazität
Trotz des Rückschlags beim Modell-Launch beschleunigt Meta den Ausbau seiner Infrastruktur. Am 16. März gab Nebius Group einen Fünfjahresvertrag mit Meta bekannt: 12 Milliarden Dollar für dedizierte Rechenkapazität, basierend auf NVIDIAs Vera-Rubin-Plattform — Lieferstart Anfang 2027. Hinzu kommen optionale Kapazitäten über weitere 15 Milliarden Dollar, womit der Gesamtvertragswert rund 27 Milliarden Dollar erreicht.
Der Deal zeigt, dass Meta mit seinen eigenen Rechenzentren an Kapazitätsgrenzen stößt. Das Unternehmen plant für 2026 Investitionsausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar — etwa doppelt so viel wie im Vorjahr.
Stellenabbau als Gegengewicht
Die enormen Ausgaben erzeugen Druck auf die Kostenstruktur. Reuters berichtete, Meta plane den Abbau von mehr als 20 Prozent der rund 79.000 Stellen. Das Unternehmen wies die Darstellung zurück und bezeichnete den Bericht als spekulativ. Analyst Barton Crockett von Rosenblatt Securities beziffert das Einsparpotenzial eines solchen Schritts auf rund 6 Milliarden Dollar — oder etwa fünf Prozent mehr beim bereinigten Betriebsergebnis.
Das Kerngeschäft steht dabei auf solider Basis: 2025 erzielte Meta einen Umsatz von 201 Milliarden Dollar, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einer operativen Marge von 41 Prozent.
Zuckerbergs Versprechen für 2026
CEO Mark Zuckerberg hatte das laufende Jahr auf dem Earnings Call zum vierten Quartal 2025 als Jahr der „großen KI-Beschleunigung“ ausgerufen. Meta will seine Social-Media-Algorithmen mit großen Sprachmodellen verbinden und damit eine Art „persönliche Superintelligenz“ entwickeln. Die Aktie notiert seit Jahresbeginn rund 7 Prozent im Minus und liegt damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 677,80 Euro. Ob Avocado — und die Infrastruktur, die gerade darum herum aufgebaut wird — diese Ambitionen einlösen kann, wird sich spätestens mit dem nächsten Modell-Launch im Mai zeigen.
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