Der US-Zahlungsdienstleister Visa hat am Donnerstag nach Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt – und die fielen besser aus als erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,17 Dollar, Analysten hatten lediglich 3,14 Dollar auf dem Zettel. Auch beim Umsatz übertraf das Unternehmen die Prognosen: 10,9 Milliarden Dollar standen zu Buche, das Wachstum betrug satte 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Doch die Reaktion der Anleger fiel verhalten aus. Im nachbörslichen Handel verlor die Aktie rund zwei Prozent. Offenbar hatten Investoren auf ein noch deutlicheres Übertreffen der Erwartungen gehofft – so wie es Konkurrent Mastercard gelungen war, dessen Papiere am selben Tag um über vier Prozent zulegten.
Robuste Verbraucherausgaben treiben Geschäft
Hinter den starken Zahlen stehen vor allem stabile Konsumausgaben. Das Zahlungsvolumen kletterte um acht Prozent auf knapp vier Billionen Dollar, die Anzahl der verarbeiteten Transaktionen legte um neun Prozent auf 69 Milliarden zu. Grenzüberschreitende Zahlungen – ein besonders profitables Segment – wuchsen um elf Prozent.
Besonders erfreulich: Die Umsätze im Bereich „Value-Added Services“ sprangen um 28 Prozent nach oben und trugen etwa die Hälfte des gesamten Wachstums bei. Auch im Geschäftskundenbereich sowie bei Überweisungsdiensten zeigte sich eine positive Dynamik.
Regulierungssorgen überschatten Erfolg
Trotz der operativen Stärke schwebt ein regulatorisches Damoklesschwert über der Branche. Mitte Januar hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, die Zinsen für Kreditkarten auf maximal zehn Prozent zu deckeln – ein Schritt, der die Branche aufschreckte. Banken und Lobbyverbände warnten vor „verheerenden Folgen“ und einer Einschränkung der Kreditvergabe.
Auch die geplante CCCA-Regulierung bereitet Sorgen. Visa-CEO Ryan McInerney betonte in der Analystenkonferenz, dass solche Eingriffe schlicht nicht nötig seien. Der Wettbewerb im Zahlungsmarkt sei intensiv, neue Anbieter wie Kryptowährungen, Buy-Now-Pay-Later-Dienste und digitale Geldbörsen drängten permanent auf den Markt.
Innovationen als Wachstumstreiber
Visa setzt unterdessen auf Technologie, um seine Marktposition zu verteidigen. Die Zahl der Visa-Tokens – digitale Zahlungsreferenzen, die Transaktionen sicherer machen – ist auf 17,5 Milliarden angewachsen, mehr als das Dreifache der physischen Karten. Über 80 Prozent aller persönlichen Transaktionen laufen mittlerweile über kontaktlose Zahlungen.
Besonders interessant: die Expansion im Bereich Stablecoins. Visa hat Stablecoin-Auszahlungen in den USA pilotiert und die Abwicklung von Stablecoin-Transaktionen auf ein Jahresvolumen von 4,6 Milliarden Dollar hochgefahren. In über 50 Ländern können Nutzer mittlerweile Stablecoins über Visa-Karten ausgeben.
Ausblick bleibt vorsichtig optimistisch
Für das Gesamtjahr rechnet Visa weiterhin mit einem Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Bereich. CFO Chris Suh dämpfte allerdings die Erwartungen für das zweite Quartal: Die Währungsvolatilität sei deutlich niedriger als erwartet, zudem würden höhere Marketing-Ausgaben für die Olympischen Spiele und die FIFA-Weltmeisterschaft anfallen.
Kann Visa die Dynamik halten? Die Verbraucherausgaben bleiben robust, neue Geschäftsfelder wie Stablecoins und agentenbasierter Handel versprechen zusätzliches Potenzial. Doch die regulatorischen Unsicherheiten und der verschärfte Wettbewerb dürften die Anleger vorerst vorsichtig stimmen lassen.
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