Der chinesische Tech-Gigant Alibaba treibt seine KI-Ambitionen massiv voran, doch ausgerechnet jetzt verliert das Unternehmen wichtige Köpfe. Kurz vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 19. März sorgt eine Kündigungswelle in der zentralen Qwen-Abteilung für Unruhe. Investoren fragen sich, ob der Weggang führender Entwickler die technologische Aufholjagd bremst oder lediglich Teil einer notwendigen Umstrukturierung ist.
Innerhalb weniger Monate haben drei hochrangige Führungskräfte das Qwen-KI-Projekt verlassen. Zuletzt kündigte Junyang Lin, eines der bekanntesten Gesichter der Abteilung, überraschend seinen Rückzug an. Am selben Tag ging auch Yu Bowen, der für das Post-Training der Modelle zuständig war. Diese personelle Instabilität hinterlässt Spuren an der Börse. Nach einem zwischenzeitlichen Kursrutsch von über fünf Prozent in Hongkong steht der Titel weiter unter Druck. Auf Monatssicht verzeichnet das Papier ein Minus von über 16 Prozent und notiert aktuell bei 116 Euro.
Strategiewechsel statt Rückzug
Das Management reagierte prompt auf die Abgänge. Die Umstrukturierung ist offenbar strategisch motiviert: Alibaba verabschiedet sich von dem bisherigen, stark vertikal integrierten Forschungsmodell, das Lin bevorzugt hatte. Stattdessen bündelt eine neue Task Force unter der Leitung von Cloud-CTO Zhou Jingren nun die gruppenweiten Ressourcen, um die Entwicklung von Basismodellen zu beschleunigen.
Dass die Produkte selbst im Markt ankommen, zeigen die Nutzerzahlen. Die Qwen-App verzeichnete einen rasanten Anstieg von 31 Millionen Nutzern im Januar auf rund 203 Millionen im Februar. Um die Entwicklung weiter voranzutreiben und die Lücken im Team zu schließen, warb Alibaba zudem den Forschungswissenschaftler Zhou Hao von Google DeepMind ab.
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Eigene Chips und anstehende Quartalszahlen
Parallel zur Software-Entwicklung stärkt Alibaba seine Hardware-Basis. Die hauseigene Chip-Einheit T-Head präsentierte kürzlich den KI-Prozessor Zhenwu 810E, der laut Unternehmensangaben eine ähnliche Leistung wie Nvidias H20-Chip für den chinesischen Markt bietet. Ob diese hohen Investitionen in Cloud- und KI-Infrastruktur bereits finanzielle Früchte tragen, wird sich nächste Woche zeigen.
Am 19. März legt der Konzern die Zahlen für das dritte Fiskalquartal 2026 vor. Analysten blicken mit konkreten Erwartungen auf den Termin:
- Umsatz: Prognostiziert werden 41,96 Milliarden US-Dollar (+8 % zum Vorjahr).
- Gewinn: Erwartet wird ein Rückgang auf 1,72 US-Dollar pro Aktie (Vorjahr: 3,09 US-Dollar).
- Cloud-Sparte: Zuletzt verzeichnete dieses Segment ein starkes Umsatzplus von rund 34 Prozent.
- Analysten-Rating: Die Erste Group stufte die Aktie im Vorfeld von „Buy“ auf „Hold“ ab und verweist auf sinkende Margen sowie gestiegene Schulden.
Der kommende Zahlenbericht wird somit zum wichtigen Gradmesser. Das Management muss am 19. März belegen, dass das starke Nutzerwachstum der KI-Modelle und das florierende Cloud-Geschäft die steigenden Entwicklungskosten kompensieren können. Gelingt dieser Nachweis, dürfte das die aktuellen Sorgen um die personellen Umbrüche in der Entwicklungsabteilung deutlich in den Hintergrund drängen.
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