Commerzbank Aktie: Gute Zahlen werden verkauft

Die Commerzbank übertrifft Erwartungen, doch der Ausblick enttäuscht die Märkte. Die Aktie fällt trotz Rekordgewinn und hoher Ausschüttungen an Aktionäre.

Kurz zusammengefasst:
  • Starker Gewinn und Erträge im vierten Quartal
  • Erhöhte Dividende und Aktienrückkauf für Aktionäre
  • Konservativer Ausblick enttäuscht Analystenerwartungen
  • Drohende Übernahme durch UniCredit bleibt Risikofaktor

Die Commerzbank legte Quartalszahlen vor, die auf den ersten Blick überzeugen. Der Vorsteuergewinn im vierten Quartal lag 6 Prozent über der Konsensschätzung, die Erträge stiegen um 10 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente die Bank 2,6 Milliarden Euro – nur knapp unter dem Rekordwert von 2024. Doch statt Applaus gab es Verkäufe: Die Aktie rutschte bis zur Mittagszeit um rund 5 Prozent ab und landete damit auf dem letzten Platz im DAX.

Was ist da passiert? Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets bringt es auf den Punkt: „Die Erwartungshaltung einiger großer Marktteilnehmer war tatsächlich noch höher.“ Kurz gefasst werden die guten Nachrichten verkauft. Der Verkaufsdruck trifft auf eine nachlassende Nachfrage, weil die positiven Impulse fehlen.

Commerzbank

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Ausblick enttäuscht trotz Erhöhung

Vorstandschefin Bettina Orlopp verkündete zwar höhere Ziele für 2026 – der Gewinn soll die bisherige Marke von 3,2 Milliarden Euro übertreffen. Doch die Analysten rechnen bereits mit deutlich mehr. Die Konsensschätzung liegt rund 7 Prozent über dem erhöhten Ausblick der Bank. Auch für 2028 bleibt das Gewinnziel bei 4,2 Milliarden Euro – wie bereits geplant.

UBS-Analyst Mate Nemes lobte zwar die besser als erwarteten Zinserträge und Gebühreneinnahmen bei gleichzeitig geringeren Kosten. Doch sein Kollege Krishnendra Dubey von Barclays zeigte sich nüchtern: „Unter dem Strich gibt es nicht viel Grund zu übermäßiger Freude.“ Die Quartalszahlen hätten die Erwartungen nur leicht übertroffen, die Zielvorgaben für 2026 deckten sich mit den Erwartungen.

Besonders kritisch sieht Borja Ramirez Segura von der Citigroup die Prognose für Rückstellungen bei Kreditausfällen. Trotz starkem Nettogewinn und solider Kernkapitalquote sei diese Prognose konservativ und könne hinterfragt werden.

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UniCredit lauert weiter

Im Hintergrund spielt noch eine andere Rolle: die drohende Übernahme durch die UniCredit. Die italienische Großbank hält inzwischen über 26 Prozent der Anteile und könnte über Finanzinstrumente auf weitere 3 Prozent zugreifen. UniCredit-Chef Andrea Orcel bleibt gelassen: „Wenn der richtige Zeitpunkt kommt und die Konditionen stimmen, dann wird es auf die richtige Weise passieren.“

Die Commerzbank versucht mit allen Mitteln, die Übernahme abzuwehren. Die Dividende steigt von 65 Cent auf 1,10 Euro je Aktie, dazu kommt ein Aktienrückkaufprogramm über 540 Millionen Euro. Insgesamt fließen damit 2,7 Milliarden Euro an die Aktionäre – mehr als der gesamte Jahresgewinn. Die Strategie: Den Aktienkurs so attraktiv halten, dass Anleger ihre Papiere lieber behalten, statt sie an die UniCredit zu verkaufen.

Orlopp setzt auf KI-Einsatz und eine anziehende Konjunktur, um die Aufwand-Ertrags-Quote bis 2028 auf 50 Prozent zu drücken. Der Zinsüberschuss soll 2026 auf 8,5 Milliarden Euro steigen, der Provisionsüberschuss um 7 Prozent zulegen. Technisch fand die Aktie heute Unterstützung an der 90-Tage-Linie bei 32,86 Euro. Doch ob das reicht, um die hohen Erwartungen des Marktes zu erfüllen, bleibt fraglich.

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