Ceconomy kommt operativ voran, doch für Aktionäre bleibt die Kasse zu. Mit der Einladung zur Hauptversammlung hat der Konzern klargestellt: Für das Geschäftsjahr 2024/25 gibt es keine Dividende. Im Mittelpunkt steht damit nicht die Ertragsstärke, sondern die Bilanz – und das laufende Übernahmeangebot von JD.com.
Nullrunde wegen Bilanzverlust
Mit der gestern veröffentlichten Einladung zur virtuellen Hauptversammlung am 18. Februar 2026 hat Ceconomy den Bilanzverlust im Einzelabschluss der AG bestätigt. Damit ist eine Ausschüttung rechtlich ausgeschlossen.
Wesentliche Punkte im Überblick:
- Kein Bilanzgewinn im Einzelabschluss der Ceconomy AG
- Kein Tagesordnungspunkt zur Gewinnverwendung auf der HV
- Konzernverlust von 35 Mio. Euro (nach Minderheiten) belastet Ausschüttungsfähigkeit
- Operative Fortschritte reichen bilanziell nicht für eine Dividende
Ohne Bilanzgewinn darf in Deutschland keine Dividende gezahlt werden – daran ändert auch ein besseres operatives Geschäft nichts. Für einkommensorientierte Anleger ist das ein klarer Rückschlag, auch wenn der Konzernverlust bereits andeutete, wohin die Reise geht.
Der Aktienkurs reagiert bislang kaum auf diese Bestätigung: Heute notiert die Aktie bei 4,46 Euro, praktisch unverändert zum Vortag und nur rund 2,5 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 4,58 Euro.
Operatives Geschäft legt zu
Spannend ist der Kontrast zwischen den Fortschritten im Kerngeschäft und dem negativen Nettoergebnis. Die zuletzt veröffentlichten Zahlen zeigen, dass Ceconomy operativ deutlich besser dasteht als noch vor einigen Jahren.
Die wichtigsten Kennzahlen des Geschäftsjahres 2024/25:
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- Umsatzwachstum von 5,7 % (währungs- und portfoliobereinigt) auf rund 23,1 Mrd. Euro
- Bereinigtes EBIT plus fast 24 % auf 378 Mio. Euro
- Ausblick für 2025/26: moderater weiterer Umsatzanstieg und Ziel eines bereinigten EBIT von rund 500 Mio. Euro
Ceconomy treibt den Umbau hin zu einer Omnichannel-Serviceplattform voran – also der Verzahnung von stationärem Handel, Onlinegeschäft und Dienstleistungen. Operativ wirkt dieser Kurs, doch Sondereffekte und das negative Nettoergebnis verhindern, dass sich diese Entwicklung in Form einer Dividende bei den Aktionären niederschlägt.
Charttechnisch spiegelt sich die stabile, aber gedeckelte Lage wider: Der Kurs liegt minimal über dem 50-Tage-Durchschnitt von 4,44 Euro und klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,98 Euro. Der RSI von 52,2 signalisiert weder Überkauf noch Überverkauf. Die Aktie bewegt sich damit eher in einer Seitwärtsphase als in einem klaren Trend.
JD.com-Angebot stabilisiert den Kurs
Dass die Aktie trotz Dividenden-Nullrunde kaum nachgibt, hängt vor allem mit der laufenden Übernahme durch JD.com zusammen. Der Einstieg des chinesischen E-Commerce-Konzerns wirkt derzeit wie ein Sicherheitsnetz.
Wesentliche Aspekte dieser „Special Situation“:
- Das Übernahmeangebot begrenzt das Abwärtsrisiko im Kurs
- Der Marktpreis orientiert sich eng am gebotenen Niveau
- Das Closing wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet
- Kurs pendelt eng um 4,45–4,50 Euro und signalisiert geringe Erwartung kurzfristig größerer Ausschläge
Anleger schauen weniger auf klassische Kennzahlen wie Dividendenrendite, sondern primär auf die Wahrscheinlichkeit und die Konditionen des erfolgreichen Abschlusses der Transaktion. Solange das Angebot im Raum steht, bleibt der Titel stark von Übernahmearbitrage geprägt und weniger von der laufenden Ertragskraft.
Fazit: Fokus auf Hauptversammlung und Übernahme
Für das laufende Geschäftsjahr ist die Frage der Dividende beantwortet: Es bleibt bei der Nullrunde. Damit rückt die Hauptversammlung am 18. Februar 2026 vor allem als formaler Schritt in einem größeren Bild in den Fokus. Operativ zeigt Ceconomy klaren Fortschritt, doch für freie Aktionäre steht derzeit der Investment-Case der JD.com-Übernahme im Vordergrund.
Die Aktie reflektiert diese Sonderkonstellation: stabiler Kurs nahe Jahreshoch, begrenztes Abwärtsrisiko durch das Angebot, aber auch wenig Fantasie über den gebotenen Preis hinaus. Entscheidend für die weitere Entwicklung werden nun der weitere Zeitplan bis zum erwarteten Closing im ersten Halbjahr 2026 und die anstehenden regulatorischen Freigaben sein.
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